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EX-KSC-Spieler blickt aufs Turnier

Interview mit Lars Stindl zur Fußball WM 2026

Lars Stindl ist in der Region bestens bekannt, vor allem durch seine Zeit beim KSC. Im Interview blickt er nun auf die WM 2026.
Lars Stindl nach seiner Rückkehr zum KSC im Jahre 2023. Bei der Einweihung des neuen Wildparkstadions wurde er nach dem Spiel gegen den FC Liverpool als bester Spieler und Torschütze ausgezeichnet.Foto: of

Der heute 37-jährige Lars Stindl wurde in Speyer geboren, wuchs in Waghäusel in einer sportbegeisterten Familie auf und spielte in der Jugend beim TSV Wiesental und später beim KSC. Mit ihm unterhielten wir uns über die anstehende Fußball-WM.

Bereits als Jugendspieler wechselte er in die Nachwuchsabteilung des Karlsruher SC, wo er in der Zeit von 2007 bis 2010 zunächst bei den Amateuren, dann in der Zweiten und Ersten Bundesliga für die Badener auflief. 2008 hatte er sein Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe abgelegt. In der Folge und nach seinem Wechsel absolvierte der technisch versierte Stindl, der im Mittelfeld oder als Stürmer eingesetzt wurde, für Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach insgesamt über 350 Bundesligapartien, wurde in beiden Vereinen zum Kapitän und Führungsspieler.

Siegtreffer zum Confed-Cup

Für die DFB-Auswahl bestritt Lars Stindl elf Länderspiele und erzielte im Finale des Confed-Cup 2017 gegen Chile den Siegtreffer zum 1:0. Stindl kehrte nach seinem Vertragsende bei den Fohlen in der Saison 2023/24 nochmals zum KSC zurück und beendete seine große Karriere. In den beiden höchsten deutschen Ligen hatte der Fußballer, der heute mit seiner Frau Tanita und zwei Kindern wieder in der Großen Kreisstadt Waghäusel lebt, insgesamt über 430 Partien bestritten. Seit August 2024 ist Stindl Co-Trainer von Hannes Wolf bei der deutschen U 20-Nationalmannschaft und absolviert parallel eine Ausbildung zür DFB-Trainer A-Lizenz, die er im November abschließt.

Aktuell hospitierte er zuletzt bei Borussia Mönchengladbach unter Trainer Eugen Polanski. Zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft hat auch Stindl eine Meinung und nennt mit Portugal einen Geheimfavoriten auf den Titel, den wenige Experten auf dem Zettel haben.

NUSSBAUM.de: Die Fußball-WM findet in den drei Ländern Mexiko, Kanada und den USA statt und ist sicher durch die aktuelle Weltlage auch politisch aufgeheizt.

Lars Stindl: Grundsätzlich hat jedes Land mit den jeweiligen Gegebenheiten seinen eigenen Reiz, ist emotional und auch politisch begleitet. Natürlich wird das Turnier, an dem erstmals 48 Nationen teilnehmen, für alle Mannschaften organisatorisch eine Riesenherausforderung. Ich bin gespannt, wie das WM-Gefühl für das deutsche Team und vor allem für die Fans mit vielen Reisen und hohen Kosten sein wird. Die Ticketpreise sind der Wahnsinn und maßlos übertrieben. Da fragt man sich schon, wo das alles hinführen soll. Klar, kann es für besondere Spiele besondere Maßnahmen geben, doch Fußball sollte für alle Menschen, unabhängig ihres Einkommens, zugänglich sein. Grundsätzlich bin ich ein Riesenfan dieses Turniers und jeder WM und empfinde stets eine große Vorfreude, die verschiedenen Nationen und deren Teams zu sehen.

NUSSBAUM.de: Nationalspieler sind Vorbilder unser jugendlichen Kicker. Wie haben Sie dies während Ihrer aktiven Karriere wahrgenommen?

Stindl: Als Bundesligaspieler steht man sicher im Fokus der Öffentlichkeit und als deutscher Nationalspieler ist die Aufmerksamkeit und der Wiedererkennungswert gerade bei den Kids noch um ein vielfaches größer. Gerade auch durch die Werbung, beispielsweise durch Panini-Kickerfotos mit den Porträts der Jungs, ist die Wahrnehmung für viele Jugendliche nochmals eine andere.

Wir in Deutschland können uns glücklich schätzen, da wir zahlreiche, gute Charaktere im Kader haben, die nicht nur sportlich, sondern auch sozial engagiert sind. An meine Zeit in der Nationalelf, in die ich mit 28 Jahren relativ spät berufen wurde, denke ich mit großer Freude zurück, auch wenn mich eine Verletzung die Teilnahme an der WM 2018 gekostet hat. Ich habe jede Minute genossen.

NUSSBAUM.de: Die Chancen des deutschen Teams?

Stindl: Die Daumen sind maximal gedrückt. Es gibt sicher einige Nationen, die zum Favoritenkreis zählen, wobei Fakten wie Tagesform oder Stimmung im Team von Wichtigkeit sind. Natürlich ist die Qualität des Kaders ausschlaggebend – und diese haben wir in Deutschland. Wir zählen bestimmt nicht zu den Topfavoriten, doch sind bestimmt Spieler auf dem Feld, die eine gewisse Klasse haben. Wenn wir uns zusammenfinden und einen guten Geist entwickeln, ist vieles möglich und ich sehe teamtechnisch keine Grenzen. Dann kann bei einer Weltmeisterschaft auch schnell alles nach oben gehen. Die Leistungsdichte ist enorm und viele Teams spielen auf hohem Niveau, doch wir haben die Chance, ganz weit zu kommen, da bin ich optimistisch.

NUSSBAUM.de: Wer wird Weltmeister?

Stindl: Dass hier Frankreich und Spanien von vielen Fachleuten genannt werden, überrascht nicht, zumal diese Teams seit Jahren an der Weltspitze sind und herausragende Einzelspieler in ihren Reihen haben. Auch für mich zählen sie zu den Titelfavoriten. Ein Überraschungsteam kann jedoch Portugal sein, dessen Spieler allesamt in Europas Topvereinen unter Vertrag stehen. Ronaldo & Co. sollte man nicht unterschätzen.

Das Interview führte Hans-Joachim Of.

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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
26.05.2026
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