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Jahresrückblick 2025 Heimatmuseum

Unter dem Motto „Abstatt lebt – wir in Abstatt“ kann das Heimatmuseum Abstatt den vielen interessanten Persönlichkeiten, die es in kultureller und...
Künstler in Abstatt - Vernissage Georg Csulits

Unter dem Motto „Abstatt lebt – wir in Abstatt“ kann das Heimatmuseum Abstatt den vielen interessanten Persönlichkeiten, die es in kultureller und auch kulturgeschichtlicher Hinsicht in Abstatt gibt oder, die mit Abstatt in Verbindung stehen, und die gerne mit ihren Interessensgebieten an die Öffentlichkeit gehen möchten, unsere Ausstellungsreihe für diese Wünsche anbieten:

So auch für Georg Csulits, der mit seinen einzigartigen Malereien Gast im Rathaus war. Die Werke des Abstatter Malers entstehen geprägt durch seine Umwelt und seine Lebenserfahrung und durch seine Liebe zur farbintensiven Malerei.

Künstler in Abstatt - Vernissage Georg Csulits
Entblättert zwischen Wald und Wildeck

Am Donnerstagabend, den 27. November 2025, konnte das Heimatmuseum Abstatt die Ausstellung „Georg Csulits – Entblättert zwischen Wald und Wildeck“ sehr erfolgreich eröffnen.

Dorothee Ritter begrüßte das Publikum und stimmte auf die Ausstellung ein. Den Beginn der musikalischen Umrahmung an diesem schönen Abend gestaltete der Chor der Musikschule Schozachtal „Mostly in Tune“ unter der Leitung von Karolin Leucht und Andreas Scheib wieder einmal äußerst virtuos und gekonnt und begeisterte das aufmerksame Publikum.

Georg Csulits, der mit seinen herrlichen Aquarell- und Acrylmalereien nun Gast im Rathaus ist, wurde vorgestellt.

Georg Csulits

Der Künstler wurde 1950 in Hochhausen am Neckar geboren, wohnt in Happenbach und, wie er selbst sagt, schafft er, wenn er nicht gerade malt, mit viel Hingabe auf seinem Terrassenweinberg am Neckar. „Die Arbeit im Weinberg ist für mich wie eine Erfüllung, sagt er.

Mit Kreide auf dem Fußboden – so unternahm er seine ersten Zeichenversuche bei seiner ebenfalls malenden Großmutter. Da war schon klar, woher die Leidenschaft und die Fähigkeit zu malen ihren Ursprung hatte. Als wohlbehütetes Kind faszinierten den Künstler die Bilderbücher von Fritz Baumgarten und dann fing das „Abmalen“ an.

Die Liebe zur Kunst, das Zeichnen und Malen, hat ihn sein ganzes Leben begleitet. Schon in der Schule war er sehr gut im Kunstunterricht. Er spürt, dass sein weiterer Werdegang irgendetwas mit Kunst zu tun haben muss.

Nach Lehre und Bundeswehr absolviert er die Werkkunstschule in Mannheim mit Diplomabschluss.

Wie Georg Csulits selbst sagt, war und ist es für ihn ein großes Glück, dass er seinen Traumberuf ergreifen konnte.

Als begabter Graphikdesigner, Layouter und Illustrator arbeitete er an Werbekampagnen in Heilbronner, Ludwigsburger und Stuttgarter Agenturen mit. Parallel entwickelte Csulits eine hohe Affinität zum freien Aquarellieren, das früh zu seiner bevorzugten Technik avancierte.

Bedingt durch seinen Traumberuf und sein großes Talent, seine Leidenschaft für Kunst und Design gründete er 1979 sein eigenes Designbüro und spezialisierte sich im Laufe der Jahre zunehmend auf Kalendergestaltung, die bis heute einen zentralen Bestandteil seiner künstlerischen Produktion bildet. Georg Csulits entwirft seine Kalender mit Darstellungen aus der Natur und seinem direkten Lebensumfeld. Fortbildungen in Aquarell- und Acrylmalerei, Akt und Porträt sowie Architektur- und Landschaftsstudien und in der Abstraktion verfeinerten kontinuierlich sein technisches Repertoire.

Seine große Vielfältigkeit zeigt sich darin, dass er sowohl an seinem Rechner mit Photoshop und InDesign arbeitet, sich aber, fasziniert von der Pleinair Malerei, mit Rucksack, Farben, Pinseln und Papier in die Natur begibt. Der Künstler sucht die unmittelbare Erfahrung des Landschaftsraums, die für ihn Quelle steter Inspiration ist und ihm immer wieder neue Impulse gibt. Diese direkte Begegnung mit Natur versteht er als kontemplativen Prozess, als „Eintauchen in die Schöpfung“, das Wahrnehmung und Bewusstsein gleichermaßen schärft. Die Natur ist für ihn ein Rückzugsort, um in die eigene Mitte zu kommen und eine Art Besinnung für sich zu finden, sich zu spüren.

