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Dies und das

Hohe Auszeichnung für einen großen Sohn der Gemeinde

Bürgermeister Uwe Grempels begrüßte die Gäste im Bürgersaal des Bürgerhauses zu einem besonderen Anlass, zur Ehrung von Friedbert Blaschke, dem ob...

Bürgermeister Uwe Grempels begrüßte die Gäste im Bürgersaal des Bürgerhauses zu einem besonderen Anlass, zur Ehrung von Friedbert Blaschke, dem ob seines jahrzehntelangen Engagements für seine Heimatgemeinde die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg überreicht wurde. Diese zählt, so der Bürgermeister, der die Bedeutung der Auszeichnung mit dem Tragen seiner Amtskette unterstrich, zu den höchsten persönlichen Auszeichnungen, die das Land zu vergeben hat. „Sie wird an Menschen verliehen, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl und ihre Heimat verdient gemacht haben“, hielt Grempels fest und fügte hinzu, dass dies auf Friedbert Blaschke in besonderer Weise zutreffe.

Kurz umriss der Bürgermeister das Wirken von Blaschke, der zu den Gründungsmitgliedern der Freien-Wähler-Ortsvereinigung Altlußheim zählt und im Oktober 1989 erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde. Seitdem gehört er diesem ohne Unterbrechung an, wurde zwischenzeitlich schon acht mal ins Amt gewählt – ein Vertrauen der Bürger über einen solch langen Zeitraum sein alles andere als selbstverständlich, urteilte der Rathauschef. In dieser Zeit habe Blaschke so gut wie jedem Ausschuss des Gemeinderates angehört, als Bausachverständiger habe er sich einen besonderen Ruf erarbeitet. Mit seiner Ortskenntnis, seiner Erfahrung und seinem fachlichen Blick habe er überzeugt, lobte Grempels seinen Stellvertreter, denn auch in diesem Amt übernimmt Blaschke seit Jahren Verantwortung.

Nie standen persönliche Eitelkeiten bei Blaschke im Vordergrund, so der Laudator, stets sei das Handeln von Blaschke von dessen tiefer Verbundenheit zu seiner Heimat Altlußheim geprägt worden. „Heimat ist für Sie nicht nur ein Begriff, sondern eine Haltung“, hielt Grempels fest. 37 Jahre im Rat seien ein Stück Zeitgeschichte, Blaschke habe nicht nur erlebt, wie sich der Ort verändert, sondern auch die Gesellschaft. Er habe wirtschaftliche Höhen und Tiefen, gute und schlechte Zeiten am Ratstisch erlebt und auch unangenehme Entscheidungen treffen müssen. Dies alles verbunden mit unzähligen Begegnungen mit Menschen, mit ihren Sorgen, Wünschen und manchmal auch Kritik. Ein großer Schatz an Menschenkenntnis sei ihm dabei zugewachsen, bescheinigte der Bürgermeister Blaschke ein besonderes Gespür für seine Gemeinde, ihre Geschichte und die Menschen, die in ihr wohnen, entwickelt zu haben. Denn eine Kommune bestehe nicht nur aus Zahlen und Plänen, sondern vor allem aus Menschen und dem gemeinsamen Gefühl von Heimat.

Staatssekretär Dr. Andre Baumann, der die Auszeichnung im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte, tat dies auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin. Die entsprechende Urkunde zu unterzeichnen sei eine der letzten Amtshandlungen von Kretschmann gewesen, der mittlerweile nicht mehr im Amt ist, und der den Kurpfälzer Baumann persönlich gebeten habe, sie zu übermitteln. Beantragt wurde die Auszeichnung von einem anderen Kurpfälzer, dem Neulußheimer Landtagsabgeordneten Andreas Sturm, so dass die Ehrung des 1949 in Altlußheim geborenen Blaschke ein regionales Heimspiel wurde. In vielen Jahrzehnten, so Baumann, habe Blaschke die Heimat geprägt, deren Werte bewahrt, er zähle zu den herausragenden Menschen in der Metropolregion, überzeuge durch besondere Leistungen in Ehrenamt und Beruf.

