
Am 20. Juli 1969 setzten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Fuß auf den Mond. Dieses bedeutende Ereignis wurde damals von dem Lied „Fly me to the moon“ des Komponisten Bart Howard begleitet, das symbolisch für das Erreichen des Ziels der Mondlandung steht. Bewusst haben die Organisatoren der Feier zur Übergabe der Diplomurkunden des Rechtspflege-Jahrgangs 2025 am 13. November in der Stadthalle Hockenheim dieses Lied als Eröffnung gewählt.
Daniel Saltzmann sorgte während der Feier auch für die musikalische Begleitung am Piano oder Akkordeon. Die geehrten neuen Rechtspflegehelferinnen und -helfer haben nach ihrem Beginn vor drei Jahren ihr Ziel erreicht; „sie haben ihren Weg gefunden“, wie der Rektor der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen, Frank Haarer, in seiner Ansprache bemerkte. Das „Who is Who“ der Justiz aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland kam nach Hockenheim, um die erfolgreichen Absolventen des Jahrgangs 2025 und damit die neuen Mitarbeiter in der Justiz zu würdigen.
Der Studiengang "Rechtspfleger", der nicht nur in Schwetzingen, sondern auch in Ulm angeboten wird, dauert insgesamt mindestens 6 Semester. Er richtet sich an angehende Rechtspfleger aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Man kann sich bewerben, wenn man die Hochschulzugangsberechtigung hat, also meistens Abitur oder Fachhochschulreife, oder eine andere Zusatzqualifikation. Der Studiengang ist als duales Studium konzipiert: Die Studierenden sind zunächst ein Jahr lang an der Hochschule für Präsenzveranstaltungen, das Studium I, und danach folgt ein praktisches Jahr in Gerichten und Staatsanwaltschaften. Dann gibt's nochmal ein Jahr Präsenzunterricht an der Hochschule, das Studium II.
Der Rechtspfleger ist ein wichtiger Teil des Justizsystems und hat eine ähnliche Rolle wie ein Richter, weil er unabhängig entscheiden kann und nur das Gesetz befolgt. Seine Aufgaben erledigt er ohne Anweisungen von Chefs und orientiert sich nur an den geltenden Gesetzen und Verfahrensordnungen. Dazu gehören Entscheidungen im Grundbuch, die Durchführung von Zwangsversteigerungen, das Bearbeiten von Insolvenzverfahren und Entscheidungen im Handelsregister. Außerdem öffnet er Testamente und führt Strafsachen durch. Nach einer dreijährigen Probezeit kann man die Chance bekommen, in ein unbefristetes Beamtenverhältnis übernommen zu werden.
Im Wintersemester 2025/2026 waren an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen (HfR) insgesamt 624 Studierende für die Studiengänge Diplom-Rechtspfleger/in (FH) und Gerichtsvollzieher/in (LL.B.) eingeschrieben. Der Frauenanteil der Studierenden betrug 82,9 %., 0,3 % stammten aus dem Ausland. Das Studium beginnt im September und ist auf eine Dauer von drei Jahren angelegt, sodass es nach drei Jahren im Oktober mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen werden kann. Im Rahmen des Prüfungsjahrgangs 2025 erhielten am 13. November in der Stadthalle Hockenheim insgesamt 143 frisch graduierte Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger ihre Diplomurkunde. Diese feierliche Zeremonie stellt einen bedeutenden Meilenstein in der akademischen Laufbahn der Absolventinnen und Absolventen dar und symbolisiert den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums, das sowohl umfangreiche theoretische als auch praktische Kenntnisse vermittelt hat. Nach der herzlichen Begrüßung der neuen Absolventinnen und Absolventen sowie der zahlreichen Ehrengäste durch den Rektor der Hochschule für Rechtspflege (HfR) folgte die Festrede von Thomas Henrichs, dem Präsident des Oberlandesgerichts Koblenz. Er ging auf drei Punkte ein: die Bedeutung und Wahrnehmung des Berufs Rechtspflegers, den Schwierigkeitsgrad der Ausbildung und den künftigen Einfluss von KI auf das Berufsbild. Thomas Henrichs würdigte den Beruf mit herausragender Bedeutung für den Rechtsstaat, auch aufgrund seines vielfältigen und anspruchsvollen Lernstoffs. In der Entwicklung der KI sieht Henrichs einen „digitalen Tsunami“. In der technologischen Entwicklung sieht er aber auch Chancen, wie bei der Vorbereitung von Entscheidungen.
Nach einer Grußbotschaft des Oberbürgermeisters Matthias Steffan, der die angehenden Vermittler zwischen Gesetz und Mensch jetzt schon vermisst, der stolz auf die Heimat der Hochschule in Schwetzingen ist und aktiv das Wohnbauprojekt für die Studierenden vorantreibt, sprachen Greta Maria Pauls und Lena Dreher für die Absolventen. Beide gehörten neben Annike Greta Schildhauer zu den Jahrgangsbesten. Nach der Rede von Sintje Leßner, der Präsidentin des Landesprüfungsamts Baden-Württemberg, die interessante statistische Informationen zu den Ergebnissen der diesjährigen Prüfungen präsentierte, war der große Moment endlich gekommen: die strahlenden Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Diplomurkunden. Die Diplomandinnen und Diplomanden verteilten sich nach den Oberlandesgerichten (OL) wie folgt: OLG Karlsruhe 43 Diplome, OLG Stuttgart 53 Diplome ( 15 Schwetzingen, 38 Außenkurs Ulm), OLG Koblenz 31 Diplome, OLG Zweibrücken 8 Diplome und OLG Saarbrücken 12 Diplome.
Rektor Frank Haarer hatte in seiner Begrüßung auf das motivierende „Du schaffst das“ der Eltern hingewiesen, aus dem „Du hast es geschafft“ wurde. Mit Daft Punks Hit „Get lucky“ forderte er die neuen Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger auf, den Erfolg zu feiern und stolz zu sein. Der heutige Tag sei ein Start in einen neuen, spannenden Beruf mit dem tollsten Chef der Welt: dem Gesetz. (gk)



