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Fünf Fragen an …

Isolde Jäkle vom Arbeitskreis Asyl

Diese Woche beantwortet uns Isolde Jäkle vom Arbeitskreis Asyl für unsere lose Serie „Fünf Fragen an …“ einige Fragen zum Sprachcafé.
Isolde Jäkle (vorne Mitte), ihr Team und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Sprachcafés bedankten sich bei Pfarrerin Eva UlmerFoto: Ute Wolfangel

Was genau ist das Sprachcafé? Was steckt hinter diesem Angebot?

Isolde Jäkle: Das Sprachcafé ist ein Ort der Begegnung, an dem Muttersprachler und Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen, um Deutsch zu sprechen und zu lernen, sich auszutauschen und sich kennenzulernen. Wir unterstützen die Geflüchteten beim Deutschlernen, indem wir ihnen die Chance geben, Gelerntes in der Praxis anzuwenden. Gleichzeitig werden Brücken gebaut, denn die Teilnehmenden erfahren etwas über die jeweils andere Kultur und haben anschließend mehr Verständnis für den Anderen.

Da die Geflüchteten zum Teil schon fortgeschrittene Deutschkenntnisse haben, über gute Berufsausbildungen verfügen und motiviert sind, eine zu ihrer Ausbildung passende Arbeitsstelle zu finden, unterstützen wir sie bei Bedarf auch bei Bewerbungen.

Zudem bieten wir im Rahmen des Sprachcafés auch Workshops an, wie beispielweise für einen „Mieterführerschein“, bei dem wir Themen Mülltrennung, Kehrwoche, Hausordnung, richtiges Lüften und Mietverträge besprochen haben. Kriminalhauptkommissar a.D. Manfred Kunz sprach über „Digitale Sicherheit und Prävention gegen Betrug im Internet“ und wir konnten einen gemeinsamen Erste-Hilfe-Kurs für Geflüchtete und Ehrenamtliche organisieren.

Wie laufen die Sprachcafé-Treffen ab?

Isolde Jäkle: Die Treffen im evangelischen Gemeindehaus finden fast jeden Samstag statt, wobei man nicht jedes Mal dabei sein muss. Über WhatsApp werden ein paar Tage vorher ein Thema und Fragen dazu verschickt, sodass sich die Geflüchteten sprachlich vorbereiten können und jeder weiß, worüber man sprechen könnte. Wenn gewünscht, kann aber ganz flexibel über etwas anderes gesprochen werden. In der Regel unterhält man sich in Eins-zu-Eins-Gesprächen, das heißt, ein Geflüchteter spricht mit einem Muttersprachler. Nach einer kleinen Pause bei Getränken und Gebäck werden die Gesprächspartner gewechselt.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sprachcafé? Wo sehen Sie die Vorteile und wie sind die Rückmeldungen der Geflüchteten?

Isolde Jäkle: Das Sprachcafé ist in dieser Form ein großer Erfolg. Unsere Erfahrungen und die Rückmeldungen sind überaus positiv. Einige Muttersprachler engagieren sich seit Beginn und Geflüchtete kommen nicht nur aus Weil der Stadt, sondern auch aus umliegenden Gemeinden. Zum Teil müssen wir Anfragen gar ablehnen, weil wir nicht genügend Muttersprachler haben.

Geflüchtete erzählen, dass sie in mündlichen Prüfungen weniger Ängste haben, weil sie im Sprachcafé viel sprechen konnten. Sie haben ihre Wertschätzung auch schon durch Einladungen zum köstlichen gemeinsamen Frühstücken und zum Fastenbrechen gezeigt.

Muttersprachler stellen immer wieder mit Erstaunen fest, welche sprachlichen Fortschritte gemacht werden, und freuen sich, wenn jemand wegen seiner Sprachkenntnisse einen Job, ein Praktikum oder eine Weiterbildung bekommen hat.

Inzwischen hat sich klar gezeigt, dass die Eins-zu-Eins-Gespräche für Geflüchtete sehr wertvoll sind und dass es ein klarer Vorteil ist, wenn zu jedem Treffen ein Thema mit Fragen vorgeschlagen wird. So gibt es immer etwas zu reden und der Wortschatz der Geflüchteten wird ständig erweitert.

Das Gemeindehaus können Sie kostenfrei nutzen, wie kam es zu dieser Kooperation?

Isolde Jäkle: Zu Beginn des Sprachcafés waren wir nur eine kleine Runde und trafen uns samstags im BürgerTreff. Das war zunächst der ideale Ort für unsere Treffen und wir fühlten uns dort wohl. Als immer mehr Geflüchtete teilnehmen wollten und der BürgerTreff leider zu eng wurde, versuchte der AK Asyl andere Räumlichkeiten zu finden. Die Suche war recht schwierig, bis wir die Zusage der Evangelischen Kirchengemeinde für das Gemeindehaus bekamen. Das war ein Volltreffer für uns, denn wir können das gesamte Gemeindehaus nutzen und das kostenlos. Natürlich sind wir der Evangelischen Kirchengemeinde überaus dankbar für diese Offenheit und großzügige Unterstützung.

Brauchen Sie Unterstützung? Wenn ja, wo darf man sich melden?

Isolde Jäkle: Das Sprachcafé freut sich immer über neue Muttersprachlerinnen und Muttersprachler. Je mehr sich engagieren, desto mehr können wir Geflüchteten in Weil der Stadt und Umgebung helfen, sich zu integrieren und schnellstmöglich unabhängig von staatlicher Unterstützung zu werden. Außerdem ist es für Geflüchtete schön, immer mehr Einheimische kennenzulernen.

Interessierte können sich gerne bei Isolde Jäkle melden, telefonisch unter 07033 41714 oder per E-Mail an sprachcafe@ak-asyl-wds.de.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
09.07.2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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