Swing statt Stillstand: Höchstberg feiert 70 Jahre Blasmusik
Das Blasorchester Höchstberg zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig Blasmusik sein kann
Das Blasorchester des TSV Höchstberg hat am Samstag, 25. April 2026, mit einem festlichen Konzert in der TSV-Halle eindrucksvoll den Auftakt in sein Jubiläumsjahr zum 70-jährigen Bestehen gesetzt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt und erlebten einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Konzertabend, bei dem das Blasorchester das gewohnte musikalische Terrain teilweise verließ und sich swingend durch den Abend spielte.
Zu Beginn begrüßte der 1. Vorsitzende des TSV Höchstberg, Jörg Bender, die Gäste und blickte auf die Anfänge des Orchesters zurück. Vor sieben Jahrzehnten habe man mit einfachen Mitteln begonnen, doch mit umso größerem Engagement und einer tief verwurzelten Liebe zur Musik. Diese Leidenschaft verbinde die Musikerinnen und Musiker bis heute und bilde das Fundament des Vereinslebens.
Den musikalischen Auftakt gestaltete die Gastkapelle aus Eberstal, die eigens zum Jubiläum eingeladen worden war. Die 25 Musikerinnen und Musiker präsentierten unter der Leitung ihrer Dirigentin, Anette Burkhardt, ein unterhaltsames und vielseitiges Programm, das sie souverän und mit großer Spielfreude darboten.
Mit „TV-Kultabend“ (Arr.: Manfred Schneider) gelang ein schwungvoller Einstieg: Bekannte Fernsehmelodien reihten sich zu einem kurzweiligen Medley, das beim Publikum für Wiedererkennungsfreude sorgte. Es folgte „Spirit of Life“ von Johan Nijs, ein ausdrucksstarkes Werk, das mit seinen dynamischen Bögen und emotionalen Klangfarben überzeugte.
Ein besonderer Höhepunkt war die „Suite from The Greatest Showman“ (Arr.: Takashi Hoshide). Die energiegeladenen und zugleich gefühlvollen Melodien des Musicals wurden mit großer Präzision und Begeisterung interpretiert. Mit „Forever Young“ (Arr.: Thiemo Kraas) zeigte das Orchester anschließend eine ruhige, nachdenkliche Seite und traf damit einen emotionalen Nerv im Publikum. Den Abschluss bildete „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan – ein facettenreiches Werk, das klassische und moderne Elemente vereint und von der Kapelle eindrucksvoll umgesetzt wurde.
Nach einer Pause übernahm das Blasorchester des TSV Höchstberg selbst die Bühne. Charmant und unterhaltsam führte Katja Lang durch das Programm und sorgte mit ihrer Moderation für eine persönliche Note.
Mit „Absolute Crossover“ von Otto M. Schwarz bewies das Orchester gleich zu Beginn Vielseitigkeit: Unterschiedliche musikalische Stilrichtungen verschmolzen zu einem kraftvollen und abwechslungsreichen Klangbild. Es folgte „Oregon“ von Jacob de Haan, ein eindrucksvolles Werk, das mit weiten Klanglandschaften und erzählerischem Charakter das Publikum in seinen Bann zog.
Im Anschluss standen Ehrungen langjähriger Mitglieder im Mittelpunkt. Für zehn Jahre aktives Musizieren wurden Christin Bender, Daniel Meckes, Johannes Gacs und Robin Weber vom Verein mit einem Präsent ausgezeichnet. Volkhard Menzel wurde für 20 Jahre geehrt, während Gustav Boesche für 30 Jahre aktives Musizieren eine Urkunde des Blasmusikverbandes sowie ein Präsent des TSV erhielt.
Danach setzte das Orchester unter der gekonnten Leitung von Dirigent Jürgen Krieger das Programm mit „Benny Goodman Memories“ (Arr.: Naohiro Iwai) fort. Mit schwungvollen Rhythmen und typischem Big-Band-Sound ließ das Stück die Ära des Swing lebendig werden und zeigte eindrucksvoll, dass das Orchester auch abseits der klassischen Blasmusikstile zuhause ist.
Auch „Frank Sinatra Classics“ von Stefan Schwalgin knüpfte daran an: Bekannte Melodien des legendären Entertainers wurden stilvoll interpretiert und verbreiteten echtes Konzert- und Lounge-Feeling. Hier bewies das Blasorchester eindrucksvoll seine Wandlungsfähigkeit und sein Gespür für unterschiedliche musikalische Genres.
Das begeisterte Publikum honorierte die Darbietungen mit stehenden Ovationen. Erst nach zwei flotten Zugaben durften sich die Musikerinnen und Musiker verabschieden, bevor mit dem traditionellen „Höchstberger Klänge“ der offizielle Schlusspunkt gesetzt wurde.
Damit ging ein rundum gelungenes Jubiläumskonzert zu Ende, das nicht nur die lange Tradition des Orchesters würdigte, sondern auch zeigte, wie lebendig und vielseitig Blasmusik sein kann. Im Anschluss ließen Gäste und Mitwirkende den Abend bei Häppchen und einem guten Glas Wein in geselliger Atmosphäre ausklingen.


