Mit viel Engagement und Herz haben Kinder und Jugendliche aus den Jugendhäusern Neuhausen und Tiefenbronn im November vergangenen Jahres den Flohmarkt „SECOND VIBES“ auf die Beine gestellt. Unter dem Motto „Mit Beat im Biet – Musik, Flohmarkt & coole Stimmung!“ verwandelte sich das Gemeindezentrum Neuhausen in einen lebendigen Treffpunkt für junge Verkäuferinnen und Verkäufer sowie zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Beim Flohmarkt konnten Kinder und Jugendliche ihre nicht mehr gebrauchten Schätze oder selbstgemachte Dinge verkaufen und ihr Taschengeld aufbessern. Ergänzt wurde das Angebot durch Snacks und Getränke – darunter Kaffee, Kuchen, Crêpes und Erfrischungen. Der Erlös aus dem Verkauf von Snacks und Drinks war von Anfang an für einen guten Zweck vorgesehen.
Insgesamt kamen dabei 220,40 Euro zusammen. Die Kinder und Jugendlichen entschieden gemeinsam, den Betrag an die Sterneninsel Pforzheim, den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst für Pforzheim und den Enzkreis, zu spenden. Die Spende wurde nun persönlich von Kristina Heidenreich, Leiterin des Jugendhauses Tiefenbronn, und Gabi Esposito, Teamleitung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bei miteinanderleben e. V., in der Sterneninsel übergeben.
Ein wichtiger Aspekt des Projekts war der pädagogische Gedanke dahinter. Den Jugendhausleiterinnen Kristina Heidenreich (Tiefenbronn) und Laura Baral (Neuhausen) ist es wichtig, dass die Jugendlichen mindestens einmal im Jahr eine ehrenamtliche Aktion umsetzen. „Wir möchten den Kindern und Jugendlichen vermitteln, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen“, so die Leiterinnen. Deshalb stand früh fest, dass der Erlös gespendet werden sollte. Wohin genau, wurde jedoch intensiv gemeinsam diskutiert. Klar war nur: Die Spende sollte regional sein und Kindern und Jugendlichen zugutekommen.
Mit der Sterneninsel fiel die Wahl auf eine Einrichtung, die in hohem Maße auf Spenden angewiesen ist. Rund 70 Prozent der Finanzierung stammen aus Spenden, der Rest aus Fördermitteln. Besonders die wichtige Trauerarbeit wird nicht finanziell bezuschusst, lediglich der ambulante Hospizdienst erhält teilweise Unterstützung. Die Sterneninsel begleitet Familien, organisiert Unternehmungen mit den Kindern, beschafft Spiel- und Bastelmaterialien und unterstützt Familien in schwierigen Lebenssituationen. Der Sitz der Einrichtung ist in der Pforzheimer Nordstadt; dort arbeiten sieben hauptamtliche und rund 30 ehrenamtliche Mitarbeitende. Im vergangenen Jahr wurden 47 Familien im Hospizbereich sowie über 90 Familien im Trauerbereich begleitet.
Simone Hochmuth von der Sterneninsel zeigte sich begeistert über die Spende: „Es ist schön und ganz toll, wenn Menschen spenden – und erst recht, wenn es von Jugendlichen kommt. Das zeigt Herz. Wir freuen uns auch immer sehr, wenn Spenden persönlich vorbeigebracht werden.“ Besonders lobte sie zudem die Initiative von miteinanderleben e. V. und den beteiligten Jugendhäusern.
Die Kinder und Jugendlichen in den beiden Jugendhäusern sind überwiegend zwischen 9 und 14 Jahre alt, einige sind bereits etwas älter. Umso größer ist der Stolz bei den Verantwortlichen: Kristina Heidenreich, Laura Baral und Gabi Esposito betonen, wie beeindruckt sie vom Engagement, der Diskussionsbereitschaft und der Empathie der jungen Menschen sind. Der Flohmarkt „SECOND VIBES“ habe gezeigt, wie viel soziale Verantwortung schon in jungen Jahren möglich ist – und wie gemeinsames Handeln einen echten Unterschied machen kann.
Bericht: Stefanie Reinhardt, miteinanderleben