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Herbstwanderung um Herrenberg

Für die Wanderung vergangenen Sonntag versprach der Wetterbericht leider nichts Gutes. Und so starteten bei leichtem Regen 11 Teilnehmer mit dem Schwarzwaldverein...
Herrenberg
Wandergruppe vor 400-jähriger Eiche.Foto: Helmut Günthner

Für die Wanderung vergangenen Sonntag versprach der Wetterbericht leider nichts Gutes. Und so starteten bei leichtem Regen 11 Teilnehmer mit dem Schwarzwaldverein Oberes Enztal an der Stadthalle in Herrenberg zur Rundtour durch den Naturpark Schönbuch. Er ist das größte geschlossene Waldgebiet im Ballungsraum Mittlerer Neckar, einzigartiger Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und beliebtes Naherholungsgebiet mit einer Besucherzahl von vier Millionen jährlich. Die Tour führte durch herbstlich verfärbte Buchen- und Eichenwälder mit Aussicht auf Nufringen. Unterwegs fiel den Wanderern ein interessanter Wuchs auf, kleine kugelige Gebilde an den Unterseiten von Eichenblättern – sogenannte Galläpfel. Diese Gallen entstehen, wenn die Gallwespe ihrer Eier dort ablegt. Durch bestimmte chemische Reize regt die Larve die Pflanze dazu, an diese rundliche Verdickung zu bilden, die ihr als Schutz- und Nährkammer dient. Im Frühjahr schlüpft daraus eine neue Generation Gallwespen. Auf der Strecke kam die Wandergruppe an die Eiche am roten Meer. Ein rotes Meer mitten in Deutschland? Dies war eine künstlich angelegte Wassergrube, in der sich Regenwasser sammelte und für die Lagerung von hölzernen Wasserleitungen genutzt wurde. In der Grube befand sich feiner roter Sand vom Sandstein, der das Wasser rot färbte und dem Teich seinen Namen gab. Neben der Grube steht eine 400-jährige Eiche. Sie wird auch Hüte-Eiche genannt, da das Weidevieh früher darunter Schutz fand vor Unwetter. Der Weg zurück nach Herrenberg führte über den Schlossberg, wo nur noch der Pulverturm, der zu einem Aussichtsturm umgebaut wurde, und einige Mauerreste vorhanden sind. Vom Pulverturm konnte die Gruppe eine herrliche Aussicht über Herrenberg und die umliegenden Ortschaften genießen. Hinunter in den Ort ging es durch den Jerg Ratgeb-Skulpturenpfad, an Stadtmauerresten vorbei. Am malerischen Marktplatz, der von Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert umgeben ist, startete dann noch eine historische Stadtführung, die den Teilnehmern eine eindrucksvolle Reise durch das Mittelalter ins Heute bot. Die Wanderung hat allen gezeigt, dass man auch bei schlechtem Wetter schöne Erlebnisse in der Natur haben kann. Zum Ausklang des Tages ging es noch zur gemütlichen Abschlusseinkehr in Holzbronn. (jg)

Erscheinung
Höfener Chronik
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Ausgabe 46/2025
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