In diesem Frühjahr verändert sich der Weinanbau weiter. Von der Neuanpflanzung der Piwi-Sorte Souvignier Gris (pilzwiderstandsfähige Rebe), über grüne Brachflächen bis zur Einsaat von Blühflächen sind nun beim Spaziergang durch die Weinberge zu entdecken. Ebenso gibt es Flächen bei denen lediglich noch der Rebstock und die Drahtanlage besteht und somit aus der Erzeugung genommen worden ist. Jeder Weinbaubetrieb entscheidet beim Rebschnitt über die Art des Rebbogens. Ob mit zwei Rebbögen, einem Langbogen oder Strecker, hier wird bereits über die zu erwartende Traubenmenge entschieden. Weitere Regulierungsmaßnahmen werden beim Entfernen der heranwachsenden Triebe getroffen. Der Minimalschnitt ist ein arbeitssparendes Erziehungssystem, bei dem die Reben kaum zurückgeschitten, sondern hauptsächlich maschinell bearbeitet werden.
Eine erfolgreiche biologische Methode zur Bekämpfung des Traubenwicklers/Sauerwurms ist das Aushängen von Phermonampullen. Um den Nährstoff- und Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten, werden Rebstöcke von Unkraut freigehalten, dies erfolgt größtenteils mit einer Unterstockspritze. Zur Steigerung der Biodiversität sollte das Häckseln der Reben erst nach dem Durchwachsen des Grases erfolgen. Dies erspart Zeit, Energie und ermöglicht es, dass die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt gefördert wird. Nicht alle Reihen gleichzeitig zu bearbeiten bringt weitere Vorteile. Je nach Rebsorte sind die Triebe schon gut gewachsen. Die Anzahl der Trauben pro Trieb wird von Natur aus bereits im Vorjahr festgelegt. Genetisch bedingt entstehen Doppeltriebe bei Burgundersorten, da es sich hierbei um keine Züchtungen, sondern um die Ursorte handelt. Nun bleibt zu hoffen, dass die Eisheiligen frostfrei bleiben und wir Landwirte und Weinbauern vor Unwetterereignissen verschont bleiben.
Susanne Krafft
- Schriftführerin -


