Von Jennifer Warzecha
Das Internet und das Smartphone dominieren die Menschenwelt. Doch wer kommt schon auf die Kombination „Liebe, Luft und Ladekabel“? Ganz einfach: Konstantin Schmidt. Er ist Musikkabarettist. Nicht nur das: Er ist Diplom-Ingenieur und hat das 13 Semester lang in Karlsruhe studiert. Was dabei herausgekommen ist, konnte man an einem Abend bei den Spiegelfechtern erleben.
„Der Ingenieur braucht weder Publikum noch Orden. Sonst wäre er Kabarettist geworden“, sang Schmidt. Zuvor und danach erläuterte er, warum er diese, seine musische Seite, ausleben wolle. Er fragte, wie viele Ingenieure und Ingenieurinnen da seien. Es waren zwei Männer und eine Frau vor Ort. Die Frauen hätten 15 Männer zur Auswahl und nähmen dann unter Umständen doch den Sportstudenten, albert er herum.
Bei den Nachbarn, in der Nachbarschaft, sei er beliebt. Er sauge zum Beispiel nie zu Unzeiten. Stattdessen spielte er an diesem Abend Klavier und sang „Ich geh ins Internet“. Kritisch merkt er an, das Internetsurfen mache dümmer, als man vorher gewesen sei. Früher sei Wissen Macht gewesen. Heute sei es stets verfügbar und werde nicht mehr nur in Büchern niedergeschrieben und dann im Schrank verstaut, bis es überflüssig geworden ist.
Was man alles der EU verdanke, sei zum Beispiel das einheitliche Ladekabel. Er sang „Ladekabel“ und nahm es auf die Schippe, dass man so abhängig vom Ladekabel und dem Internet an sich sei. Das nächste Thema war das E-Auto. Er kritisierte Menschen, die generell alles ablehnen, was neu ist. Prompt las er Kommentare aus den Kommentarspalten vor. Einer habe gesagt, in ein paar Jahren sei der Hype darum vorbei, aber der Müllberg werde umso größer. Er sang über das Thema, wie schlecht man Ladesäulen finde und auch sein Verhältnis zur Schwiegermutter.
Dann philosophierte er über Alltagstechnik, die alltagstauglich und komfortabel sein soll. Manchmal sei sie aber auch überflüssig. Wer brauche schon noch Gebrauchsanweisungen? Laut einer Umfrage seien das nur zwei Personen – die Ingenieure, wie er sagte. Manche Informationen seien überflüssig wie die, dass man ein T-Shirt, das man auf der Brust trage, nicht bügeln solle.
Bei allem Digitalen habe man als Resultat: Die „Zwei Faktor-Identifizierung“. Die TAN kommt per Post. Was aber ist, wenn die Grundlage aller Digitalisierung, die Daten, weg sind?
Wer komme denn automatisch auf die Idee, seine Daten zu sichern? Schließlich bekomme man von der Mutter nicht gesagt: „Zähne putzen, Daten sichern und ab ins Bett!“ Die Lösung? – „Kein Backup, kein Mitleid – so lautet die Maxime der IT!“ Sonst müsse man auf all seine Daten, egal, ob Kontakte, Liebesschwüre und sonstige Nachrichten, verzichten. Das ist eines der Resultate an diesem Abend und lädt mal wieder zum Nachdenken ein.
