Die Zahl der von der Jugendhilfe im Strafverfahren begleiteten Fälle im Rhein-Neckar-Kreis ist im Jahr 2024 deutlich gesunken. Insgesamt wurden 926 Verfahren betreut – rund 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor mit 1.152 Fällen. Das geht aus dem aktuellen Sachstandsbericht hervor, der im Jugendhilfeausschuss des Kreistags vorgestellt wurde. Ein wesentlicher Grund für die insgesamt sinkenden Fallzahlen ist der deutliche Rückgang bei Drogendelikten. Die Zahl der Verfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sank von 194 im Jahr 2023 auf 56 im Jahr 2024 – ein Minus von rund 71 Prozent. Hintergrund ist unter anderem das seit April 2024 geltende Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis, das Besitzdelikte teilweise entkriminalisiert hat. Auch die Zahl der Ordnungswidrigkeitenverfahren ging deutlich zurück und sank von 55 auf 25 Fälle. Die Anklageverfahren blieben mit 508 Fällen nahezu stabil (2023: 540). Einen wichtigen Bestandteil der Arbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren bilden weiterhin Diversionsverfahren, bei denen Verfahren ohne Gerichtsverhandlung durch pädagogische Maßnahmen abgeschlossen werden können. Hier wurden 377 Fälle registriert, nach 529 im Jahr 2023.
Die Jugendhilfe im Strafverfahren begleitet junge Menschen im Alter von 14 bis einschließlich 20 Jahren, die strafrechtlich oder ordnungswidrig auffällig geworden sind. Ziel ist es, gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Familien frühzeitig geeignete pädagogische Maßnahmen zu entwickeln und dadurch erneute Straftaten zu verhindern.
Der Jugendhilfeausschuss beschloss die Förderungen im sozialen Bereich im Jugendbereich für das Jahr 2026. Insgesamt stehen hierfür rund 6,8 Millionen Euro zur Verfügung. Einstimmig beschloss das Gremium zudem eine Erhöhung des Pflegegeldes für Kinder und Jugendliche in Vollzeitpflege entsprechend den Empfehlungen der Fachverbände. Die Leistungen steigen ab 2026, wodurch sich die jährlichen Aufwendungen des Rhein-Neckar-Kreises auf rund fünf Millionen Euro erhöhen.