Die Hermann-Hesse-Bahn (HHB) hat im Februar 2026 eindrucksvolle Fahrgastzahlen erzielt und damit die ursprünglichen Nachfrageprognosen deutlich übertroffen. Laut ersten Auswertungen wurden im vergangenen Monat insgesamt 25.377 Fahrgäste auf der Strecke zwischen Calw, Althengstett, Ostelsheim und Weil der Stadt gezählt – ein starkes Signal für die Attraktivität der reaktivierten Bahnlinie.
Besonders bemerkenswert ist dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass die Bahn derzeit noch nicht unter optimalen Bedingungen betrieben wird: Parallel zur Schiene verkehren weiterhin Buslinien und die Züge fahren noch im eingeschränkten Takt. Mit einem dichteren Taktangebot und einem vollständigen Ersatz des Busparallelverkehrs ist künftig ein noch deutlich höheres Fahrgastpotenzial zu erwarten.
Gesamtfahrgäste Februar 2026
25.377 Fahrgäste
Spitzentag (1. Februar 2026)
3.490 Fahrgäste
Ursprüngliche Tagesprognose
3.000 Fahrgäste
Durchschnittliche Besetzung pro Zug
27 Fahrgäste
Insbesondere der Eröffnungstag, der 1. Februar, stach heraus: Mit 3.490 Fahrgästen an einem einzigen Tag wurde die offizielle Nachfrageprognose von 3.000 Fahrgästen um rund 20 Prozent übertroffen. Zu Beginn des Monats sowie an sonnenreichen Wochenendtagen verzeichnete die
Hermann-Hesse-Bahn vereinzelt kleinere Überlastungen, bei denen die Nachfrage die Sitzplatzkapazität überstieg.
Helmut Riegger, Landrat des Landkreises Calw, kommentiert: „Diese hervorragenden Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Menschen im Landkreis Calw nehmen ihre neue Bahnlinie mit Begeisterung an. Schon jetzt, im eingeschränkten Betrieb mit Stundentakt und Parallelbus, übertrifft die Hermann-Hesse-Bahn unsere Erwartungen bei weitem. Das zeigt, dass wir mit der Reaktivierung genau das Richtige getan haben – und es bestärkt uns darin, das Angebot schrittweise weiter auszubauen. Es freut uns, dass zahlreiche Ausflügler aus der Region Stuttgart und Böblingen sowie von weiter her bereits jetzt die Hermann-Hesse-Bahn nutzen, um die Region zu erfahren. Damit ist die Hermann-Hesse-Bahn auch ein Wirtschaftsfaktor für Gastronomie und Freizeiteinrichtungen.“
Bemerkenswert ist, dass diese starke Nachfrage trotz der bestehenden Rahmenbedingungen erzielt wird: Anfangs fuhr die Hermann-Hesse-Bahn im Vorlaufbetrieb und bediente die Strecke nur von 5:30 bis 18:30 Uhr im Stundentakt. Hinzu kommt, dass auf der Achse parallel zur Bahn weiterhin die stündlichen Buslinien 670 verkehren, was die Nachfrage auf der Schiene naturgemäß begrenzt.
Frank von Meißner, Geschäftsführer des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn, ergänzt: „Wir sind von diesen Ergebnissen wirklich begeistert. Die Hermann-Hesse-Bahn hat sich schon in den ersten Wochen als Erfolgsmodell erwiesen. Natürlich wissen wir, dass wir noch Luft nach oben haben – sobald der Parallelbus entfällt und wir einen dichteren Takt anbieten können, werden wir die Fahrgastzahlen noch einmal erheblich steigern. Die Grundlage dafür ist gelegt.“
Der Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn arbeitet intensiv daran, das Angebot auf der Strecke sukzessive zu verbessern. So erfolgte zum 12. April eine Ausweitung der Betriebszeiten sowie eine Anpassung der Taktzeiten. Seither fahren die Züge von 5:30 Uhr morgens bis nach Mitternacht.
Diese deutliche Ausweitung der Betriebszeiten sorgt dafür, dass die Bahn eine noch attraktivere Alternative zum Auto wird. Besonders für die späte Heimkehr bietet der neue Plan maximale Sicherheit: Die letzte Abfahrt ab Weil der Stadt in Richtung Calw erfolgt um 00:06 Uhr, während die letzte Rückfahrt ab Calw um 00:34 Uhr startet.
Ab Juni ist eine Taktverdichtung zum 30-Min-Takt sowie die Verlängerung der Hermann-Hesse-Bahn bis nach Renningen geplant. Dort können dann die Fahrgäste zur S60 bequem Richtung Böblingen, aber auch mit verlängerter Umsteigezeit zur S6 Richtung Stuttgart umsteigen.
Frank von Meißner freut sich: „Mit nur einem einzigen Umstieg in Renningen können ab 14. Juni unsere Fahrgäste aus Richtung Calw zu den Arbeitsplätzen rund um Sindelfingen fahren – bequemer geht es nicht. Und das alles zum günstigen VVS-Tarif, der ja seit Januar in der Hermann-Hesse-Bahn gilt.“
Ab Ende Juli 2026 wird dann der Busverkehr komplett umgestaltet, da dann die Bahn dessen Funktion vollständig übernehmen kann. Dann entfällt der Parallelbusbusverkehr und stattdessen werden Buszubringer zu den Bahnstationen der Hermann-Hesse-Bahn als Rückgrat des ÖPNV in der Region eingerichtet.
Helmut Riegger, Landrat des Landkreises Calw, abschließend: „Die positiven Februardaten bestätigen eindrucksvoll, dass die Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn die richtige Entscheidung war und dass unsere Bevölkerung das neue Schienenangebot aktiv annimmt. Wir sehen uns in unserem Kurs bestärkt, die Strecke Richtung Weil der Stadt konsequent auf die Schiene gesetzt zu haben. Mit dem Angebotsausbau der Hermann-Hesse-Bahn und der neuen Buszubringer bieten wir einen modernen und leistungsfähigen Nahverkehr, der künftig noch einmal ein ganzes Stück attraktiver wird.“
Fahrpläne und Ausflugstipps sind online verfügbar unter:
www.Hermann-Hesse-Bahn.de unter der Rubrik Fahrplan & Mitfahren.


