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Gemeinschaft und Inklusion

HG-Unified-Hyänen - Anlaufstelle für inklusiven Sport

Bewegung trägt maßgeblich zur Gesundheit bei: Im Training der HG-Unified-Hyänen wird Inklusion und Sport großgeschrieben.
Aufwärmen
Aufwärmtraining der HG Unified Hyänen.Foto: gk

Gleichzeitig, so betont Petra Frank, Leiterin des Projekts HG-Unified-Hyänen, gibt es für Heranwachsende und Erwachsene mit Handicap weiterhin zu wenige Angebote, die zur regelmäßigen körperlichen Aktivität einladen.

Das im Oktober 2022 gestartete Projekt versucht, diese Lücke zu schließen: Es bietet ein niedrigschwelliges, kostenloses inklusives Sportangebot, das Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringt und gleichermaßen Bewegungsfreude, Gemeinschaft und gesundheitliche Förderung in den Mittelpunkt stellt. Derzeit sind über 20 Athletinnen und Athleten im Alter von etwa 15 bis 55 Jahren an dem Angebot beteiligt.

Faktor Ehrenamt

Wie bei vielen Initiativen beruht der Erfolg dieses Projekts maßgeblich auf dem Einsatz von Ehrenamtlichen; ohne ihr Engagement wäre das Vorhaben nicht realisierbar. Die Teilnehmenden werden von einem Team aus aktuell neun freiwilligen Trainerinnen und Trainern betreut, die nicht nur die Trainings anleiten, sondern auch organisatorische Aufgaben übernehmen, Abläufe koordinieren und als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Unter den Helfenden finden sich zahlreiche Handballerinnen und Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen, die ihre sportliche Erfahrung, ihr Fachwissen und ihr Netzwerk einbringen, um das Projekt sowohl auf organisatorischer Ebene als auch im sportlichen Bereich zu unterstützen.

Ziel des Angebots ist es, nachhaltige und regelmäßig nutzbare Bewegungsangebote zu schaffen, niedrigschwellige Zugänge zu ermöglichen, Integration zu fördern sowie die körperliche und psychische Gesundheit der Teilnehmenden langfristig zu stärken.

Anlaufstelle für inklusiven Sport

Mitglieder der „HG-Unified-Hyänen“ trainieren in regelmäßigen Abständen – alle zwei Wochen samstags – in der Kreissporthalle Schwetzingen. Dort werden gemeinsame Trainingsstunden und spielerische Angebote durchgeführt, die auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten sind. Die Einheiten verbinden locker-freizeitliche Elemente mit wettkampforientierten Übungen, sodass sowohl Spieltrieb und Spaß als auch Leistungsentwicklung und Teamgeist gefördert werden.

Durch dieses beständige Angebot hat sich das Projekt zu einer verlässlichen Anlaufstelle für inklusiven Sport in der Region entwickelt, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt und soziale sowie motorische Kompetenzen stärkt.

Fastnacht

Am 7. Februar trafen sich um 10 Uhr etwa 15 „Hyänen“ in der Kreissporthalle; fast alle waren in bunte, kreative Fastnachtskostüme gehüllt, was dem Training eine besonders fröhliche, ausgelassene Stimmung verlieh. Die Teilnehmenden stammen zum einen aus dem näheren Umfeld, zum anderen kommen sie durch die Vernetzung mit Partnern wie der Lebenshilfe Mannheim/Schwetzingen/Hockenheim, dem DUHA-Verein und der Johannes-Diakonie Brühl/Mosbach in die Gruppe. Solche Kooperationen erleichtern die Teilnahme, verbessern die Zugänglichkeit und bereichern das Angebot durch Austausch und Unterstützung. Insgesamt bietet das Projekt nicht nur sportliche Betätigung, sondern auch einen wichtigen sozialen Treffpunkt, an dem Gemeinschaft, Inklusion und gegenseitige Wertschätzung gelebt werden.

Ziele und Leitbild

“Als wir starteten, konnten viele gar nicht mit dem Ball umgehen. Das erste Ziel war es also, den Umgang mit dem Ball, z.B. beim Prellen, zu erlernen. Es sind inzwischen Fortschritte erkennbar, aber es reicht noch nicht für ein Handballspiel,” resümiert Petra Frank. Freundschaftsspiele gegen andere inklusive Teams kommen nach Petra Frank noch zu früh, sind aber durchaus ein Ziel in der Zukunft. “Wir wollen wachsen: es gibt im Moment keine Obergrenze für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und für die individuelle Betreuung können wir noch zusätzliche Coaches gebrauchen,” ergänzt sie. Das Leitbild der Handballmannschaft “HG-Hyänen” heißt CHANCE und bedeutet: C hampion, jeder der mitmacht ist Champion, H andball, der Teamsport, A ktiv, Bewegung im Sport, N achhaltig, lange Zeit bei der HG trainieren, C oaches, die ehrenamtlichen Trainer und E nergie, jeder spielt so gut er kann.

Petra Frank und ihr Team haben noch ein sehr ehrgeiziges Ziel: sie wollen mit den HG-Unified-Hyänen an den Special Olympics teilnehmen. Gleichwohl ist der sehr rührigen Projektleiterin klar, dass hierfür im Moment die Voraussetzungen fehlen. Aber eine klare Vision sollte man nie aus den Augen verlieren. Die klare Zielvorstellung dient ihr und dem Team als Leitstern und Motivationsquelle, auch wenn der Weg dorthin noch Zeit und viele Anstrengungen erfordert. (gk)

Erscheinung
Schwetzinger Woche
Ausgabe 07/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
09.02.2026
Orte
Schwetzingen
Kategorien
Sport