
Rund um den 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus der Vereinten Nationen, finden seit über 30 Jahren bundesweit tausende Veranstaltungen statt.
Auch in Wiesloch und Umgebung beteiligen sich zahlreiche Initiativen an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Veranstalter ist die für Demokratie Wiesloch, der Internationale Bund, und dies in Kooperation mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch.
Die Partnerschaft für Demokratie Wiesloch koordiniert die Aktionswochen bereits zum vierten Mal und lädt vom 15. März bis 2. April zu einem vielfältigen Programm ein. Insgesamt 23 Veranstaltungen und Aktionen, organisiert von rund 30 Vereinen, Initiativen und Schulen, setzen ein klares Zeichen für eine offene und demokratische Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Themen wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Demokratieförderung, gesellschaftliche Teilhabe, Inklusion und Menschenwürde. Ziel ist es, Räume für Austausch, Begegnung und Weiterbildung zu schaffen.
Exemplarisch für die Bandbreite des Programms steht die Auftaktveranstaltung am 15. März im Minnesängersaal des Palatin, die um 17 Uhr beginnt: Unter dem Titel „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ berichten Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık über die Ermordung ihrer Väter durch die rechtsextreme Terrorzelle NSU und ihren Kampf gegen das Vergessen. Der Abend verbindet Lesung, Gespräch und musikalische Beiträge des jungen Pianisten Eren Parmakerli und wird mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dirk Elkemann eröffnet.
Einen anderen Schwerpunkt setzt ein Podiumsgespräch am 23. März in der Kurpfalz-Werkstatt der Lebenshilfe Wiesloch: Eltern von Kindern mit Down-Syndrom – mit und ohne Migrationsbiografie – sprechen über Alltag, gesellschaftliche Barrieren und ihren gemeinsamen Einsatz für Teilhabe und Anerkennung. Die Veranstaltung lädt zum Perspektivwechsel und zum offenen Dialog über Inklusion und strukturelle Benachteiligung ein.
„Rassismus und Diskriminierung sind gesamtgesellschaftliche Realitäten. Sie betreffen nicht nur Hautfarbe oder Herkunft, sondern richten sich ebenso gegen Religion, Kultur, Weltanschauung, Geschlecht, Identität oder Behinderung – und gefährden damit unser demokratisches Zusammenleben“, erklärten Aynur Bagdelen, Koordinatorin der Aktionswochen, und Uwe Maschke seitens der Stadtverwaltung Wiesloch.
Das vielfältige Programm biete zahlreiche Gelegenheiten zur Begegnung – etwa bei Lesungen, Podiumsgesprächen, Koch-Events oder Filmvorführungen – und laden dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Aktionswochen stehen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dirk Elkemann und werden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert. Wie Elkemann in einem Pressegespräch erklärte, sei die Finanzierung derzeit noch nicht gesichert, aber man gehe davon aus, dass die Gelder rechtzeitig eintreffen würden.
Hier noch einige Einzelheiten zu den geplanten Terminen: So werden in der Stadtbibliothek vom 14. bis 21. März während der Öffnungszeiten Medientische zu Rassismus und Diskriminierung aufgebaut sein, am 24. März laden die Boule-Freunde ein, und zwar unter dem Motto „Spielen gegen Rassismus“ (ab 18 Uhr auf der Vereinsanlage am Freibad) und während der Aktionswochen beteiligt sich die Tafel mit einer Plakataktion gegen Diskriminierung und für Menschenrechte am Programm (vor dem Tafelladen in der Friedrichstraße). Auch zahlreiche Schulen beteiligen sich mit unterschiedlichen Aktionen. Das vollständige Programmheft ist abrufbar unter: www.pfd-wiesloch.de (sd)