Der grausame Krieg der Obrigkeit gegen die Bauern jährte sich im vergangenen Jahr zum 500. Male. Diese Ereignisse 1525 nahm der Bürger- und Heimatverein zum Anlass, sich erfolgreich um die entsprechende Wanderausstellung des Museumsnetzwerkes Kraichgau zu bemühen. Am vergangenen Sonntag eröffnete Kuratorin Sonja Güntner offiziell die Präsentation interessanter Texte und Bilder auf Schautafeln. Sie wird bei den sonntäglichen Öffnungszeiten bis Ende Juni bei freiem Eintritt zu sehen sein, ebenso im Rahmen des Museumsfestes am 14. Juni.
Besonders der Kraichgau und darüber hinaus ganz Süddeutschland waren ein Schwerpunkt der geknechteten Bauern, die sich gegen die Unterdrückung durch den Adel zur Wehr setzten. Ein so genannter Vorläufer war bereits 1502 die Bundschuh-Bewegung des Untergrombachers Joß Fritz. Ein weiterer Vorkämpfer für die Sache der kleinen Leute war der Pfarrer Anton Eisenhut, der aus Protest Flugblätter verfasste und später in Bruchsal hingerichtet wurde.
Ob auch Weingartener Bauern am Aufstand namentlich mitwirkten, ist im Gegensatz zu Jöhlingen nicht bekannt. Im Vorfeld war jedoch die Gemeinde bereits 1504 von Brandschatzungen und Zerstörungen von zwei Mühlen durch Landsknechte des Herzogs Ulrich von Württemberg betroffen, der das kurpfälzische Bretten erfolglos belagert hatte. (rof)


