„Traditionen bewahren – Neues wagen“ unter dieses Motto stellte Stefan Göbel, 1. Vorsitzender der Orchestervereinigung Calmbach (OVC), das erste Jahr seiner Amtszeit, über das er bei der Jahreshauptversammlung Rechenschaft ablegte. Bewährte Abläufe und Veranstaltungen wurden beibehalten, aber auch Neues geplant und durchgeführt.
Stefan Göbel berichtete in seinem Jahresrückblick über die Aufgaben, die die Vorstandschaft in den letzten 12 Monaten angegangen sei. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf der internen Kommunikation, der musikalischen Leitung und dem Notenrepertoire, der Strukturierung des Vereinsinventars, dem Ausbau des Gastronomiebereichs sowie der Vorbereitung und Planung für das Jahr 2026.
Die interne Kommunikation wurde über eine WhatsApp-Gruppe für alle Vereinsmitglieder optimiert. Eine weitere Gruppe besteht ausschließlich für die Aktiven, damit Informationen zu Auftritten, Proben usw. noch schneller jeden erreichen können.
Die Suche nach einer neuen musikalischen Leitung stellte das Vorstandsteam im vergangenen Herbst vor große Herausforderungen. Hier erklärten sich spontan Vize-Dirigent Kornelius Kremser für das große Blasorchester und Tina Haas für die Jugendkapelle bereit, den Stab bis zum Neujahrskonzert im Januar zu übernehmen. Kornelius Kremser beendete seine „Probezeit“ dann bereits im November mit der Bestellung zum offiziellen Dirigenten durch die Musiker, die er gerne annahm. Tina Haas hatte ihr Engagement von Anfang an befristet, verlängerte dann aber bis zum Jugendvorspielnachmittag im März. Ab Mitte März konnte dann Nordrun Münchgesang-Altinger als musikalische Leiterin der Jugendkapelle gewonnen werden, die sich im Rahmen der Jahreshauptversammlung den Anwesenden kurz vorstellte. Ihre musikalische Premiere mit der OVC-Jugend wird sie am 1. Mai bei der Mai-Hocketse bestreiten.
Das Vereinsinventar wurde mit vereinten Kräften katalogisiert, sortiert, auf- und umgeräumt, ebenso erfuhren das Notenarchiv und das musikalische Repertoire eine „Rundumerneuerung“.
Da die bezahlten Auftritte immer weniger werden, die Fixkosten für den Verein aber mindestens so hoch sind wie in den vergangenen Jahren, müssen neue Wege gefunden werden, um Geld zu verdienen. Hier bewährte sich das mittlerweile erfahrene Gastro-Team unter Leitung von „Festwirt“ Wim Welt. Veranstaltungen von befreundeten Vereinen, Firmen und öffentliche Events wurden von der OVC mit Essen, Trinken und einem nahezu professionellen Rundum-Service gastronomisch betreut, um so die Vereinskasse aufzubessern.
Die Planungen für 2026 laufen bereits auf Hochtouren – der Auftrittskalender ist schon gut gefüllt. Neben den musikalischen Verpflichtungen sind auch Ausflüge, Konzertbesuche sowie Unterstützung bei Festen und Veranstaltungen in der Region vorgesehen. Hier betonte Stefan Göbel die Notwendigkeit zur Kooperation mit anderen Vereinen. „In der heutigen Zeit ist es als einzelner Verein nicht immer möglich, größere Veranstaltungen oder Auftritte zu stemmen.“ Und so ist die OVC sowohl beim Würzbacher Bauerntheater als auch beim Calmbacher Liederkranz als Unterstützung anzutreffen. Auch plant man die musikalische Kooperation mit dem MV Höfen zum Beispiel bei einem Konzert im Kurpark bzw. beim Schäferlauf-Umzug in Wildberg.
Die Musikervorstände Jannick Gutekunst und Wim Welt ließen das musikalische Jahr 2025 noch einmal in Bildern und Anekdoten Revue passieren. Sie bedankten sich bei allen Aktiven für den Probenbesuch und die Auftrittsteilnahme. Die von ihnen präsentierten Zahlen ließen aufhorchen. Im Jahr 2025 absolvierten die Musiker 82 Einsätze, davon 24 Auftritte und 34 Proben. Die übrigen Termine bestanden aus Sonderproben, Geburtstagsständle und Arbeitseinsätzen. Im großen Blasorchester spielen fast genauso viele Frauen (20) wie Männer (21). Wenn alle da sind, bringt die OVC 41 Musiker auf die Bühne, weitere zehn Musiker aus befreundeten Vereinen sind immer gerne bereit, bei Bedarf die Reihen zu aufzufüllen.
