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Literatur

Interaktive Lesung mit Nadja Klier und Ingo Hasselbach

Am 04.05.2026 durften die 9. Klassen der Real- und Gemeinschaftsschule an einer besonderen interaktiven Lesung teilnehmen: Das Ehepaar Nadja Klier und...
Nadja Klier und Ingo HasselbachFoto: B.Waldner

Am 04.05.2026 durften die 9. Klassen der Real- und Gemeinschaftsschule an einer besonderen interaktiven Lesung teilnehmen:

Das Ehepaar Nadja Klier und Ingo Hasselbach besucht gemeinsam als Zeitzeugen Schulen, um den Schülern von ihren prägenden Erlebnissen zu erzählen, und bringt somit Geschichte hautnah ins Klassenzimmer bzw. in diesem Fall in die Bibi:

Nadja Klier (geboren 1973) und ihr Partner Ingo Hasselbach (geboren 1967) wuchsen beide in der DDR auf, jedoch in völlig unterschiedlichen Familien: Während Ingo Hasselbach in einer DDR-treuen Familie groß wird, erfährt Nadja Klier das genaue Gegenteil. Als Tochter der DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier, die wiederholt Kritik an der DDR äußerte, gerieten sie und ihre Familie ins Visier der Stasi. Nadja Klier erzählte eindrücklich aus ihrer Biographie, die mit der Zwangsausweisung aus der DDR endete. Als ein Beispiel erzählte Frau Klier, dass ihre beste Freundin durch die Stasi beauftragt worden war, Nadja nach deren Ausbürgerung zu bespitzeln, indem ihr versprochen wurde, dass sich die Freundinnen so schneller wieder sehen könnten.

Ingo Hasselbach dagegen wurde zum einen wegen seines Ausrufs: „Die Mauer muss weg!“ mehrmals inhaftiert und wurde zudem als Punk in der DDR-Gesellschaft zum überwachten Außenseiter, was letztendlich ausreichte, um als Staatsfeind im Gefängnis zu landen. Er berichtete von seiner Inhaftierung in den Gefängnissen der DDR und den Methoden des Regimes, „politische Gegner“ physisch und psychisch zu brechen. In seiner langen Haftzeit ohne viel Kontakt zu seiner Familie und seinen Freunden, radikalisierte er sich und wurde nach dem Mauerfall ein aktives Mitglied der Neonaziszene. Nach seinem Ausstieg aus der Szene beteiligte er sich an der Gründung der Organisation „Exit“, um anderen Neonazis bei ihrem Ausstieg zu helfen.

Als Zeitzeugen sehen beide im aktuellen Zuwachs des Rechtsextremismus eine Gefahr für unser Land. Sie appellierten an die Schülerinnen und Schüler, sich autoritärem und diktatorischem Gedankengut entgegenzustellen, „hinzusehen, wo es weh tut und Zivilcourage zu zeigen“. Frau Klier ergänzte: „Es ist ganz wichtig, dass ihr versteht, dass es eure Zukunft ist.“

Durch die lockere und offenherzige Art von Herrn Hasselbach und Frau Klier wurden die Schülerinnen und Schüler in Gesprächs- und Diskussionsrunden intensiv miteinbezogen und waren bis zum Ende tief beeindruckt und fasziniert von den Erfahrungsberichten der beiden.

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