
Hechingen. Das Berufliche Schulzentrum Hechingen (BSZ) ist eine von 401 Schulen, die sich am Projekt Juniorwahl zur kommenden Landtagswahl beteiligt. Über 1.000 Schülerinnen und Schüler nehmen damit in der Woche vor der Landtagswahl an der Juniorwahl teil und setzen so ein starkes Zeichen für politisches Interesse und gesellschaftliches Engagement.
Die Juniorwahl versteht sich als wichtiger Baustein in der Demokratiebildung. Mit ihr wird Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, den Ablauf einer echten Wahl zu simulieren. Die Wahl am BSZ findet dabei natürlich unter realistischen Bedingungen statt – mit Wahlkabinen, Stimmzetteln und einer Auszählung der Stimmen. So soll das Bewusstsein für demokratische Prozesse geschärft und junge Menschen frühzeitig für Politik begeistert werden.
„Nachdem das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt wurde, kommt der Juniorwahl eine besonders große Bedeutung zu. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur, wie eine Wahl abläuft, sondern setzen sich auch vorab im Unterricht mit politischen Themen auseinander. Gerade in Zeiten politischer Herausforderungen ist es wichtig, jungen Menschen die Bedeutung von Wahlen als hohes Gut der Demokratie zu vermitteln“, betont Schulleiter Arndt Bayer die Wichtigkeit der Juniorwahl.
Selbstverständlich dürfen bei der Juniorwahl alle Schülerinnen und Schüler wählen, auch diejenigen, die noch nicht 16 Jahre alt sind oder keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Damit werden bis auf den Wahlgrundsatz „allgemein“ alle anderen Wahlgrundsätze eingehalten. „Natürlich ist die Wahl frei, wir zwingen niemanden daran teilzunehmen“, versichert Ronja Bentele, die die Juniorwahl gemeinsam mit ihren Kollegen Felix Hauser, Matthias Loy, Christoph Müller, Alexander Storz und Mirjam Schaper organisiert. „Bestimmt können wir so viele unserer wahlberechtigten Schülerinnen und Schüler motivieren, auch bei der Landtagswahl am 8. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, gibt Bentele ein weiteres wichtiges Ziel der Juniorwahl an.
Bei den Schülerinnen und Schülern kommt das Angebot gut an. Annika Lo Giudice aus dem Berufskolleg findet es spannend, wie die Schülerschaft des BSZ abstimmt. „Ich glaube auch, dass durch die Juniorwahl und deren Vorbereitung im Unterricht einige motiviert werden, tatsächlich wählen zu gehen“, meinte sie nach der Abstimmung. Die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre sieht ihr Klassenkollege Lusa Panozzo ambivalent: „Einerseits finde ich das gut, denn so können sich Jugendliche besser einbringen. Andererseits habe ich Bedenken, weil manchen schon noch einiges an Erfahrung fehlt, um seriös abzustimmen“, so Panozzo.
Das Gesamtergebnis der Juniorwahl wird wie bei der offiziellen Landtagswahl www.juniorwahl.de veröffentlicht und bietet spannende Einblicke in das politische Meinungsbild von Jugendlichen. Wie die Schülerinnen und Schüler des BSZ abgestimmt haben, wird allerdings nur an der Schule veröffentlicht.