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Ungewöhnlicher Wildtiereinsatz

Heidelberg-Ziegelhausen: Rehbock läuft in Restaurant

Im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen lief ein Rehbock in ein Restaurant. Nach einer Rettungsaktion wurde das Tier wieder freigelassen.
Der Rehbock im Spezialkäfig
Nach der Rettungsaktion in Ziegelhausen: Der Rehbock im Spezialkäfig auf dem Weg zurück in die Freiheit.Foto: Berufstierrettung Rhein-Neckar

Im Stadtteil Ziegelhausen ist es am Samstag, 20. September, zu einem außergewöhnlichen Vorfall gekommen: Ein Rehbock hatte sich am Nachmittag in die Ortsmitte verirrt und landete schließlich in einem dortigen Restaurant. Die Besitzer sperrten das Tier in einer Toilette ein und alarmierten die Polizei. Diese verständigte Luisa Wissutschek, die Wildtierbeauftragte der Stadt Heidelberg. Daraufhin forderte sie Unterstützung von Stadtjäger Tim Wissutschek und Michael Sehr von der Berufstierrettung Rhein-Neckar an. Gemeinsam fingen sie den Rehbock ein, trugen ihn aus dem Restaurant und brachten das Tier in einem Spezialkäfig in den Wald, wo es unversehrt freigelassen wurde.

Wildtiere in der Stadt

Der Einsatz macht deutlich, wie vielfältig die Arbeit der Wildtierbeauftragten ist. Immer häufiger treten Wildtiere im städtischen Raum auf – sei es durch Waschbären in Gärten, Wildschweine am Stadtrand oder verletzte Vögel im Straßenverkehr. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Beratung und Prävention: Bürgerinnen und Bürger erhalten Unterstützung, wie Konflikte mit Wildtieren vermieden werden können.

Um diese Aufgaben zu bewältigen, arbeitet die Wildtierbeauftragte eng mit Partnern wie dem Umweltamt, der Forstverwaltung, der Polizei, Naturschutzverbänden, Jägervereinigungen und der Tierrettung zusammen. So können Fachwissen gebündelt und Einsätze koordiniert werden – von alltäglichen Beratungen bis hin zu seltenen Rettungsaktionen. In der Regel unterstützt die Tierrettung die Stadt bei der Betreuung von Fundtieren, der Beschlagnahmung von Tieren in Notlagen sowie deren Weitervermittlung. Zudem leistet sie Hilfe in tierbezogenen Notfällen, die sowohl technische Unterstützung als auch die Unterbringung verletzter Tiere wie Eichhörnchen, Igeln und Uhus umfassen. Bei Notfällen mit Wildtieren in der Stadt kommen Stadtjäger zum Einsatz, die dankbar für die Unterstützung und den Erfahrungshorizont der Tierrettung sind.

Erkenntnisse aus Wildtierbericht 2024

Der aktuelle Wildtierbericht 2024 zeigt: 233 Fälle wurden im vergangenen Jahr bearbeitet. Am häufigsten standen Waschbären, daneben auch Wildschweine, Füchse und Marder im Fokus. Der Bericht beleuchtet zudem das Monitoring – etwa die regelmäßige Zählung von Feldhasenbeständen oder die Beobachtung der Gänsepopulationen auf der Neckarwiese und der Liebesinsel. Auch geschützte Arten wie Wanderfalken oder Wildkatzen werden dabei im Blick behalten. Der Bericht verdeutlicht damit die gesamte Bandbreite der Arbeit: von telefonischer Beratung über wissenschaftliches Monitoring bis hin zu Einsätzen im Stadtgebiet. Während spektakuläre Rettungen wie der jüngste Fall in Ziegelhausen nicht die Regel sind, verdeutlichen sie doch, wie bedeutend die Arbeit der Wildtierbeauftragten und ihrer Partner für das friedliche Zusammenleben von Mensch und Wildtier in Heidelberg ist.

Ein Video der Rettungsaktion und der Freilassung ist auf der Facebookseite der Berufstierrettung Rhein-Neckar abrufbar. Weitere Informationen zur Arbeit der Wildtierbeauftragten gibt es online unter www.heidelberg.de/wildtiere.

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exklusiv online
von pm/red
23.09.2025
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