1972 habe der Schreinermeister Blaschke seine Schreinerei gegründet, die er 39 Jahre erfolgreich führte. Mit Innovationskraft, modernen Techniken und Methoden habe er die Branche revolutioniert, blickte Baumann auch auf das jahrzehntelange Wirken von Blaschke in der Schreinerinnung. Mit viel Gespür habe er junge Menschen ans Handwerk, an den Meistertitel herangeführt, lobte der Staatssekretär, für den das Land Baden-Württemberg ohne Handwerk nicht vorstellbar ist – „es lebt von den Innungen vor Ort“. Daneben habe sich Blaschke seit 1989 in der Kommunalpolitik engagiert, wobei seine Loyalität stets Altlußheim, der Heimat gehört habe. Wissen worauf es ankommt, sein Handwerk zu verstehen, sei in der Kommunalpolitik unverzichtbar, Blaschke könne dies und habe es eingebracht und damit die Lebensqualität der Menschen in Altlußheim nachhaltig geprägt. Was für Baumann ein nicht zu unterschätzender Wert ist, denn in den Gemeinden würden die Menschen erstmals mit Verwaltungen und Politik in Berührung kommen - für die Demokratie ein wichtiger Schritt.

„Seine Lebenszeit für einen Gotteslohn“ dem Ehrenamt zu opfern, sei eines der höchsten Güter, lobte Baumann das Engagement von Blaschke, der auch als Bürgermeisterstellvertreter Verantwortung übernimmt, im Jahr 2018 in der Zeit des Bürgermeisterwechsels für einen reibungslosen Übergang gesorgt habe. „Sie haben Altlußheim auf Kurs gehalten“, lobte Baumann das Wissen, Engagement und Handwerk von Blaschke. Fähigkeiten, die Blaschke auch an anderer Stelle einbringt. So als Schöffe oder ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht. Dies stets mit einer hohen und nicht selbstverständlichen Einsatzbereitschaft.

Für sein langjähriges Engagement am Ratstisch wurde Blaschke nicht nur mehrfach ausgezeichnet, sondern stets mit hohen Stimmzahlen im Amt bestätigt. „Die Menschen schätzen ihre Arbeit und schenken ihnen ihr Vertrauen“, sprach Baumann von der höchsten Auszeichnung im Wahlamt. Gerade in der aktuellen Zeit, in der die Gesellschaft wanke, die Fliehkräfte größer würden, seien Menschen wie Blaschke umso wichtiger, stärken sie doch den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Das Wirken von Blaschke mit all seinen Facetten mündete nun in der Summe in der Staufermedaille, einer der höchsten Auszeichnungen, die das Land zu vergeben hat und die jährlich nicht mehr als 50-mal verliehen wird, so Baumann, der betonte, mit welcher Sorgfalt das Prüfungsamt jede Auszeichnung durchleuchte, was sie umso wertvoller mache.

Mit der Staufermedaille erinnere das Land an das gleichnamige Herrschergeschlecht, das die Grundlage für den modernen Staat gelegt habe, erinnerte Baumann an Friedrich II. und Kaiser Barbarossa. Die Medaille sei der gerechte Lohn für das Werk von Blaschke gratulierte ihm Baumann und schloss in seine Dankesworte, wie alle Redner an diesem Abend, Ehefrau Henni mit ein, ohne deren Rückhalt ein solch zeitintensives Engagement nicht denkbar sei.

Im Namen des FWV-Ortsverbandes gratulierte dessen Vorsitzender Wolfgang Schmitt. Blaschkes Engagement sei gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen denken würden, Demokratie sei selbstverständlich, unverzichtbar. Friedbert Blaschke selbst zeigte sich ob der hohen Auszeichnung sichtlich gerührt, damit habe er nicht gerechnet.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Richard Schmitt – „ich bin schon immer ein Fan von ihm“, hielt Blaschke fest, der diesem mit „Über sieben Brücken muss du geh'n“ von Karat gratulierte und dessen Motto mit einem Sinatra-Song ausdrückte: „My way“.

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Ausgabe 22/2026
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