„We’re in Schwetzingen, Baby“, ruft James Blunt ins Publikum und erntet sofort Jubel. Über 5.500 Besucherinnen und Besucher strömten am Wochenende in den Schlossgarten, um den britischen Singer-Songwriter im Rahmen der Konzertreihe „Musik im Park“ live zu erleben. Anlass seiner aktuellen Tour: das 20-jährige Jubiläum seines Debütalbums Back to Bedlam.
Mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie nahm Blunt gleich zu Beginn seine eigene Musik aufs Korn: „Hätte ich die Wahl, würde ich auch nicht zu einem James-Blunt-Konzert gehen. Es sei denn, ich werde dafür bezahlt“, witzelte der 50-Jährige und brachte das überwiegend weibliche Publikum zum Lachen. Dass sein Debüt nun zwei Jahrzehnte alt ist, kommentierte er knapp: „Wisst ihr, was das bedeutet? Dass ich verdammt alt bin. Aber manche von euch auch!“ (Im Englischen: „It means that I'm fucking old. And some of you are fucking old, too.“)
Musikalisch bot Blunt den Fans einen Querschnitt seiner bekanntesten Titel – darunter „Goodbye My Lover“, „Wisemen“, „High“ und „1973“. Selbst zu seinem Welthit „You’re Beautiful“ hatte der Musiker eine ungewöhnliche Erklärung parat: Der Song klinge zwar wie eine klassische Liebesballade, tatsächlich handle er aber von „einem bekifften Typen, der der Freundin eines anderen Mannes hinterherweint“. Ernste Töne schlug Blunt mit „No Bravery“ an, einem Stück, das seine Erfahrungen als Soldat im Kosovo-Krieg Ende der 1990er Jahre verarbeitet. Dabei zog er Parallelen zu aktuellen Konflikten, etwa im Nahen Osten. Nachdem alle zehn Songs von Back to Bedlam gespielt waren, fragte Blunt, ob das Publikum lieber neue oder alte Stücke hören wolle. Die Entscheidung fiel klar zugunsten der älteren – was dem Musiker nur recht war: „Gut, denn ich habe gar kein neues Album veröffentlicht.“ Zwischen gefühlvollen Akustikballaden am Klavier oder an der Gitarre streute Blunt auch bluesigere Titel wie „So Long, Jimmy“ ein. Für einen besonderen Moment sorgte er, als er während „Cuz I Love You“ kurzerhand ins Publikum sprang und auf Händen getragen wurde.
Als Vorband trat die junge britische Indie-Gruppe Tors auf, die Blunt auf rund 30 Konzerten seiner Tour begleitet. Mit einer Mischung aus Selbstironie, emotionalen Balladen und überraschend energiegeladenen Momenten bewies James Blunt in Schwetzingen einmal mehr, warum er auch nach 20 Jahren noch ein Publikum von mehreren Tausend Menschen in seinen Bann zieht.



