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Europäische Impfwoche

Impfungen wirken in jeder Generation

Gesundheitsamt Böblingen informiert über Impflücken und neue Impfempfehlungen
Impfen, Impfwoche
Foto: Africa Studio / AdobeStock

Im Rahmen der diesjährigen Europäischen Impfwoche vom 19. bis 25. April 2026 macht das Gesundheitsamt Böblingen auf die Bedeutung von Impfungen aufmerksam. „Zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten gehören Impfungen. Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und hilft gleichzeitig dabei, andere zu schützen.“, betont Gesundheitsamtsleiterin Dr. Anna Leher.

Hohe Impfquoten helfen dabei, die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen und schützen dadurch auch indirekt besonders gefährdete Menschen – etwa Säuglinge oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Alle Bürgerinnen und Bürger sind daher herzlich eingeladen, ihren Impfstatus regelmäßig zu überprüfen und sich bei Bedarf vom Hausarzt oder auch im Gesundheitsamt beraten zu lassen – für den Schutz der eigenen Gesundheit und der Gemeinschaft.

Trotz der hohen präventiven Wirksamkeit von Impfungen und des vergleichbaren geringen Aufwands bestehen in der Bevölkerung weiterhin erhebliche Impflücken. Dies geht aus Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen werden Impfquoten in Deutschland ermittelt und auf der Plattform VacMap veröffentlicht.

Beispielsweise waren im Landkreis Böblingen 2024 lediglich rd. die Hälfte der 15jährigen Mädchen und ca. ein Drittel der 15jährigen Jungen vollständig gegen das Humane Papillomvirus (HPV) geimpft. „Die Zahlen zur HPV-Impfung zeigen uns, dass wir weiterhin intensiv über Prävention informieren müssen. Die Impfung kann wirksam vor bestimmten Krebsarten, insbesondere vor Gebärmutterhalskrebs schützen – diese Chance sollten wir gemeinsam besser nutzen“, so Dr. Leher. Während die Impfquoten bei Jungen im Zeitverlauf leicht ansteigen, stagnieren sie bei Mädchen auf niedrigem Niveau in den vergangenen drei Jahren. Die Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen; sie kann in kinderärztlichen, hausärztlichen oder gynäkologischen Praxen erfolgen.

Auch bei anderen Impfungen bestehen deutliche Lücken. So waren 2024 im Landkreis Böblingen lediglich 20% der Bevölkerung ausreichend gegen eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft. FSME ist eine Viruserkrankung, die häufig durch Zecken übertragen wird. In FSME-Risikogebieten – wozu der Landkreis Böblingen zählt – wird die Impfung allen Menschen empfohlen, die durch Aufenthalt im Freien in Kontakt mit Zecken kommen können. „Mit Blick auf die bevorstehende Zeckensaison appellieren wir an alle Bürgerinnen und Bürger, jetzt ihren Impfstatus gegen FSME zu überprüfen und fehlende Impfungen rechtzeitig nachzuholen. Wer sich viel im Freien aufhält, kann sich durch einen vollständigen Impfschutz wirksam vor schweren Entzündungen von Gehirn und Rückenmark schützen“, betont die Gesundheitsamtsleiterin.

Die STIKO gibt Empfehlungen zu Schutzimpfungen in Deutschland aus. Diese werden kontinuierlich auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft und bei Bedarf angepasst. Seit dem vergangenen Jahr empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Diese schützt vor schweren, teilweise lebensbedrohlichen Infektionen wie Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Unberührt davon bleibt die Impfempfehlung gegen Meningokokken B, welche seit 2024 im Kleinkindalter empfohlen wird.

Während viele Impfungen im Kindesalter routinemäßig bei Vorsorgeuntersuchungen erfolgen, nehmen Arztkontakte im Jugend- und jungen Erwachsenenalter häufig deutlich ab. Dies führt dazu, dass empfohlene Schutzimpfungen seltener wahrgenommen werden. „Daher ist es wichtig, den Impfstatus langfristig im Blick zu behalten, um einen dauerhaft wirksamen Schutz sicherzustellen“, mahnt Leher.

Ein niedrigschwelliges Angebot zur Überprüfung des Impfstatus im Jugendalter bietet die Kampagne „Mach den Impfcheck“ des Landes Baden-Württemberg. Darüber hinaus stellt auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) über die Webseite www.infektionsschutz.de Online-Impfchecks zur Verfügung, mit denen auch Erwachsene ihren Impfstatus unkompliziert prüfen können. Diese Webseite bietet zudem eine gute Übersicht zu Informationen rund um das Thema Impfen – u.a. werden die Impfempfehlungen der STIKO übersichtlich im Impfkalender dargestellt.

Die Europäische Impfwoche ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und findet jährlich statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu stärken und die Impfquoten in der Bevölkerung zu erhöhen. Das Motto im Jahr 2026 lautet „Impfungen wirken in jeder Generation“.

VacMap des Robert Koch-Instituts: Das Robert Koch-Institut wertet jährlich die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen aus und ermittelt auf dieser Grundlage die Impfquoten in Deutschland. Die Ergebnisse sind auf Ebene der Stadt- und Landkreise über die online-Plattform VacMap öffentlich einsehbar. So können relevante Trends wie. z.B. Impflücken in der Bevölkerung frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Steigerung der Impfquoten bei Bedarf angepasst werden.

Ständige Impfkommission (STIKO): Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut, das Impfempfehlungen für Deutschland entwickelt. Dabei stützt sie sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und berücksichtigt sowohl den Schutz des Einzelnen als auch den Nutzen für die gesamte Bevölkerung.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
10.04.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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