42 Kinder bilden derzeit die Jugend der OVC, davon sind 23 in der Jugendkapelle und 19 in den beiden Bläserklassen, berichteten die Jugendleiterinnen Sandra Großmann und Tina Haas. Neben den traditionellen Auftritten wie beim Jugendvorspielnachmittag, der Mai-Hocketse, dem Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde, der Sportlerehrung der Stadt Bad Wildbad sowie dem Weihnachtsliederspielen am Baesweiler Eck gab es im vergangenen Jahr noch weitere Höhepunkte für die Jugendkapelle. Ein Probe-Wochenende in Herrenwies zur Vorbereitung aufs Neujahrskonzert sowie der Saisonabschluss, dieses Mal beim Sportschützenverein Calmbach, wo sich die jungen Musiker mit Gewehren sowie Pfeil und Bogen ausprobieren durften.
Das absolute Highlight des Jahres aber war der Ausflug zum Europa-Park mit einem Auftritt im italienischen Parkteil und anschließender Freizeit im Park. Achterbahnen, Wildwasserfahrten und andere Fahrgeschäfte begeisterten alle. Zum Glück hatten die Jugendleiterinnen einen langen Atem und hielten die zwei Jahre andauernde Bewerbungszeit durch.
Neu gibt es auf Initiative der Jugendleitung nun ein Präventions- und Schutzkonzept für die Kinder und Jugendlichen. In der Hoffnung, es nie zu brauchen, wurde ein umfassendes Konzept erstellt, das auf der Homepage einsehbar ist. So kommt die OVC der Aufgabe nach, den Kindern und Jugendlichen einen „geschützten Raum“ zu bieten und für Vorkommnisse jeglicher Art gerüstet zu sein.
Aufgrund seiner umsichtigen Kassenführung konnte Kassier Michael Riexinger von einem leicht positiven Kassenstand berichten. Die Kassenprüfer Alexandra Girrbach und Stefan Großmann bescheinigten dem langjährigen Kassenverwalter dann auch eine „gute Arbeit“ und wünschten sich ein „weiter so“.
Bürgermeister Marco Gauger beantragte sodann die Entlastung der Vorstandschaft, die von der Versammlung einstimmig gewährt wurde. In seinem Grußwort lobte Marco Gauger, dass die OVC für klassische Blasmusik auf hohem Niveau stehe. Er freue sich bereits auf die Mai-Hocketse und den Fassanstich im OVC-Biergarten. In diesem Zusammenhang versprach er eine bauliche Verbesserung der Konzertmuschel im Flößerpark und erwähnte, dass die Stromversorgung in den letzten Monaten bereits überarbeitet wurde.
Zur Wahl standen in diesem Jahr das Amt des 2. Vorsitzenden sowie des Schriftführers. Außerdem mussten einige Beisitzer bestätigt bzw. neu gewählt werden.
Daniel Rittmann, der seit acht Jahren als 2. Vorsitzender agiert, äußerte den Wunsch, diese Tätigkeit aufzugeben. Er habe sich in der Zwischenzeit beruflich neu orientiert und es fehle ihm die Zeit, das Amt so auszufüllen wie er es gerne wolle. Als Nachfolger wurde Martin Zver vorgeschlagen, was einstimmig angenommen wurde. Der Trompeter wuchs in Höfen auf, lebt mit seiner Familie in Birkenfeld und ist seit vier Jahren aktiver Musiker der OVC. Martin Zver hat sich neben den üblichen Aufgaben des 2. Vorsitzenden vorgenommen, die Digitalisierung im Verein voranzubringen. Kathrin Janzen kandidierte erneut für das Amt der Schriftführerin und wurde ebenfalls einstimmig gewählt.
Die aktuelle Vorstandschaft sieht nun folgendermaßen aus: Stefan Göbel (1. Vorsitzender), Martin Zver (2. Vorsitzender), Michael Riexinger (Kassier), Kathrin Janzen (Schriftführerin), Wim Welt und Jannick Gutekunst (Musikervorstände), Sandra Großmann und Tina Haas (Jugendleiterinnen), Corina Barth, Gaby Bittner, Sabine Heide, Rainer Locher und Marie Welt (Beisitzer).
Mit einem musikalischen Gruß an die Anwesenden ging die harmonische Jahreshauptversammlung zu Ende, nun warten die Mai-Hocketse sowie eine Sommersaison mit vielen Auftrittsterminen auf die Musiker der OVC. (gg)