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Verbesserungsvorschläge abgelehnt

Keine Lösung für die Sicherheit der Grundschulkinder in Sulz

Seit Monaten machen Eltern und der OR Sulzbach auf die gefährliche Situation an der aktuellen Schulbushaltestelle in der Kelterstraße aufmerksam.
Busschild
Die aktuelle Situation an der Schulbushaltestelle in der Kelterstraße in Sulzbach sei laut Eltern und dem Ortschaftsrat für die Grundschulkinder nicht sicher (Symbolbild).Foto: FooTToo/iStock/Thinkstock

Dort müssen die Kinder in die Linie 103s einsteigen – trotz extrem beengter Platzverhältnisse, die dazu führen, dass viele Kinder fast unmittelbar an der Fahrbahn stehen.

Das hohe morgendliche Verkehrsaufkommen verschärft die Lage zusätzlich. Die Absicherung übernehmen derzeit ehrenamtlich die Eltern, die sich täglich abwechseln, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.

Forderungen der Eltern

Um eine sichere Lösung zu schaffen, forderten Eltern und Ortschaftsrat, die Abfahrten der 103s an die Haltestelle Ettlinger Straße zurückzuverlegen. Diese bietet am Rathausplatz deutlich mehr Aufenthaltsfläche und ein regengeschütztes Wartehäuschen. Die Verlegung würde für den Bus lediglich einen Umweg von rund zwei bis drei Minuten bedeuten. Da die 103s nach Angaben der Eltern ohnehin häufig Verspätung hat, wäre aus Sicht der Eltern dieser Zusatzaufwand betrieblich wohl kaum relevant. Um die Umsetzung zu erleichtern, hatten die Eltern vorgeschlagen, die kaum genutzte Fahrt um 8.15 Uhr zu streichen und die dadurch entstehenden Einsparungen dafür zu nutzen, die morgendlichen Hauptfahrten zur ersten Schulstunde an der sicheren Haltestelle starten zu lassen.

Keine Anpassung

In seiner Antwort von Mittwoch, 12. November, an die Landtagsabgeordnete Christine Neumann-Martin erklärt der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV), dass er keine Möglichkeit sehe, die Route anzupassen. Neumann-Martin hatte sich zuvor gemeinsam mit Eltern, dem Bürgermeister, dem Ortsvorsteher, der Schulleiterin der Johann-Peter-Hebel-Schule, Frau Maetschke, sowie Vertretern des KVV und des Landratsamtes Karlsruhe vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und ihre Unterstützung zugesagt. Als Gründe für die Ablehnung verweist der KVV auf fehlende Fahrzeitreserven, operative Einschränkungen im Linienbetrieb und entstehende Mehrkosten.

KVV fürchtet Verwirrung

Der KVV bestätigt zwar, den 8.15-Uhr-Kurs zum Fahrplanwechsel im Dezember zu streichen, die damit verbundenen Einsparungen werden jedoch nicht zur Umsetzung der vorgeschlagenen sicheren Haltestelle eingesetzt. Für die Eltern ist dies schwer nachzuvollziehen, da die Streichung gerade deshalb angeregt worden war.

Auch alternative Vorschläge, etwa wechselnde Abfahrtsorte, werden vom KVV abgelehnt. Man befürchte Verwechslungen durch das Fahrpersonal und daraus entstehende Unsicherheiten. Zudem verweist der KVV auf die erwarteten längeren Fahrzeiten durch den neuen Lärmaktionsplan der Gemeinde Malsch.

Derzeit keine Lösung

Der KVV erklärt wörtlich: „Wir haben im Vorgespräch mit den Eltern und Ihnen das Anliegen verstanden. Wir sehen im vorliegenden Fall aktuell aber leider keine zielführende Umsetzungsmöglichkeit dafür. Sollten sich aufgrund geänderter Rahmenbedingungen andere Fahrzeugumläufe ergeben, werden wir das Anliegen der Sulzbacher Eltern gerne wieder prüfen.“

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Martina Schneider zeigt sich enttäuscht: „Die Sicherheit unserer Kinder muss Priorität haben. Wir haben gemeinsam mit den Eltern konstruktive, umsetzbare Vorschläge vorgelegt. Trotzdem sieht der KVV derzeit keinen Handlungsspielraum.“

Für die 350 Unterschriften, die den Wunsch nach einer sicheren Schulwegsituation deutlich gemacht haben, bedankt sich der Ortschaftsrat Sulzbach. (or/red)

Erscheinung
MAZ – Das Wochenmagazin für Malsch, Sulzbach, Völkersbach und Waldprechtsweier
Ausgabe 51/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
16.12.2025
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Malsch