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Ein Rückblick zum Jubiläum

Im Wandel der Zeit: 70 Jahre Kammertheater Karlsruhe

Mit einem Festakt feiert das Kammertheater Karlsruhe am 13. Juni seine 70-jährige Geschichte. Diese ist geprägt von mehreren Standortwechseln.
Das Kammertheater Karlsruhe blickt auf eine 70-jährige Geschichte zurück. Hier bei einer Aufführung von "Mandragola" im Jahr 1970.Foto: Kammertheater Karlsruhe

Es war ein Kellerraum in der Waldstraße/Ecke Amalienstraße, in dem alles begann: Am 25. Februar 1956 starteten Wolfgang Reinsch und Sepp Holstein hier den Theaterbetrieb des Kammertheaters Karlsruhe mit dem Stück „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean Paul Sartre. Nicht mehr als 60 bis 70 Besucher fanden im Zuschauerraum Platz.

Kino in der Waldstraße

Eine zweite Spielstätte, ein eigenhändig umgebauter Lagerraum in der Friedenstraße mit rund 70 Plätzen, kam 1962 dazu. Bereits zehn Jahre nach dem Start mietete Reinsch ein Kino in der Waldstraße an; Holstein war 1960 ausgeschieden. Das Kino wurde in Eigenarbeit zu einem Theater mit 143 Plätzen ausgebaut und Ende 1966 eröffnet. Die Kellerspielstätte wurde bereits aufgegeben, der Spielbetrieb in der Friedenstraße 1972 endgültig eingestellt.

Umzug an den Rondellplatz

Fast 20 Jahre lang unterhielten die Schauspieler ihr Publikum in der Waldstraße. Ende 1985 zog das Theater in das Haus am Rondellplatz um. Das Theater verfügte nun über 198 Zuschauerplätze. Als Theatergründer Wolfgang Reinsch 1998 starb, übernahm seine Frau Heidi Vogel-Reinsch die Leitung der Bühne.

Aufführung von "Ein Mond für die Beladenen" im Jahr 1965.Foto: Kammertheater Karlsruhe

Boulevardtheater schließt Kulturlücke

Rund 40 Jahre lang hatte das Kammertheater eine breite Palette geboten – von der Tragödie über das Drama bis hin zur Komödie. Nun veränderte sich der Charakter der Bühne und bewegte sich hin zum reinen Boulevardtheater; damit schloss sich eine Lücke im Kulturbetrieb der Stadt. Um das Jahr 2000 bot das Kammertheater ein Repertoire, das von den Klassikern des Boulevard-Genres bis hin zu neuen Stücken dieser Spezies reichte und sowohl ausländische als auch inländische Autoren berücksichtigte, dazu zahlreiche Uraufführungen.

Auch der Förderverein feiert Jubiläum

2001 wird der Förderverein „Freunde des Kammertheaters“ gegründet und feiert in diesem Jahr entsprechend sein 25-jähriges Jubiläum. 2003 wird das Gebäude am Rondellplatz einer neuen Nutzung zugeführt; das Kammertheater muss zugunsten des neuen Einkaufzentrums ECE-Center weichen. Wegen fehlender Räumlichkeiten pausiert der Theaterbetrieb für ca. 18 Monate.

Umzug in ehemalige Landeszentralbank

Nach einer langen Odyssee und mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Karlsruhe wurde schließlich in der ehemaligen Landeszentralbank in der Herrenstraße 30/32 ein adäquates Domizil gefunden. Hier eröffnete das Kammertheater am 6. Oktober 2004 seine 49. Spielzeit mit dem Komödienklassiker „Der Raub der Sabinerinnen“ von Franz und Paul von Schönthan.

Seit 2004 hat das Kammertheater Karlsruhe sein Domizil in der ehemaligen Landeszentralbank in der Herrenstraße 30/32.Foto: Nora Zimmer

Stilvolles Ambiente

Das historische Gebäude – im klassizistischen Stil gebaut – wurde von der Stadt zu einem gleichermaßen stilvollen wie modernen Theater umgebaut. Damit besitzt das Karlsruher Kammertheater eine einladende, repräsentative Bühne mit 250 Zuschauerplätzen im Herzen der Stadt und hat hier seit über 20 Jahren seinen Sitz. Die Spielstätte nennt sich nun K1 und fasst mittlerweile 283 Sitzplätze.

Kirche wird zweite Spielstätte

2013 wurde die zweite Spielstätte des Kammertheaters als K2 in der Kreuzstraße 29 eröffnet. Aus einer leerstehenden Kirche entstand hier ein vollausgestattetes Theater. Seit September 2025 erstrahlt es in neuem Glanz – als ABBAHUS, angelehnt an ein Stück, das viele ABBA-Hits präsentiert. Hier finden 252 Personen Platz.

74.000 Besucher

Die Grundsteine für weitere 70 Jahre Theaterarbeit sind gelegt. Die Zahlen von 2025 zeigen, dass diese Form der Unterhaltung trotz großer Konkurrenz nicht viel an Relevanz verloren hat: Mit 400 Veranstaltungen, die ca. 74.000 Zuschauer besuchten, zeigt sich das Kammertheater gut aufgestellt. Darunter auch Lesungen bekannter Autoren wie Sebastian Fitzek und Auftritte von Dieter Hallervorden.

Video: Das hat das Kammertheater Karlsruhe zu bieten

Quelle: Youtube
Erscheinung
exklusiv online
von Tanja Mostowski
12.06.2026
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Kategorien
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Kultur
Theater, Kleinkunst & Comedy
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