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Ziel: 100 Millionen € in drei Jahren

Heidelberger Druckmaschinen AG startet in Rüstungsindustrie

Vorstandschef Jürgen Otto von Heidelberger Druckmaschinen AG: „Wir sind bestens vorbereitet“.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG steigt in die Rüstungsindustrie ein. Hier zu sehen Vorstand (v. l.) Jürgen Otto und Dr. David Schmedding bei der Feier zum 175-jährigen Jubiläum des Unternehmens.Foto: LIP

Die Heidelberger Druckmaschinen AG wird Neuland betreten. Mit der Absichtserklärung, mit der Vincorion Advanced Systems GmbH künftig zusammenzuarbeiten, wird das Unternehmen, das in Wiesloch-Walldorf seinen Stammsitz hat, in die Rüstungsindustrie einsteigen (die WieWo berichtete).

Wie der Vorstandsvorsitzende Jürgen Otto der Heidelberger Druckmaschinen ausführte, werde man die Fachkompetenz von Heidelberg auf verschiedenen Ebenen einbringen, und dies auf alle im Hause verfügbaren Anwendungen wie Gießerei, mechanischen Bearbeitung über Mechatronik, Pneumatik bis hin zur Software, Elektronik und Elektrik. „Wir sind bestens vorbereitet“, so Otto.

Druckindustrie im Wandel

Da sich die Druckindustrie seit Jahren im Wandel befinde, sei es wichtig, neue Arbeitsfelder zu erschließen. Dies habe man jetzt getan. Zum Hintergrund: Die europäische und deutsche Politik wollen Hunderte Milliarden Euro für die Verteidigung mobilisieren.

Der russische Angriff auf die Ukraine und weitere geopolitische Spannungsfelder wie der Nahostkonflikt haben die staatlichen Rüstungsprogramme beschleunigt. „Der Rüstungsmarkt ist ein großer Markt, er ist viele, viele Milliarden Euro schwer, mit der Tendenz, aufgrund der Krisen zwangsläufig wachsend", sagte Otto. Das Unternehmen sei hervorragend für den Markt qualifiziert, um in diesem eine Rolle zu spielen.

Mindestens 100 Millionen Euro

Heidelberger Druckmaschinen werde in den nächsten drei Jahren in dem gesamten Industriesegment, zu dem das Rüstungsgeschäft zählt, mindestens 100 Millionen Euro erwirtschaften, gibt man sich im Unternehmen zuversichtlich. Der neue Partner Vincorion sei auf Energieversorgungsanlagen für die Rüstungsindustrie spezialisiert und baue unter anderem Stromgeneratoren. Ein Stromgenerator bestehe aus den Elementen Motor, Generator und Steuerschrank. „Wir bauen das Herzstück, den Steuerschrank". Dieser regele das System und gebe elektrische Energie in der gewünschten Spannung und Frequenz ab.

Zulieferer für Vincorion

Einen Hochsicherheitstrakt wird es in Wiesloch-Walldorf allerdings nicht geben. Dies bestätigte Thomas Fichtl, Leiter Global Communications des Unternehmens, auf Anfrage. „Wir produzieren schließlich kein Endprodukt, sondern sind letztendlich Zulieferer für Vincorion“, machte er deutlich. Wann es letztlich losgehe, hänge von den Mittel-Freigaben der zuständigen Ausschüsse der Bundesregierung ab. Man sei jedoch optimistisch, dass dies alsbald klappen werde und man bei Heidelberg loslegen könne.

Absicherung von Arbeitsplätzen

Der Betriebsrat sei vorab über das neue Engagement informiert worden. In den sozialen Medien wurde die Absichtserklärung unterschiedlich bewertet. Der überwiegende Teil sieht die Entscheidung positiv, gerade unter dem Gesichtspunkt der Absicherung von Arbeitsplätzen. Bereits bei der Hauptversammlung habe Otto angedeutet, offen für neue Wege zu sein.

Der Vorstandschef meinte in seiner Rede am Ende Juli: „Im Segment Technology werden wir all das einsetzen, was uns in der Vergangenheit einmal zur Ikone des Maschinenbaus in Deutschland gemacht hat. Mit dem Ziel, attraktive Wachstumsmärkte zu erschließen und ein weiteres Standbein aufzubauen. Wir greifen hierbei die Megatrends Automatisierung, Energiemanagement und Sicherheit auf.“ Jetzt folgten auf diese Ankündigung Taten. (sd)

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Ausgabe 32/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
06.08.2025
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