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Hilfe für die Menschen auf Kuba

Sonne, Palmen, Strand, Karibik, alte Autos, Che Guevara, das sind die ersten Gedanken der meisten Menschen, wenn Sie Kuba hören. Wie es in Wirklichkeit...
Rentnerin mit Essenspaket
Foto: Rodríguez Acosta

Sonne, Palmen, Strand, Karibik, alte Autos, Che Guevara, das sind die ersten Gedanken der meisten Menschen, wenn Sie Kuba hören. Wie es in Wirklichkeit aktuell der Hauptbevölkerung in Kuba geht, wissen die wenigsten.

Insiderwissen hat die Familie Rodríguez Acosta aus Nußloch/Maisbach. Darién Rodríguez Acosta gebürtiger Kubaner, seine Frau Heike und deren Sohn sind zum Jahreswechsel wie fast jedes Jahr zur Familie nach Kuba gereist. Diesmal auch mit dem Auftrag von Arul Trust dort den Ärmsten ein wenig unter die Arme zu greifen.

Kuba ist seit der Revolution im Jahr 1959 durch Fidel Castro ein kommunistisch geführtes Land, welches viele Jahre durch die Bündnisse zu anderen Staaten mit ähnlichen Staatsformen existieren konnte. Durch diese Partnerschaften hat Kuba immer hoch qualifizierte Arbeitskräfte in andere Länder geschickt und dafür im Tausch Treibstoff und Devisen erhalten. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren, der Wiedervereinigung Deutschlands und den neuesten Ereignissen um Venezuela sind die stärksten Verbündeten nach und nach weggebrochen.

Einziger Devisenbringer war die letzten Jahre der Tourismus, Export gibt es nur sehr wenig.

Seit der Pandemie ging der Tourismus schrittweise zurück, seit Mitte 2025 gibt es nicht einmal mehr Direktflüge aus Deutschland.

Bis 2020 war Kuba zwar bereits arm, inzwischen sieht man die Traurigkeit, die Unzufriedenheit, gar die Hoffnungslosigkeit bereits in den Augen der Menschen. Große Teile der jüngeren Bevölkerung haben das Land inzwischen verlassen, um in den USA und Europa ein besseres Leben führen zu können.

Die Stromversorgung wird hauptsächlich durch Verbrennung von Öl gewährleistet und die zugehörigen Kraftwerke sind extrem veraltet. Täglich kommt es zu Stromausfällen, d. h. im Schnitt hat man in 24 Stunden noch 0 bis maximal 10 Stunden Strom.

Die Inflation ist unglaublich hoch, während inzwischen 1 € 500 Pesos entsprechen, war in 2020 vergleichsweise 1 € noch bei 30 Pesos

Der Lohn eines Arztes beträgt 5000-10000 Pesos monatlich (heute noch 10-20 €)

Ein Rentner bekommt ca. 1700-3000 Pesos und diese nur noch auf eine Art Prepaid Bankkarte gutgeschrieben, Bargeld von dieser Karte zu bekommen ist aber nahezu unmöglich.

30 Eier kosten inzwischen zwischen 3000 Pesos, 1 Pfund Schweinefleisch kostet etwa 1000 Pesos.

Mit einem staatlichen Lohn oder einer Rente ist die Grundversorgung für einen Monat derzeit nicht mehr darstellbar. Die staatlich unterstützte Lebensmittelverteilung beschränkt sich inzwischen auf ein kleines Brötchen pro Person pro Tag.

Hunger ist allgegenwärtig und inzwischen deutlich sichtbar. Hinzu kommt, dass Müll aufgrund der fehlenden Treibstoffe nun seit vielen Monaten nicht mehr abgeholt wird und inzwischen überall Müllberge in den Straßen liegen.

Die medizinische Versorgung und die Verfügbarkeit von Medikamenten sind katastrophal. Derzeit ist nicht einmal mehr Vitamin K, für Neugeborene obligatorisch zur Blutgerinnung, verfügbar. Medikamente sind, wenn überhaupt, nur teuer, über den Schwarzmarkt verfügbar.

Mithilfe der Spende von Arul Trust hat das Ehepaar Rodríguez Acosta vor Ort Lebensmittel und Hygieneartikel gekauft und damit 30 Taschen gerichtet.

Jede Tasche beinhaltet 1 kg Reis, 1 kg Bohnen, 500 g Nudeln, eine Dose Tomatenmark, 1 Liter Öl, Waschmittel, Seife, Vitamintabletten. Damit wurden vor allem Rentner und sozial schwache Familien mit Kindern versorgt.

Als weitere Hilfsmaßnahme konnte in einem Kinderheim ein Mittagessen mit Schweinefleisch, Reis, Salat und Kuchen bereitgestellt werden. Das staatlich geführte Kinderheim für 14 Kinder zwischen 6 und 18 Jahren hat nur geringste Mittel zur Verfügung und leidet ebenfalls unter den alltäglichen Stromausfällen. Daher wurde jedem Kind und dem Personal noch eine aufladbare Stirnlampe geschenkt.

Wie es in Kuba weitergehen wird, ist derzeit schwer absehbar. Die USA hat weitere Sanktionen angedroht, Öllieferungen sind eine Seltenheit geworden. Seit Mitte Januar fällt der Strom nun auch schon bis zu 48 Stunden aus.

Familie mit Essenspaket
Foto: Rodríguez Acosta
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Ausgabe 06/2026
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