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Unter unseren Füßen: Verlorene Orte von Burgstetten Unter unseren Sohlen lebten über Jahrtausende viele Menschen und hinterließen ihre Spuren. Nun...
Vortrag Sven PfeifferFoto: Jochen Elzmann

Unter unseren Füßen: Verlorene Orte von Burgstetten

Unter unseren Sohlen lebten über Jahrtausende viele Menschen und hinterließen ihre Spuren. Nun sind sie zerfallen, zerstört, überbaut oder Naturkatastrophen zum Opfer gefallen. Sven Pfeifer hat in seinem Vortrag über verlorene Orte von Burgstetten am 29. Mai aufgezeigt, wie wir die Spuren entdecken können. Sein Vortrag stieß auf ein großes, sogar übergroßes Interesse, sodass in der Pfarr- und Zehntscheuer die Sitzgelegenheiten ausgingen.

Sven Pfeiffer ist als Junge durch Felder und Äcker gestreift und hat dabei Dinge gefunden, die von Menschen irgendwann hergestellt und bearbeitet worden sind. Er wollte wissen, wozu sie verwendet wurden und wann sie hergestellt worden sind. Jedoch vielmehr beschäftigte ihn die Frage nach den Zeichen, um die Orte zu erkennen, wo diese Dinge zu finden sind. Was er zusammengetragen hat, kann man unter vicusmurrensis.de nachlesen.

Wo und wie findet man diese verlorenen Stätten heute? Einmal über Flurnamen (Mauer, Mäurich, Heiden-, Stein, Burg, …). Dann über Lidarkarten und über Funde auf einem offenen Acker. Lidarkarten sind digitale Geländemodelle, die Laser-Scans zur zentimetergenauen Vermessung der Erdoberfläche nutzen. Dadurch werden selbst verborgene Strukturen wie Hohlwege, Bodendenkmäler oder Ruinen unter Bewuchs sichtbar.

Pfeiffer führte in die Zeiträume ein, in denen wir etwas finden können. Er begann mit dem Neolithikum (Steinzeit) in Württemberg (5500 - 2200 vor Christus). Es waren meist kleine Dorfstrukturen mit Langhäusern aus Holz und Lehm, die bevorzugt an Flussläufen (Neckar, Murr, Rems) und auf fruchtbaren Lössböden zu finden waren. Dort sind es vor allem Gräberfelder, oft mit Beigaben aus Stein, Knochen und Keramik, die zum Teil noch erhalten sind. Archäologische Nachweise stammen häufig aus Bodenverfärbungen, Keramikfragmenten und Werkzeugfunden.

Ein Fundort aus dieser Zeit und in unserer Nähe sind die Streitäcker beim Kirschenhardthof.

Danach siedelten bei uns die Kelten. Die keltische Kultur prägte Baden‑Württemberg über rund 800 Jahre, von der Hallstattzeit (ca. 800–450 v. Chr.) bis zur Latènezeit (ca. 450–15 v. Chr.). In unserer Region ist der Hohenasperg als keltischer Fürstensitz bekannt. Keltische Hügelgräber sind mit Sicht dorthin ausgerichtet. Im Brandwald ist ein Grabhügelfeld seit dem 19. Jahrhundert bekannt, das aus bis zu 14 Hügeln bestanden haben soll und von denen sich sechs noch im modernen digitalen Geländemodell abzeichnen. Einige dieser Hügel kann man mit bloßem Auge erkennen.

(wird fortgesetzt)

Ein voller Saal.Foto: Jochen Elzmann
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