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Kartoffel-Alarm im Hochbeet

„Huch, was ist das denn?“ – Mit dieser spannenden Entdeckung starteten die Kinder der Löwengruppe im Frühjahr in ein aufregendes Projekt. Im...
Foto: JK

„Huch, was ist das denn?“ – Mit dieser spannenden Entdeckung starteten die Kinder der Löwengruppe im Frühjahr in ein aufregendes Projekt. Im Oberlin-Kindergarten tauchte plötzlich eine Kartoffel auf, die nicht mehr ganz frisch aussah, sondern kleine, dicke Knubbel gebildet hatte. Moment mal, sind das etwa schon winzige Wurzeln?

Gemeinsam haben wir die Knolle im Morgenkreis genau unter die Lupe genommen und uns gefragt: Kann man die eigentlich noch essen? Da waren sich alle schnell einig: Lieber nicht! Aber was tun wir nun damit? „Vielleicht wächst ja ein Baum daraus!“, schlug ein Kind begeistert vor. Gesagt, getan: Wir beschlossen, die Kartoffel samt ihrer kurzen, dicken Triebe einfach selbst in unser Hochbeet zu pflanzen und dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Bevor wir allerdings zur Tat schritten, wollten wir natürlich wissen, was da überhaupt auf uns zukommt. Mit Hilfe unseres Kamishibais – großen, bunten Bildkarten – haben wir uns Schritt für Schritt angeschaut, wie eine Kartoffel eigentlich wächst. Die Kinder konnten auf den Bildern genau verfolgen, welche Entwicklung die Knolle unter der Erde nun hoffentlich durchlaufen wird.

Danach musste erst einmal die alte Erde im Hochbeet auf Vordermann gebracht und gedüngt werden. Puh, der Dünger hat ganz schön gestunken! Aber getreu dem altbekannten Gärtnerspruch „Was stinkt, das düngt!“ half das natürliche Aroma unserem Projekt umso mehr. Mit frischer Erde und vereinten Kräften wurden flugs drei Löcher gegraben. Wir haben die Kartoffeln mit den Trieben nach oben hineingesetzt, alles schön mit Erde bedeckt, kräftig gegossen und ab sofort hieß es: abwarten!

Es dauerte keine zwei Wochen, da riefen die ersten Löwen aufgeregt: „Da wächst etwas!“. Und tatsächlich: Was da aus der Erde lugte, war kein Unkraut, sondern die ersten zarten, grünen Blätter unserer Kartoffelpflanze. Wie echte Landwirte haben wir die kleinen Pflänzchen nun im nächsten Schritt mit zusätzlicher Erde bedeckt und einen kleinen Damm gebildet. Das Anhäufeln hat einen wichtigen Grund: Es schützt die heranwachsenden Knollen vor dem Licht, denn wenn Kartoffeln grün werden, sind sie ungenießbar. Zudem regt der Damm die Pflanze dazu an, unter der Erde noch mehr Platz für tolle, dicke Knollen zu schaffen.

Aktuell heißt es für die Löwen also weiterhin gießen, pflegen und täglich nach dem Rechten zu sehen. Ganz nebenbei bietet dieses Projekt eine tolle Lernerfahrung für die Kinder, in der wir spielerisch gleich mehrere wichtige Fähigkeiten intensiv fördern. Die Kinder erwerben hautnah wichtiges Naturwissen, indem sie den kompletten Lebenszyklus unserer Lebensmittel kennenlernen und erfahren, was eine Pflanze zum Wachsen benötigt. Zudem lernen sie, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, denn durch das tägliche Kümmern und Beobachten merken die Kinder, wie wichtig ihr Einsatz für die Pflanze ist. Es ist ein unheimlich stärkendes Erlebnis für sie zu spüren, dass die eigenen Hände etwas bewegen können und so das Gefühl der Selbstwirksamkeit wächst. Nicht zuletzt ist das Projekt eine wunderbare Übung in Geduld und Frustrationstoleranz: Die Natur lässt sich eben nicht hetzen und wir lernen, mit Enttäuschungen umzugehen, denn eine Erfolgsgarantie gibt es in der Natur leider auch nicht.

Nun fiebern wir auf unsere Ernte hin und sind ganz aufgeregt wie sich unser Hochbeet in den nächsten Wochen entwickeln wird. Bleibt gespannt, wie es weitergeht! Im Herbst melden wir uns wieder mit dem Ausgang unseres kleinen Projekts, wenn wir hoffentlich die große Kartoffelernte feiern können.

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