Die geologischen Begriffe Horst und Graben sind im Bild gut erklärt. Gräben sind Absenkungen, die sich bei uns insbesondere im Bereich des Wagbachs und des Duttlacher Grabens zeigen. Beide haben eine identische geologische Entstehungsgeschichte durch Absenkung des Untergrunds. Es ist ihnen gemein, dass sie ursprünglich Sumpfstreifen waren. Diese Senken sind heute noch kilometerweit gut erkennbar. Beide Wasserläufe wurden kanalisiert, sodass sie aktuell nur noch wenige Meter breit sind. Ursprünglich lag die Breite eher bei 100 bis zu 300 Metern. Der Hauptgraben in unserer Region ist natürlich der dominante Rhein. Aber auch die untergeordneten Gräben haben eine überragende Bedeutung für Gesamtwaghäusel und seine Entstehungsgeschichte (vergl. Bild). Die fünf Ziffern beschreiben dabei kilometerlange prägende Altwege, Gewässer und Grenzlinien.
- Auf dem Horst südwestlich des Wagbachs wurde schon vor über 500 Jahren die Postroute eingerichtet. Wiesental liegt auf dieser Höhenlage. Die Poststraße erinnert an diese Zeit bis heute.
- Wagbach, früher Gemarkungsgrenze von Wiesental Richtung Nordosten. Ein dominanter Grenzstein steht bis heute im Bereich der Landstraße nach Kirrlach.
- Vor knapp 2.000 Jahren legten hier die Römer ihre Römerstraße an. Der Stadtteil Waghäusel, die Eremitage und das Kloster liegen auf dieser früher isolierten Höhenlage. Die Römerstraße verbindet Höhepunkte im Gelände. Sie ist in weiten Teilen noch immer vorhanden, wenn auch verwildert und nicht mehr in Gebrauch.
- Duttlacher Graben, früher Gemarkungsgrenze von Kirrlach in Richtung Südwesten.
- Der Weg nordöstlich des Duttlacher Grabens ist ein sehr alter Weg zur Rheinquerung. Es gilt als gesichert, dass jüdische Händler, Könige und Kaiser aus Speyer diese Route zumindest bis zur Wegekehre in Kirrlach schon vor rund 1.000 Jahren nutzten. Er wird heute noch Judenweg genannt.