Er wurde 1964 in Karlsruhe geboren und wohnte bis zum Jahre 1993 in Neuburgweier, einem von drei Stadtteilen Rheinstettens. Seit 1996 lebt Andreas „Andi“ Deris auf der Kanareninsel Teneriffa. Drei Jahre zuvor war der Sänger und Produzent bei der weltweit einflussreichsten deutschen Power-Metal-Band „Helloween“ als Frontmann eingestiegen. Der Rest ist Geschichte.
Die in Hamburg gegründete Gruppe hat in den 40 Jahren ihres Bestehens nach dem selbstbetitelten Album aus dem Jahre 2021 gerade mit ihrem brandaktuellen Langspieler „Giants & Mosters“ ein neues Kapitel ihrer glorreichen Karriere aufgeschlagen und landete in den deutschen und spanischen Charts von null auf Platz 1. Andi Deris war in jungen Jahren bei den regionalen Bands „Paranoid“, „Nemeless“ oder „Dragon“, später bei „Kymera“ als Sänger am Start, und spielte Konzerte in der Region Karlsruhe. In Edo Zankis Karlsdorfer Tonstudio oder im Katapult Karlsruhe hatte er erste Demos aufgenommen. Ein richtiger Meilenstein war die Gründung der Band „Pink Cream 69“, die Andi Deris 1987 zusammen mit Kosta Zafiriou, Gitarrist Alfred Koffler und Bassmann Dennis Ward in Karlsruhe gründete. Bis heute gilt diese Gruppe, die Ende der 80er-Jahre den Nachwuchswettbewerb der Rockfabrik Ludwigsburg gewann, als erfolgreichste Formation aus der Fächerstadt. 1993 verließ Andi Deris die „Pinkies“ und folgte dem Ruf von „Helloween“ in die Hansestadt.
Zuvor hatte sich die damals schon sehr erfolgreiche Gruppe von ihrem Sänger Michael Kiske getrennt. Nach einer schwierigen Anfangsphase überzeugte der neue Mann am Mikrofon alle Kritiker, und mit „Masters of The Rings“ (1994) sowie den Nachfolgealben „The Time Of The Oath“ (1996) und den späteren Meisterwerken „Keeper Of The Seven Keys“ (2005) oder „7 Sinners“ (2010) war „Helloween“ als feste Größe im Genre „Power-Metal-Rock“ etabliert. Ende der 90er Jahre hatte Andi Deris zudem die Soloalben „Come In From The Rain“ und „Done by Mirrors“ veröffentlicht. Jetzt hat „Helloween“ nach 16 Studio- und 3 Live-Alben einen neuen Silberling am Start, der einmal mehr hochklassigen Musikgenuss bietet. Andi Deris, der noch viele Verwandte und Freunde im Badischen hat „auf die ich mich bei einem Heimatbesuch stets freue“, sagt im Gespräch mit dem Autor dieser Zeilen: „Für jeden Musiker ist ein Nummer-1-Album in seinem Land der absolute Hammer.“
Da „Helloween“ seit fast 20 Jahren bei Andi Deris’ altem Karlsruher Music-Management „Bottom Row“ angesiedelt ist, hatte man damals beschlossen, den Proberaum und das ganze Lager von Hamburg nach Karlsruhe zu verlegen. „Somit komme ich auch beruflich immer wieder in meine Heimatstadt“, lacht Andi. Mit „Helloween“ war er im Jahre 2008, 2012 und zuletzt 2018 beim großen „Knock Out“-Festival in der Europahalle oder Schwarzwaldhalle am Start und überglücklich, alte Weggefährten zu treffen. Kosta Zafiriou fungiert zudem seit 2006 als „Helloween“-Tourmanager und Dennis Ward (den man von den Bands „Unisonic“ und „Magnum“ kennt und der in Karlsdorf ein Tonstudio besitzt) hatte beim letzten und beim aktuellen „Helloween“-Tonträger als Produzent mitgewirkt und betont: „‚Helloween‘ sind eine Institution, der es ausschließlich um das Musikmachen geht.“
Die neue Produktion, die Dennis Ward zusammen mit Charlie Bauerfeind bewerkstelligte, sei eine „ausgefeilte Zeitmaschine, die durch alle Phasen der Bandgeschichte bis zu den Wurzeln zurückgehe und sich gleichzeitig in Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft beamen kann“. Die große „40-Anniversary-Europa-Tour“ führt die Band am 22. November auch nach Stuttgart in die Schleyerhalle. Was die Fans erwarten dürfen? „Wir kommen mit voller Kapelle, fetter Bühne und geilen Songs zum Mitsingen. Zudem haben wir mit Beast in Black eine klasse Support-Band“, lässt Andi Deris wissen. Mit den zehn Songs auf dem neuen Album hat „Helloween“ wieder einen Volltreffer gelandet. Dazu muss man wissen, dass die Gruppe aktuell aus sieben Mitgliedern, darunter drei Sängern, besteht. Neben Andi Deris ist auch die frühere Stimme Michael Kiske und Kai Hansen (Gitarre, Vocals) im Line-up. Zudem die Gitarristen Michael Weikath und Sascha Gerstner sowie Markus Grosskopf (Bass) und Dani Löble (Drums).
Was macht Andi Deris, wenn er nicht gerade mit „Helloween“ ein Album aufnimmt oder auf Tour ist? Er produziert im eigenen „Mi Sueno-Tenerife“-Tonstudio neue Songs oder schraubt an eigenen Ideen. Und womit entspannt er sich, was macht er nach Feierabend? „Zu Hause oft zum Sonnenuntergang auf der Terrasse sitzen, mit einem guten Espresso auch mal mit einem Glas Roten“. Und wenn es auf der größten kanarischen Insel vor der Küste Westafrikas nicht zu heiß ist, wandert er gerne an den nahen Strand hinunter oder im anderen Fall hinauf in die Wälder. „Manchmal geht auch einfach das Touristenprogramm. Ab ins Auto, Lieblingsplätze abklappern oder neue Ideen finden“. Man darf davon ausgehen, dass diese dem Hauptkomponisten und Sänger von „Helloween“ nicht ausgehen. (hjo)
