
In Hemsbach hat die Eissaison angefangen. Ein typisches Frühlingswetter – in der Sonne schon schwitzen und im Schatten noch zittern. Trotzdem ein kleiner Stichprobentest durch die drei Eisdielen an einem sonnigen Sonntag. Wie das Geschäft so läuft? Augenscheinlich prima, vor jeder Theke eine Schlange, gut besetzte Sitzplätze. Alle drei Eisdielen werden von italienischen Familien geführt, alle drei stellen ihr Eis selbst her. Jedes Eiscafé hat seinen ganz eigenen Flair, für alle Geschmacksknospen ist etwas dabei.
Wir starten mit einem Eisautomaten am Wiesensee. Gut befüllt und betrieben von der Eismanufaktur Murano. Dort funktioniert alles vollautomatisch, Touchscreen-Eingabe, Geldeinzug. Viele Sorten sind vorrätig, auch Spaghetti-Eis, in unterschiedlichen Bechergrößen aus Pappe. Hier kosten 150 ml Pistazieneis 3,30 Euro, entspricht etwas mehr als zwei Kugeln. Ein beiliegendes Holzlöffelchen inklusive. Plus: Jederzeit verfügbar und sofort, man kann nachlesen, welche Produkte zur Herstellung verwendet wurden. Minus: Man kann keinen Kaffee dazu bestellen und nur auf einer öffentlichen Bank sitzen. Besitzer Juan Carlos Di Dio führt aber noch die Eisdiele in der Stadt.
Drei Milcheis in der Waffel werden dann im Eis Café Murano in der Berliner Straße 1 geordert. Pistazie, Stracciatella und die besondere Sorte: Brezel. Diese „Sondersorte“ kostet 2 Euro pro Kugel, alles andere 1,70 Euro. Seit dieser Saison gilt hier: Selbstbedienung. Erst ordern, dann bezahlen und auf einem Tablett hinaustragen zu den Sitzplätzen. Positiv: Wer keine Geduld hat, kann auch vor dem Café aus dem Automaten Eis kaufen. Günstigster Anbieter für die Eiskugel. Stracciatella schneidet beim Testesser sehr gut ab, sehr schöne große Schokoladenbröckchen. Negativ: die Waffel bei einer Kugel nicht unbedingt hochwertig. Dem Brezel-Eis fehlt laut Tester der „Wums“.
„Bella Ciao“ heißt es in diesem Jahr für Antonio De Angelis. „Toni“ hat seinem Sohn Gino den Betrieb „Eiscafé Ciao“ in der Bachgasse 23 übergeben. Aber natürlich ist der stadtbekannte Neapolitaner aus dem Eisladen nicht wegzudenken. Gino führt aber mit Herz und Einzelhandelskaufmanns-Verstand das Eiscafé in alter Tradition fort. Seine frischen Ideen sieht man an der Vielfalt der Sondersorten für 2 Euro, die „normale Kugel“ bleibt bei 1,80 Euro. Avocado, Cantuccini, Gandalf (mit weißer Schokolade und Pistazie), Baklava und „Paddington“ aus Orange, Mango, weißer und dunkler Schokolade. Sogar ein laktosefreies Hundeeis gibt es hier im Angebot. Hier haben wir die Sorten Pistazie, Engelblau und einen Eiskaffee getestet. Sondersorte: Baklava. Pistazie bekommt Note 1, man spürt Pistazien-Substanz und intensiven Geschmack. Positiv: entspannte familiäre Atmosphäre, große Auswahl, selbstgebackene Eiswaffel, zentrale Lage. Negativ: wenige Parkmöglichkeiten für Autos in der Nähe.
„Gemelli“ – die Zwillinge stehen nach eigener Aussage „seit 2021 für handgemachtes Gelato und echtes italienisches Lebensgefühl“. Daniele und Jenny betreiben das Café und Eiscafé in der Giselherstraße 53 in modernem Ambiente. Das saisonale Eiscafé Gemelli Beach am Wiesensee in Hemsbach wird von Mai bis September am Start sein. Es wird wieder Stracciatella, Engelblau und diesmal Haselnuss probiert. Pistazie war leider aus. Das Eis bekommt man in einer sehr leckeren, knusprigen Waffel, sogar für nur eine Kugel à 1,80 Euro. Den Testschleckern gefiel Haselnuss sehr gut, alle waren sich einig, „das süßeste Eis in Hemsbach“. Positiv: Es gibt sehr viele Kuchensorten, im Sommer kann man gut im Schatten sitzen. Negativ: Pistazie war alle. (kis)