Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 19 in Malsch lebenden Jüdinnen und Juden aus ihren Häusern geholt und gemeinsam mit Tausenden weiteren Menschen aus Baden und der Pfalz in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Der Bürgermeister meldete daraufhin Malsch „judenfrei“.
Die Heimatfreunde Malsch dokumentieren das Schicksal der deportierten Menschen in mehreren Publikationen. Im „Malscher Historischen Boten Nr. 3 – Jüdisches Leben in Malsch“ gibt der ehemalige Vorsitzende Josef Bechler nach umfangreichen Recherchen Einblicke in die Geschichte der einst großen jüdischen Gemeinde. Ergänzend schildert Louis Maier, der im August 1940 als 16-Jähriger aus Malsch floh, in seinem Buch „Empfänger Unbekannt Verzogen“ die Erfahrungen seiner Eltern im Lager Gurs und seinen eigenen Weg in die USA.
Ein besonderes Zeugnis der Lagerzeit liefert der Comic „Mickey im Lager Gurs“ von Horst Rosenthal, der zwischen Herbst 1940 und 1942 selbst in Gurs interniert war. Rosenthal, der 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, setzte die Lage im Lager mithilfe der Figur Mickey Mouse sarkastisch in Szene.
Die Heimatfreunde Malsch verfügen über ein Exemplar der erstmals vollständig mit deutscher Übersetzung vorliegenden Publikation; eine weitere Ausgabe steht in der katholischen Bücherei Malsch zur Ausleihe bereit. Weitere Informationen und Ausleihmöglichkeiten bietet die Homepage der Heimatfreunde unter www.heimatfreunde-malsch.de.


