Seit vielen Jahren betreut Simone Reusch vom BUND Heckengäu die Mönsheimer Kirchenfledermäuse. Dazu gehört das Zählen/Dokumentieren der Tiere im Sommer und das Reinigen der Quartiere im Winter. Bei der diesjährigen Zählaktion in der Wochenstube im Kirchenschiff kamen Simone Reusch und Uli Sach auf 140 weibliche Tiere und 6 Männchen im Glockenturm. Die Population in der Nikolauskirche in Mönsheim ist damit weitgehend stabil.
Große Mausohren gehören zu den besonders lichtempfindlichen Fledermäusen. Sie verlassen ihr Quartier erst bei völliger Dunkelheit. In Mönsheim hat man sich daher darauf geeinigt, die Kirche nicht zu beleuchten, damit wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der geschützten Fledermauspopulation geleistet. Sonst würden die Tiere erst viel später ausfliegen und hätten somit weniger Zeit für die Nahrungssuche. Die Folge wären schlechter versorgte Jungtiere, die dann möglicherweise den Winter nicht überleben. Die Modernisierung von Fassaden und Dächern sorgen für das Verschwinden von geeigneten Lebensräumen. Fledermäuse benötigen sowohl für ihren Winterschlaf als auch für die Aufzucht ihrer Jungen ruhige und sichere Rückzugsorte. Anzutreffen sind sie deswegen häufig in Ritzen und Fugen von Hausdächern und Fassaden oder wie in Mönsheim auf dem Dachboden der Kirche.
Das Große Mausohr gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm zu den größten Fledermäusen in Deutschland. Jedes Individuum benötigt mehrere Hektar Fläche zur Jagd. Die Tiere jagen bevorzugt in alten Laubwaldbeständen dicht über dem Boden hauptsächlich nach Nachtfaltern und Laufkäfern. Fledermäuse regulieren den Insektenbestand, sie fressen bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts. Der Erhalt unseres Laubmischwaldes trägt zu einer stabilen Population bei.
Schon seit mehr als 50 Millionen Jahren bevölkern die wendigen Insektenjäger die Erde. In den letzten Jahrzehnten ist ihr Bestand allerdings dramatisch eingebrochen aufgrund von Quartiersverlusten, Verlust von Lebensräumen und Nahrungsangeboten, Insektenschwund, Lichtverschmutzung und Windrädern. Auch der Straßenverkehr fordert Opfer unter den Fledermäusen: Mit ihrem sonst so perfekten Ortungssystem können sie sehr schnelle Objekte, wie Autos, anscheinend nicht richtig erfassen. Alle Fledermäuse sind streng geschützt und dürfen nicht gestört werden.
Der BUND Heckengäu freut sich sehr über die Großen Mausohren, die sich in der Nikolauskirche in Mönsheim wohlfühlen und jedes Jahr zurückkommen.


