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Haydns „Schöpfung“ in St. Anton

Kürzlich verwandelte sich die Kirche St. Anton in Bruchsal in einen Ort musikalischer Erleuchtung. Der Chor des Justus-Knecht-Gymnasiums präsentierte...
Chor auf Bühne.
Der JKG-Chor in St. AntonFoto: JKG

Kürzlich verwandelte sich die Kirche St. Anton in Bruchsal in einen Ort musikalischer Erleuchtung. Der Chor des Justus-Knecht-Gymnasiums präsentierte unter der Leitung von Patrick Wippel Joseph Haydns monumentales Oratorium „Die Schöpfung“ – und entfachte dabei ein eindrucksvolles Feuerwerk aus Klang, Emotion und spiritueller Kraft.

Bereits die ersten Takte machten deutlich, dass hier ein Ensemble, das mit Ernsthaftigkeit, Disziplin und spürbarer Begeisterung musizierte. Das berühmte „Chaos“-Vorspiel, von den Bruchsaler Philharmonikern mit beeindruckender Präzision und klanglicher Tiefe gestaltet, zog das Publikum unmittelbar in seinen Bann. Patrick Wippel gelang es, Haydns Tonsprache zwischen barocker Strenge und frühromantischem Ausdruck feinsinnig auszubalancieren. Der Chor überzeugte durch Klangfülle, Textverständlichkeit und bemerkenswerte Homogenität. Besonders die heiklen dynamischen Übergänge – etwa beim „Und es ward Licht“ – gelangen mit packender Dramatik. Hier entfaltete sich jene überwältigende Wirkung, die Haydns Musik in den Momenten göttlicher Schöpfung so einzigartig macht: ein musikalisches Aufleuchten, das Gänsehaut erzeugte.

Ein besonderer Glanzpunkt des Abends war der Auftritt der international renommierten Sopranistin Daniela Köhler. Mit leuchtender Höhe, makelloser Technik und einer beeindruckenden Ausdruckstiefe verlieh sie ihren Arien jene erhabene Strahlkraft, die den Himmel in Haydns Musik spürbar macht. Gert Bachmeier (Tenor) überzeugte durch elegante Linienführung und warme Tongebung, während Lucian Eller (Bass) mit kraftvoller Autorität und sonorer Tiefe den biblischen Schöpfungsbericht erdete. Dirigent Patrick Wippel führte alle Kräfte engagiert und mit sicherer Hand. Seine präzise Zeichengebung, gepaart mit spürbarer musikalischer Leidenschaft, ließ keinen Zweifel daran, dass hier ein Pädagoge am Werk ist, der Menschen nicht nur musikalisch formt, sondern sie auch inspiriert, über sich hinauszuwachsen. Das Publikum in der vollbesetzten Kirche dankte mit lang anhaltendem Applaus und sichtlicher Begeisterung. Viele Besucher verließen den Kirchenraum bewegt – erfüllt von dem Gefühl, Zeugen eines besonderen kulturellen Moments geworden zu sein.

Mit dieser Aufführung hat der Chor des Justus-Knecht-Gymnasiums eindrucksvoll seine musikalische Exzellenz bewiesen. Haydns „Schöpfung“ wurde an diesem Abend zu einem Fest des Lebens, des Lichts – und der Musik.

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Amtsblatt Bruchsal
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Ausgabe 47/2025
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