Die Gemeinde Nußloch stärkt gezielt die biologische Vielfalt im Ort und hat durch das Team um Grünflächenmanager für Umwelt- und Naturschutzwart Gunther Schwabbaur bereits zahlreiche Sandlinsen im gesamten Gemeindegebiet angelegt. Diese Naturschutzmaßnahmen zeigen Wirkung: Die speziell geschaffenen Flächen wurden von bodennistenden Wildbienen sofort als Lebensraum angenommen. Da rund drei Viertel der heimischen Wildbienenarten ihre Brutröhren nicht in Holz, sondern in offenen Bodenstellen graben, sind solche Strukturen entscheidend für das Überleben seltener Insektenarten und das ökologische Gleichgewicht in der Region.
Um diesen Beitrag zum Naturschutz auch im eigenen Garten umzusetzen, lässt sich eine Sandlinse mit wenig Aufwand selbst bauen. Zuerst wird eine Grube mit einem Durchmesser von mindestens 60 cm und einer Tiefe von etwa 30 cm ausgehoben. Als Drainage gegen Staunässe wird eine Schicht aus Feldsteinen oder Grobkies am Boden verteilt. Darauf wird der spezielle Wildbienensand gefüllt und fest angedrückt, bis über dem Erdniveau eine leichte Wölbung in Form einer Linse entsteht. Wichtig ist die Verwendung eines ungewaschenen Sand-Erde-Gemisches, da nur dieses die nötige Stabilität bietet, damit die gegrabenen Gänge der Bienen nicht einstürzen.
Auch auf dem Balkon können wertvolle Trittsteine für die Insektenwelt entstehen. Hierfür wird ein tiefes Gefäß mit Abflusslöchern genutzt, die zum Schutz gegen Ausschwemmen mit Steinen abgedeckt werden. Der Wildbienensand wird direkt eingefüllt und fest verdichtet. In Kombination mit einem sonnigen Standort und heimischen Wildstauden als Nahrungsquelle in der direkten Umgebung entstehen so vernetzte Lebensräume. Für den dauerhaften Erfolg muss die Sandfläche bei der Pflege weitgehend ungestört bleiben; aufkommender Bewuchs wird lediglich oberflächlich zurückgeschnitten und nicht samt Wurzel entfernt, um die empfindlichen Larven in ihren unterirdischen Kammern zu schützen.