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Invasive Art kann jetzt gestoppt werden

IG Asiatische Hornisse entfernt kostenlos Nester in Malsch

Jetzt ist die beste Zeit, die Asiatische Hornisse aufzuhalten. Eine Malscher Interessengemeinschaft zeigt, wie das gelingt.
Imkerin Meike Albert mit Informationsmaterial zur Asiatischen Hornisse und einem kleinen Hornissennest im Glas. In Malsch kann die invasive Art jetzt gestoppt werden.Foto: fri

Ihre Nester hängen versteckt in Haus- und Garagenecken, in Aufbewahrungskisten für Gartenutensilien oder offen am Rolladenkasten. Ebenso wie die heimischen Insekten ist auch die Asiatische Hornisse zurzeit mit dem Nestbau beschäftigt. Eine Malscher Interessengemeinschaft will die rasante Verbreitung der invasiven Art eindämmen.

Der Zeitpunkt, den Vormarsch der Asiatischen Hornisse zu stoppen, ist exakt jetzt. Derzeit sind die Königinnen noch allein, bauen ihre Gründungsnester (auch: Primärnester) und beginnen dann mit der Eiablage, erklärt Meike Albert von der Interessengemeinschaft (IG) AsiatischeHornissen in Malsch. Die Königinnen selbst seien nicht aggressiv, die Nester einfach zu entfernen: Ein Glas darüberstülpen, Deckel festschrauben und für eine Woche in die Tiefkühltruhe stecken.

Ist die Königin zu Hause?

Klingt einfach, jedoch gilt es einiges zu beachten: Wer ein Nest entfernen will, sollte sicher sein, dass es sich um das Nest einer Asiatischen Hornisse handelt, denn die heimische Hornisse ist nützlich und geschützt. Doch allein am Nest ist dies kaum zu erkennen.

Am sichersten, so Albert, sei es, abzuwarten, bis sich die Königin blicken lässt. Ist sie schwarz-rot-gold, ist es eine heimische Hornisse: schwarz-gelber Hinterleib mit Streifen und Punkten, rötliche Brust und rot-braune Beine. Ist sie etwas zierlicher, schwarz mit gelben Streifen und gelben Beinen, handelt es sich um die Asiatische Hornisse.

Wichtig sei es, das Nest zu entfernen, wenn die Königin „zu Hause“ ist, abends zum Beispiel, denn die Art ist nicht nachtaktiv. Wird die Königin nicht gefangen, baut sie sich an anderer Stelle einfach ein neues Nest.

IG entfernt kostenlos Primärnester

Wer nicht sicher ist, informiert die IG – am besten mit einem Foto des Tiers. Die rund 15 Mitglieder der Interessengemeinschaft wollen mit ihrer Aktion verhindern, dass sich die invasive Hornissenart weiter ausbreiten und so Schaden bei heimischen Tieren und Pflanzen anrichten kann.

Meike Albert ist Imkerin; in der IG sind auch zwei Obst- und Gartenbauvereine, zwei Umweltvereine und etliche Einzelpersonen vertreten. Ihnen geht es um den Schutz der heimischen Insekten, denn die gebietsfremde Hornissenart ernährt sich vorzugsweise von bestäubenden Insekten.

Nahrung? Fast zu 80 Prozent Bienen

In der Stadt, erklärt Meike Albert, bestehe 80 Prozent ihrer Nahrung aus Bienen. Im ländlichen Gebiet fressen die Asiatischen Hornissen auch jede Menge Mücken, Libellen, Käfer, Grashüpfer, Schmetterlinge und andere Tiere – kurz: fast jede vorkommende Insektenart. Die invasive Art ist also keineswegs nur ein Problem der Imker, sondern betrifft massiv auch Obst- und Weinanbau.

Schwierig werde es, wenn Imker, die nur wenige Stöcke haben, frustriert aufgeben, sagt Meike Albert. Denn gerade das breite Netz an Bienenvölkern sei wichtig für die Bestäubung.

Umzug ins große Nest

Haben die Primärnester der Asiatischen Hornisse etwa die Größe einer Grapefruit erreicht, sind bereits Arbeiterinnen im Nest und der Umzug ins Sekundärnest steht kurz bevor. Diese Nester werden bis zu einem Meter groß, hängen manchmal an Gebäuden, in luftiger Höhe in Bäumen oder versteckt im Gebüsch und müssen von Fachleuten entfernt werden.

Voriges Jahr wurden in Malsch 25 dieser sogenannten Filialnester gefunden – vermutlich existierten aber mehr. Dieses Jahr können es nach Schätzung der IG leicht 100 Nester werden, wenn dies nicht rechtzeitig verhindert wird.

Bienen bekommen einen Maulkorb

Um ihre Bienen zu schützen, verwenden die Imkerinnen und Imker inzwischen eine Art „Maulkorb“, der vor dem Einflugloch am Stock montiert wird. Dadurch geht die Jagdstrategie der Asiatischen Hornissen nicht mehr auf, denn sie belagern mit etwa zehn Tieren das Einflugloch.

Die Bienen registrieren die Gefahr, schließen ihren Stock und können dann nicht mehr ausfliegen, keinen Nektar sammeln und: nicht „aufs Klo“. Der Maulkorb verhindert diese Schließung, die Bienen fliegen weiter und nur wenige Hornissen schaffen es durch das Gitter.

Auch für Menschen gefährlich

Wichtig sei es, erklärt Meike Albert, dass die Winterbienen überleben, die im Herbst schlüpfen. Sie sichern das Überleben des Stocks bis zum nächsten Jahr.

Für andere Insekten gibt es keinen solchen Schutz. Und auch für Menschen sind die Asiatischen Hornissen nicht ungefährlich, denn ihr Gift kann allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen.

Hier Nester melden

Wer in Malsch ein Nest entdeckt, sollte sich direkt bei der IG melden:

0162 2188308

hornissennester.malsch@gmail.com

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exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMMartina Frietsch
29.05.2026
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