Lange nicht gesehen, „Herr Winter“. Wie geht es Ihnen heute? Ach, ich bin glücklich! Wie Sie ja wissen, warte ich das ganze Jahr auf dieses eine berauschende Ereignis, den Sommertagsumzug in Gaiberg.
Und am Sonntag,den 22.März, ist es endlich soweit. Da bin ich wieder umgeben von fröhlichen Menschen, die Kleinen und die Großen... Wenn sie mit schönen Sommertagsliedern auf den Lippen und mit leuchtenden Bändern geschmückten Sommertagsstöcken in den Händen im langen Zug auf dem Kerweplatz eintreffen, dann geht mir das Herz auf. Wenn die Menschen dann vor mir stehen und mich mit Staunen betrachten, mein rundum weißes Kleid, den schicken Zylinderhut, die Karottennase mitten im Gesicht, meinen bunten Schal um den Hals und den Besen im Arm... Ach, diese Augenblicke könnten ewig dauern! Darauf warte ich ein ganzes Jahr in meinem Quartier! Auf das Lachen und das Leben! Und so bin ich bereit für meine letzte bedeutende Aufgabe... Wenn ein Mitglied der Feuerwehr mich entzündet und ich verbrannt bin bis zum letzten Strohhalm, dann kann ich Platz machen für den bunten Frühling... und weit klingt es über den Platz in den Himmel hinauf...
„Stri Stra Stro, der Sommertag is do! Der Summer un der Winter, des sin Geschwisterkinder“. Also, wir sehen uns am Sonntag! Und danach hab ich Zeit meine „Winterkameraden“ zu begrüßen.
Die „Eisheiligen“, auch „gestrenge Herren“ oder „Eismänner“ genannt. Die Wetterheiligen... Bischöfe und Märtyrer im 4. und 5. Jahrhundert.
„Mamertus“ am 11.Mai , „Pankratius“ am 12.ten ; „Servatius“ am 13.ten; „Bonifatius“ am 14.ten und „Sophia“ - die „kalte Sophie“ am 15.Mai. Sie bringen noch einmal die kalte Polarluft zu uns und für mich, den Winter, die Erinnerung an meine Bestimmung. Danach wird sie kommen, die warme Zeit, genau wie es im alten Sprichwort heißt :
„Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz“ (Quelle: Wikipedia).
Ich grüße Euch auf's Herzlichste! Euer „Herr Winter“
Ach, da fällt mich noch was ein... Wenn ihr Zeit habt, dann kommt doch am Samstag, den 21.März um 14.00Uhr auf dem Kerweplatz vorbei. Da werde ich nämlich von fröhlichen Menschen in mein weißes Kleid gehüllt und prächtig geschmückt. Ganz besonders spannend ist dabei mein „Innenleben“, ohne das ich niemals so beeindruckend brennen würde...
Ebenfalls mit Vorfreude im Herzen grüßt Sie und Ihre Familien
Gudrun Hufnagel 1.Vorsitzende HKV Gaiberg


