50 Jahre „Feuchte Kugel“

Kegelclub mit bewegter Geschichte feiert sein Jubiläum

Vor 50 Jahren entstand eine neue Tradition – und zwar eine, die 50 Jahre überdauern sollte.
Eine Gruppe Menschen auf einer Wiese mit dem Vereinsbanner
hinten (v.l.): Christa Weimer, Herbert Wiesemann, Hans-Peter Bieryt, Gabi Bieryt, Manfred Weimer, Birgit Walz, Wolfgang Herbrich, vorne (v.l.): Walter Weimer, Horst Roßmann, Renate Weimer, Adolf Groß, Hildegard Roßmann, Brigitte WiesemannFoto: Kegelclub

Es ist der 3. Oktober 1975. Neun junge, lustige und dynamische Leute aus Gäufelden und Umgebung treffen sich zum ersten Mal in der Gaststätte Schönblick in Unterjettingen, um gemeinsam zu kegeln. Hildegard und Horst Roßmann, Renate und Walter Weimer, Christa und Manfred Weimer, Angelika und Stefan Mesli sowie Michael Mesli treffen sich fortan alle 14 Tage, um gemeinsam die Kugel rollen zu lassen und die Kegel zu Fall zu bringen.

Unzählige gemütliche Kegelabende erlebten die Mitglieder des Clubs seit diesem ersten Treffen. Sie spielten, unterhielten sich, genossen die gemeinsame Zeit und tranken auch das ein oder andere Glas. Schnell war klar, dass ein Club, der eine feste Institution werden sollte, auch einen Namen braucht. Also überlegten sich die Mitglieder, was sie ausmacht: Das Kegeln selbst natürlich, aber auch, dass sie eine gesellige und trinkfeste Truppe waren (und sind). „Darum meinte unser Kegelbruder Walter Weimer: Was passt da besser als Feuchte Kugel?“, erinnert sich Horst Roßmann, Gründungsmitglied und bis heute Teil des Teams.

In den seither vergangenen 50 Jahren hat sich natürlich auch hin und wieder etwas verändert. So sprach sich herum, wie viel Spaß die Clubmitglieder haben, und andere wollten sich anschließen. In bisher 13 Kegelbüchern ist genau festgehalten, wer bei diesem steten Kommen und Gehen die Kugel in die Hand nahm oder wieder hinlegte. Schon kurz nach der Gründung stießen Brunhilde und Johannes Schäberle, Ute und Georg Weimer, Anton Schuster und Johann Meixner zur „Feuchten Kugel“ dazu. Der gute Ruf des Clubs reichte sogar bis nach Böblingen, von wo Helena und Wolfgang Herbrich und – nahezu gleichzeitig – Gabi und Hans-Peter Bieryt dazukamen. Als dann noch Wendy Mesli, Sabine und Ralf Wagner sowie Inge Schäberle in den Kegelclub eintraten, erreichte dieser mit 18 Personen seine Hochphase an aktiven Mitgliedern.

„Dieser Stand hielt aber nur kurze Zeit“, erinnert sich Horst Roßmann. „Es gab immer wieder mal ein Wechsel bei den Kegelfreunden. Die einen hörten auf wegen Zeitmangel, andere wegen der Landwirtschaft und andere wanderten aus in die USA.“

Mit Birgit Walz aus Böblingen, Brigitte und Herbert Wiesemann aus Herrenberg sowie Adolf Groß aus Herrenberg – mit seinen 89 Jahren der älteste Kegler im Club – ist die „Feuchte Kugel“ in ihrem Jubiläumsjahr mit zwölf aktiven Mitgliedern ideal besetzt. „Auch Gastkegler waren und sind immer willkommen“, betont Horst Roßmann. „Sie bringen etwas Abwechslung und auch Geld in die Kegelkasse.“

Manchmal gehört auch Ehrgeiz dazu

Seit 1989 trifft sich der Club alle vier Wochen in der Tailfinger Bürgerhalle. „Hier stehen außer dem Kegeln Unterhaltung und Kameradschaft an erster Stelle“, so Roßmann. Nur beim alljährlichen Weihnachtskegeln, das der Club seit 1977 ausrichtet, geht es ehrgeiziger zu. Schließlich gewinnt der Sieger den begehrten „Feuchte-Kugel“-Wanderpokal.

Freundschaft und Kameradschaft

Was in fünf Jahrzehnten neben den Kegelkünsten ganz besonders wächst, sind Freundschaften, Zusammenhalt und Kameradschaft. Diese Tugenden fördert der Club mit verschiedenen Kegelausflügen, sei es nach Bayern oder in den Schwarzwald. Zum 30-jährigen Bestehen ging es für drei Tage nach Braunlage im Harz. Tagesausflüge zum Grillen und Ausspannen ins nahe Waldachtal waren ebenfalls sehr beliebt. „Unsere alljährlichen Kegelfeschtle sind bis heute immer der Höhepunkt des Jahres“, erzählt Horst Roßmann. Diese beginnen an einem Freitag mit Kaffee und Zwiebelkuchen. Am Samstag, dem Hauptfesttag, gibt es ein üppiges Essen. Zum Ausklang wird am Sonntag zu einem Weißwurstfrühstück geladen, das nahtlos ins gemeinsame Aufräumen übergeht. Als Veranstaltungsort dient seit vielen Jahren der Garten der Clubmitglieder Gabi und Hans-Peter Bieryt. In früheren Zeiten feierten die Kegler im Armeezelt – inklusive Übernachtung. Walter Weimer bereitete zum Frühstück über offenem Feuer Schinken und Ei in einer großen Pfanne zu.

Der Kegelclub trauert um eines seiner Gründungsmitglieder

So vergingen viele gemeinsame Kegeljahre. Nach und nach heirateten die Mitglieder, auch der Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Da verschoben sich die Prioritäten, Familie und Kinder kamen an erster Stelle. Vier Jahre lang ruhte die „Feuchte Kugel“, bis der Kegelbetrieb im Sommer 1989 wieder begann. „Heute haben wir alle Enkelkinder und sind stolze Omas und Opas“, freut sich Horst Roßmann. „Trotz kleiner gesundheitlicher Wehwehchen kegeln wir immer noch mit großer Freude und Begeisterung.“ Umso trauriger war die Nachricht, dass Gründungsmitglied Walter Weimer genau am Gründungstag, dem 3. Oktober 2025, verstorben ist. So konnte er das Jubiläum leider nicht mehr miterleben.

Abschließend bleibt Horst Roßmann nur noch eines zu sagen: „Trotz Hochs und Tiefs, Freud und Leid, hoffen wir, dass unser Kegelclub noch lange bestehen bleibt und wir so unsere Kameradschaft und Freundschaft genießen können.“

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
02.12.2025
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