Spieltag am 10.05.2026
Zu viele Geschenke verteilt
In den Aufeinandertreffen der vergangenen paar Jahre mit dem aktuell auf dem Abstiegs-Relegationsplatz befindlichen MK Makedonija Stuttgart hatte sich bei der Ersten des SV Sillenbuch so etwas wie ein Trauma entwickelt. In den letzten Partien wirkten die Grünen irgendwie gehemmt. Obwohl die heutige Spielgestaltung zum Großteil vom SVS bestimmt wurde und die Gäste nicht wie sonst ihre übermäßig robuste Spielweise an den Tag legten, gelang es nicht, endlich einmal die Punkte einzuheimsen.
Ganz zu Anfang befand sich Makedonija auf dem Vormarsch, aber schon bald strebte die SVS-Elf mutig auf die Gegenseite. Bereits in Minute 4 hätte Ama Hahn durch die Verwertung einer Flanke von Sören Berbig ein erstes Zeichen setzen können, jedoch verfehlte sein Kopfball den linken Pfosten hauchdünn. Sillenbuch blieb dauerhaft am Drücker, und auch Jacob Harder bekam von Berbig eine Hundertprozentige serviert, die der gegnerische Schlussmann mit Mühe gerade noch mit Pfostenberührung ins Toraus lenkte. Im darauf folgenden Gegenzug breitete Sillenbuch im eigenen Strafraum den Gabentisch aus. Anstatt den Ball zu treffen, brachte Fabi Geißel seinen Kontrahenten zwar unbeabsichtigt, dennoch ungeschickt ins Stolpern. Der resultierende Elfer bescherte den Makedoniern, die bis dahin erst eine einsame aussichtsreiche Möglichkeit vorzuweisen hatten, die enttäuschende 0:1-Führung (14.). Deren einzige zusätzliche Chance in dieser ersten Halbzeit entstand neun Minuten später, als der Stürmer durch eine total löchrige Abwehr spazierte, aber glücklicherweise aus freistehender Position daneben schoss. Während die Gäste kaum mehr bis zum Sechzehner vordrangen, erarbeitete sich Sillenbuch eine Gelegenheit nach der anderen. Unzählige Versuche von Samuel Duppel, Sören Berbig, Jacob Harder und Manu Weiskopf misslangen, bis Ama Hahn gerade noch rechtzeitig vor dem Seitenwechsel fix auf Jacob Harder servierte, der den längst fälligen 1:1-Ausgleich (45. + 1) kurz und knackig im langen Eck versenkte.
Auch nach dem Wiederanpfiff blieben die Sillenbucher offensiv. Eine Viertelstunde lang hatten die Makedonier den Eindruck erweckt, resigniert zu haben, da flammte ein kurzes Lebenszeichen auf, als deren überraschender Konter vom linken Pfosten ins Toraus zischte. Genauso unermüdlich wie erfolglos nahm der SVS weiterhin Kurs auf die gegnerische Box. Bis die Kugel nach einem sehenswerten Angriff von Calvin Groh über Jacob Harder auf Ama Hahn in der 67. Minute im Kasten lag. Wo der Schiri hierbei ein Abseits gesehen haben mag, bleibt unergründlich. Obgleich er die Partie grundsätzlich bestens leitete, hatte schon zuvor der eine oder andere fälschliche Abseitspfiff Empörung hervorgerufen. Was allerdings nichts daran änderte, dass der SVS seine zum Teil hochkarätigen Chancen nach wie vor nicht verwertete. Dann eröffnete hinten ein Abwehrfehler den Gästen eine riesige Möglichkeit, bei der sich SVS-Keeper Vale Schulik gleich zweimal hintereinander heldenhaft als Fels in der Brandung erwies. Im Laufe der verbleibenden zwanzig Minuten gingen insgesamt drei krampfgeplagte Makedonier zu Boden, schließlich befanden sie sich nur noch zu zehnt auf dem Feld. Trotzdem rächte sich der Sillenbucher Chancenwucher in der 87. Minute bitter, denn es folgte das nächste Geschenk. Ausgerechnet ein eigener Einwurf diente als Vorlage für den völlig unverdienten, schwer verdaulichen 1:2-Siegtreffer. Noch hätten die Hausherren erneut ausgleichen können, doch sämtliche bis zum Schluss unternommenen Versuche trafen auch jetzt nicht mehr ins Schwarze.
SHF
Für den SVS spielten:
Valentin Schulik – Paul Knorr, Fabian Geißel, Niklas Gerber, Nikolaus Meyding – Ole Sohn / 75. Marko Curic, Amadeus Hahn, Samuel Duppel / 63. Calvin Groh, Emanuel Weiskopf / 56. Moritz Munske, Jacob Harder (1) – Sören Berbig / 63. Simon Rebholz


