
Kabarettist Alfons wurde durch das Fernsehen als Reporter mit Puschel-Mikro und in oranger Trainingsjacke bekannt. Die trägt er auch heute noch, steht damit aber immer häufiger auf Bühnen und später im großen Konferenzraum der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen. Aber nun der Reihe nach:
Was ein abgetauter Kühlschrank mit einem Wohnungsbrand und französischen Schimpfwörtern zu tun hat, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der CTS am 21. Oktober im Capitol in Mannheim bei seinem Bühnenprogramm: „Alfons – jetzt noch deutscherer“. Wer jetzt allerdings einen Comedy-Abend vermutet, hat nur teilweise recht. Die Botschaft des Programms ist vielschichtiger: Alfons lässt sich 2016 in Hamburg einbürgern und erzählt neben dieser Geschichte die seiner Großmutter, die eine Auschwitzüberlebende ist und dennoch nie einen Groll auf die Deutschen hegte.
Das Beste an diesem Programm sind allerdings nicht nur die herzerwärmenden Anekdoten und Geschichten, die wunderbare Begleitung am Klavier durch seinen Pianisten, der ein wunderbares Gespür auch für die leisen Töne zeigte, sondern die Tatsache, dass Alfons eine Stiftung gegründet hat, die junge Menschen für die Wichtigkeit unserer Demokratie sensibilisieren soll, die eben nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann.
Im Rahmen dieses Demokratiebildungsprojekts diskutierte der gebürtige Franzose am darauffolgenden Tag an der CTS mit Schülerinnen und Schülern. Fast zwei Stunden nimmt er sich Zeit, um zunächst die Fragen der Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangstufe 1 und deren Gäste von der Elisabeth-Selbert Schule in Karlsruhe zu seinem Programm zu beantworten. Es geht um seinen Weg nach Deutschland, seinen deutschen Schüleraustauschpartner, aber auch um ein Versprechen seiner Großmutter, um Auschwitz und um Menschlichkeit.
Danach stellt er die Fragen und verwickelt die Gruppe in einen regen Austausch über die Vorteile und Schwächen von demokratischen Systemen. Die Schülerinnen und Schüler sind begeistert bei der Sache, Jan und Nicklas finden: „Allein bei der Gestaltung des Workshops merkt man, wie viel Mühe Alfons sich gegeben hat. Einerseits war der Workshop durch seine spannenden Erzählungen sehr interessant und lehrreich und andererseits konnte man sich selbst gut einbringen und Fragen stellen. Durch Alfons lockere Art hat der Workshop wirklich Spaß gemacht. Unserer Meinung nach haben sich alle dank ihm wohl und einbezogen gefühlt.“
Zum Abschluss haben alle gelernt, dass es Bildung, Engagement und Einsatz benötigt, um unsere Demokratie gegen ihre Feinde zu verteidigen.
Aus der Perspektive der Geschichte sind 80 Jahre Frieden im Zentrum Europas keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Errungenschaft, für deren Fortbestehen wir alle durch den freundschaftlichen Austausch mit unseren Nachbarländern Verantwortung tragen, ganz so wie Alfons geliebte grand-mère es ihm seinerzeit beigebracht hat. (red)


