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Indigene Menschen und ihre Sorgen …

Der andine Mensch lebt in enger Verbindung zur Erde und zum gesamten Kosmos. Es findet keine Absonderung von der Natur statt, keine Überlegenheit, sondern...
Apurimak ist ein Fluss in den Hochanden Perus. Noch ist er sauber und Fische sind im Gewässer.
Noch gibt es Fische im Fluss Apurimak nahe der Brücke aus GrasFoto: E.H.

Der andine Mensch lebt in enger Verbindung zur Erde und zum gesamten Kosmos. Es findet keine Absonderung von der Natur statt, keine Überlegenheit, sondern vielmehr sind die Menschen in den Anden ein Teil der Natur. Der wichtigste Aspekt der andinen Denkweise liegt im Verständnis, dass alles was existiert, alle Pflanzen, Tiere und Menschen in einer Beziehung stehen. Das nennt man das Prinzip der Relationalität. Alles steht in Verbindung zueinander. Es gibt eine direkte Verbindung zwischen Mensch und Tier, zwischen Tier und Berg, zwischen Meer und Sonne. Alles, was existiert, nimmt seinen exakten Platz im Gefüge ein.

Doch auf diese Interessen wird weltweit kaum Rücksicht genommen. So sollen z.B. Erweiterungen der Bergwerke zu 100 % im Tagebau erfolgen. Dies bedeutet u.a., dass mehr Fläche benötigt wird. Die umliegenden indigenen Gemeinden sehen sich mit einer Verkleinerung ihrer Felder, ihres Besitzes konfrontiert und werden oft zwangsumgesiedelt. Nur wegen der Interessen der großen Konzerne. Denn der Anstieg z.B. des Kupferpreises macht den Abbau dieses Metalls noch attraktiver – und daran ist nicht zuletzt die «grüne» Energiewende schuld, die eigentlich eine Transition zu mehr Nachhaltigkeit verspricht. Weg von fossilen Brennstoffen bedeutet eine Elektrifizierung der Wirtschaft, und dabei spielt Kupfer eine Schlüsselrolle, zum Beispiel für Windkraft- und Solaranlagen sowie E-Autos.

In Peru und anderen Ländern, die Kupfer exportieren, kann jedoch von Nachhaltigkeit bei dessen Abbau keine Rede sein. In einem einzigen Monat wurden hier 442 Bergbaukonzessionen vergeben, und es gibt Provinzen, deren halbe Fläche von Bergbauaktivitäten besetzt sind. In den umliegenden Gebieten nahe unserer Partnergemeinde sind bis zu 65 % der Gebiete konzessioniert, das heißt das Nutzungsrecht geht an den Staat oder eine kommunale Behörde über.

Beim Besuch im November in Peru konnte man diese Entwicklung klar erkennen.

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Karlsdorf-Neutharder Nachrichten
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Ausgabe 09/2026
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