Thematisch nimmt also die Natur eine zentrale Stellung im Werk des Künstlers ein. Besonders die Darstellung von Bäumen, die er als anspruchsvolle und zeitintensive Herausforderung begreift, eröffnet Einblicke in seinen Perfektionismus und sein Streben nach einer authentischen Wiedergabe der sichtbaren Welt. Seine Waldsujets bergen traumgleich Geheimnisvolles in sich und führen den Betrachtenden geradezu hinein ins Bild, in den Wald, die Natur. Diese Sujets regen an, sich selbst wieder in Natur und Wald zu begeben. Diese Szenen reflektieren nicht nur die äußere Landschaft, sondern lassen Rückschlüsse auf die innere Erfahrungswelt des Künstlers zu.



So verhält es sich auch mit den Ansichten rund um unseren Ort in unserer Gegend: Georg Csulits gefällt es in seiner Heimat, diesem Lokalkolorit, direkt vor seiner Haustüre, es ist diese besondere Atmosphäre der Landschaft. So schön ist es hier, dass er immer wieder inspiriert wird von Ansichten des Stettenfels oder der Burg Wildeck zu verschiedenen Jahreszeiten. Besonders die Wildeck hat es ihm als Motiv angetan. Für ihn ist dies ein ganz besonderer Kraftort, mit viel Schönheit und Energie, die er als magisch empfindet und in ihm viele Emotionen auslöst.

Die größte seiner Intentionen ist, seinen Werken ein Geheimnis zu geben, sie lebendig werden zu lassen, das möchte er erreichen.

Neben seinen Naturdarstellungen fasziniert Georg Csulits die Abstraktion, und auch in dieser Stilrichtung zeigt der Maler sein Können in kräftigen leuchtenden Farben in ungeheurer Intensität und Lebendigkeit. Die Abstraktion markiert für Csulits einen biografischen Wendepunkt: eine Phase des Loslassens, des ungebundenen Experimentierens mit Farbe, Form und Intuition. Er probiert sich jetzt endlich aus.

Auch das Aktzeichnen spielt eine bedeutende Rolle in seinem künstlerischen Kanon. Obwohl es für ihn eine Form der Abwechslung darstellt, begegnet er dem Sujet mit technischer Präzision und sensibler Farbgestaltung, indem er nicht mit dem Stift, sondern direkt mit der Farbe schöne harmonische Farbklänge schafft. Seine Selbsteinordnung im Bereich eines detailgetreuen, teils impressionistischen Realismus zeigt das Spannungsfeld zwischen Genauigkeit und atmosphärischer Verdichtung, das sein Werk kennzeichnet.

Jetzt, in seinem Spätwerk gewinnt das Moment der Entspannung, des „Flows“, zunehmend an Bedeutung. Er besucht jetzt viele Kurse, denn es geht ihm ums „Eins werden mit dem Stift“. So auch bei Kursen von Susie Bauer, denn dort es beschäftigt man sich auch mit dem psychologischen Hinterfragen.

Der Maler nimmt regelmäßig bei Finale Regionale teil, mit kleinen Formaten, denn das kleine Format, sagt er schmunzelnd, ist auch ein wenig Pragmatismus und liegt ihm viel mehr als das Großformat.

Eine seiner liebsten künstlerischen Beschäftigungen ist das Gestalten seiner Aquarellkalender, die dann gedruckt werden. Diese Kalenderprojekte, bei denen er das „Wachsen“ der Blumen auf dem Papier als Glücksmoment erlebt, wenn die Farben ineinanderfließen und für ihn die Erkenntnis kommt: „Ja, das ist es!“, spiegeln diese innere Balance wider.

Csulits, der sich als streng mit sich selbst und eher schüchtern beschreibt, hat über die Meditation einen wunderbaren Zugang zu Selbstakzeptanz und künstlerischer Gelöstheit gefunden.

Dabei bleibt der Anspruch bestehen, einen unverwechselbaren Stil zu kultivieren, als Künstler jederzeit wieder erkannt zu werden – ein Anliegen, das sein gesamtes Œuvre durchzieht.

Zu sich selbst stehen, sich akzeptieren und sich selbst auch gut finden – das ist das Credo.

Zum Abschluss hörte das begeisterte Publikum noch einmal den Chor „Mostly in Tune“, der stimmungsvoll den offiziellen Teil der Ausstellungseröffnung abrundete.

Bei einem Glas Sekt konnten die Besucherinnen und Besucher ganz beschaulich durch das Rathaus schlendern und Georg Csulits' künstlerische Vielfalt bewundern.

Es war eine außerordentlich gelungene und interessante Ausstellungseröffnung mit einem begeisterten Publikum.

Die Ausstellung von Georg Csulits kann noch bis 27. Februar 2026 im Abstatter Rathaus besichtigt werden.

Dass das Heimatmuseum bislang immer eine gute Frequentierung aufweisen konnte, ist auch den schönen Leihgaben und Schenkungen der Abstatterinnen und Abstatter zuzuschreiben, ohne die das Museum nur halb so viele interessante Exponate bieten könnte. Und immer wieder ist die Bereitwilligkeit in der Bevölkerung da, dem Heimatmuseum wirklich schöne Ausstellungsstücke zu geben und zu überlassen.


Meinen herzlichen Dank!

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr

Dorothee Ritter

Rathaus Abstatt, Zimmer C 03, Telefon 677-64, E-Mail: dorothee.ritter@abstatt.de

Erscheinung
Abstatt im Schozachtal – Ortsnachrichten der Gemeinde Abstatt
NUSSBAUM+
Ausgabe 05/2026
von Heimatmuseum Abstatt
29.01.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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