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Hilfe für die Menschen auf Kuba

Sonne, Palmen, Strand, Karibik, alte Autos und Che Guevara – das sind die ersten Gedanken vieler Menschen, wenn sie Kuba hören. Wie es der kubanischen...
Rentnerin mit Essenspaket.
Foto: Rodríguez Acosta

Sonne, Palmen, Strand, Karibik, alte Autos und Che Guevara – das sind die ersten Gedanken vieler Menschen, wenn sie Kuba hören. Wie es der kubanischen Bevölkerung derzeit tatsächlich geht, wissen jedoch die wenigsten.

Einen direkten Einblick hat die Familie Rodríguez Acosta aus Nußloch/Maisbach. Darién Rodríguez Acosta, gebürtiger Kubaner, reiste gemeinsam mit seiner Frau Heike und ihrem Sohn zum Jahreswechsel – wie fast jedes Jahr – zur Familie nach Kuba. Dieses Mal verbanden sie die Reise mit einem Hilfsauftrag von Arul Trust, um die ärmsten Menschen vor Ort zu unterstützen.

Kuba ist seit der Revolution 1959 ein kommunistisch geführter Staat, der lange durch Partnerschaften mit ähnlich ausgerichteten Ländern bestehen konnte. Hoch qualifizierte Arbeitskräfte wurden ins Ausland entsandt, im Gegenzug erhielt Kuba Treibstoff und Devisen. Mit dem Zerfall der Sowjetunion, der Wiedervereinigung Deutschlands und der aktuellen Krise in Venezuela sind diese Bündnisse jedoch weitgehend weggebrochen.

In den vergangenen Jahren war der Tourismus der wichtigste Devisenbringer. Seit der Pandemie ist auch dieser stark zurückgegangen; seit Mitte 2025 gibt es zudem keine Direktflüge mehr aus Deutschland. Die wirtschaftliche Lage hat sich dramatisch verschärft. Während 2020 ein Euro etwa 30 Pesos entsprach, sind es heute rund 500 Pesos.

Die Löhne stehen dazu in keinem Verhältnis: Ein Arzt verdient monatlich 5.000 bis 10.000 Pesos, Rentner erhalten oft nur 1.700 bis 3.000 Pesos, meist über Prepaid-Karten, von denen Bargeld kaum abhebbar ist. Gleichzeitig explodieren die Preise: 30 Eier kosten rund 3.000 Pesos, ein Pfund Schweinefleisch etwa 1.000 Pesos. Mit staatlichem Einkommen ist die Grundversorgung nicht mehr möglich; die Lebensmittelrationen beschränken sich auf ein kleines Brötchen pro Person und Tag.

Hunger ist allgegenwärtig, Müll wird mangels Treibstoff seit Monaten kaum abgeholt. Die medizinische Versorgung ist ebenfalls kritisch, selbst lebenswichtige Medikamente fehlen.

Dank einer Spende von Arul Trust konnten 30 Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für Rentner und sozial schwache Familien gepackt werden. Zudem wurde in einem staatlichen Kinderheim für 14 Kinder ein warmes Mittagessen organisiert. Wegen der häufigen Stromausfälle erhielten Kinder und Personal aufladbare Stirnlampen.

Wie es in Kuba weitergeht, ist ungewiss. Weitere Sanktionen, fehlende Öllieferungen verschärfen die Situation zunehmend.

Familie mit Essenspaket.
Foto: Rodríguez Acosta
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Ausgabe 06/2026
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