Bei der Bilanz-Pressekonferenz der Heidelberger Druckmaschinen AG (HDM) am Firmenhauptsitz in Wiesloch-Walldorf präsentierte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jürgen Otto, das Zahlenwerk für das abgelaufene Geschäftsjahr.
Beim Auftragseingang musste ein Minus von acht Prozent (2246 Millionen Euro aus 2025/2026) registriert werden (im Vergleich 2024/2025 waren es 2433 Millionen Euro). Beim Umsatz gab es einen leichten Anstieg von einem Prozent. Allerdings sah es beim Ergebnis nach Steuern ein Plus: 15 Millionen Euro wurden erzielt gegenüber fünf Millionen Euro im vorjährigen Vergleichszeitraum. Die Anzahl der weltweit Beschäftigten ging von 9309 auf nunmehr 9065 zurück.
Es wurde klar, dass man sich bei HDM andere Standbeine neben der klassischen Druckindustrie suchen muss – und man ist fündig geworden. Wie Otto berichtete, habe man in der Tochtergesellschaft lediglich die Räder sowie die notwendigen Batterien und Elektromotoren zugekauft. Nach der Pressekonferenz konnten sich die Journalisten bei einem Rundgang durch die Halle 11 – die einst für die Produktion von großformatigen Druckmaschinen genutzt wurde – von den Plänen von Heidelberg informieren.
Aber damit nicht genug. Ein Joint-Venture mit „Onberg“ mit dem Ziel, Systeme zur Drohnenabwehr herzustellen, steht an. Im April dieses Jahres fiel der Startschuss im Heidelberger Werk in Brandenburg. Wann genau die ersten Systeme fertig sein werden, darauf konnte sich Otto nicht festlegen. Es geht dabei konkret um eine Kooperation mit dem amerikanischen-israelischen Drohnenhersteller Ondas. Außerdem ist eine Partnerschaft mit Vincorion Advanced System (ehemals Militärtechnik der Jenoptik) vereinbart worden. Es geht darum um Regelungstechnik und Energieverteilung für Generatoren.
Allerdings trage nach Worten Ottos all dies noch nicht entscheidend zu einer spürbaren Umsatzsteigerung bei. Allerdings sind die nunmehr geäußerten Aussichten vielversprechend. Otto geht davon aus, dass in einigen Jahren der Umsatz sich in Richtung 300 Millionen Euro entwickeln werde, eben durch Heidelberg Advanced Technologies. Jedoch ist der Rüstungsmarkt stark umkämpft. Jürgen Otto verbreitete dennoch Zuversicht. „Wir sind gut aufgestellt, um die vor uns liegenden Herausforderungen bewältigen zu können.“ (sd)


