Der Herbst ist die Zeit der Hubertusmessen. Die Heimsheimer Jagdhornbläser haben meist ein Jahr im Voraus Termine vereinbart. Am Sonntag, den 19.10.2025 hatten sie ihren Auftritt in der Dreifaltigkeitskirche in Sindelfingen. Am 15.11.2025 geht es in die Klosterkirche Maulbronn.
Die Hubertusmesse besteht aus verschiedenen Stücken. Es gibt keine verbindliche Reihenfolge. Über viele Jahre hat sich jedoch eine bestimmte Struktur etabliert. Die Heimsheimer Jagdhornbläser mit ihren tonstarken Parforcehörnern können all diese Stücke auswendig, also ohne Notenvorlage, blasen. Zwischen den einzelnen Beiträgen gibt es liturgische Elemente wie Schriftlesung, Predigt und Vaterunser.
Schriftlesung und Predigt wurden in Sindelfingen vom Benediktiner-Pater Johannes Rathfelder zelebriert. In Calw geboren, lebte er viele Jahre im Kloster Melk, Österreich. Das Stift ist eines der größten Barockensembles Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Eigentlich ist Pater Johannes schon im Ruhestand. Bei der Heiligen Kommunion (ev. Abendmahl) wurde er vom neuen Pfarrer Grace Ngoma unterstützt. Dessen Heimatland ist der Kongo. Obwohl Französisch seine Muttersprache ist, hat er sich für Deutschland als seine neue seelsorgerische Heimat entschieden.
Bei der Hubertusmesse in Sindelfingen haben die Heimsheimer Bläser für die Stücke „Kyrie“ (Herr, Anrufung Gottes) und St. Eustachius-Fanfare neue Partituren eingeübt und vorgetragen. Die Stücke „Introduction“ (Einzug) und „Gloria“ (Ehre, Ruhm) wurden in einer musikalischen Zusammenarbeit mit der Orgel intoniert. Gegen Ende der Messe haben die Bläser mit „Glocken“ den vollbesetzten Kirchenraum akustisch eindrucksvoll gefüllt. Als danach die Gemeinde gemeinsam mit den Bläsern das Lied „Großer Gott, wir loben Dich“ anstimmte, haben sicherlich einige Besucher der Hubertusmesse diese Kombination aus sakralem Raum, Parforcehorn und Gemeindegesang körperlich gespürt.
Nach der Messe waren die Heimsheimer Jagdhornbläser mit ihrem musikalischen Leiter Bernd Hälsig Gast beim Bürgerfest. Mit Wildgulasch, Knödel und Rotkraut fand der Auftritt der Bläser ein angemessenes und schmackhaftes kulinarisches Ende. [Walter R. Kaiser]


