Am 19. April lud der Heimatverein Ubstadt-Weiher e.V. erneut zu einem historischen Ortsrundgang durch Stettfeld ein. Mehr als 25 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der fachkundigen Führung von Konrad Kröll, der mit viel Engagement und Detailwissen durch das einstige Römerdorf leitete.
Nach der Begrüßung an der Grundschule begann der Rundgang durch die Löwengasse. Dort erinnerte Kröll unter anderem an die erste Raiffeisenkasse des Ortes. Weiter ging es zur Schönbornstraße, wo die sogenannten Schwedenkreuze thematisiert wurden. Auch die tiefgreifenden Veränderungen des Ortsbildes in den 1960er Jahren kamen zur Sprache – eine Zeit, in der zahlreiche historische Gebäude verschwanden, darunter die traditionsreichen Gasthäuser „Löwen“, „Ritter“ und „Krone“.
Am Marcellusplatz angekommen, erhielten die Besucher spannende Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Schul- und Rathauses. Besonders eindrücklich waren die Schilderungen zur schwierigen Situation des Schulwesens bis ins 19. Jahrhundert sowie zur zeitweise florierenden Seidenraupenzucht während der Kriegsjahre.
Ein weiterer Höhepunkt war der Blick in die St. Marcelluskirche, die mit ihrer reichen Geschichte allein Stoff für mehrere Stunden geboten hätte. In unmittelbarer Nähe vermutet man zudem das Zentrum der einstigen römischen Siedlung. Unweit davon befindet sich auch das Römermuseum Stettfeld, das einen Besuch unbedingt lohnt.
Für einen besonders anschaulichen Moment sorgte eine kleine Mitmachaktion: Einer der Teilnehmer durfte in ein historisches römisches Gewand schlüpfen – ein Erlebnis, das bei allen für große Begeisterung sorgte.
Am Ausgangspunkt endete die ebenso informative wie unterhaltsame Führung. Mit viel Lokalkolorit und lebendigen Geschichten aus vergangenen Zeiten traf Konrad Kröll genau den Nerv der Zuhörer und machte den Rundgang zu einem rundum gelungenen Erlebnis.