Heute erlebten wir einen ganz besonderen und lehrreichen Ausflug: Wir durften die Polizeiwache in Winnenden besuchen und erhielten dort eine spannende Führung mit vielen interessanten Einblicken in die Arbeit der Polizei. Bereits die gemeinsame Anreise mit Bahn und Bus war für die Kinder ein aufregendes Erlebnis und stärkte ihre Orientierung im öffentlichen Raum sowie das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe. In der Wache angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Schon im Eingangsbereich entdeckten die Kinder aufmerksam verschiedene Plakate, die sofort ihre Neugier weckten und zu ersten Fragen anregten.
So fragte Moussa: „Ist das ein Mörder?“ und Gloria wollte wissen: „Was ist mit dieser Person passiert?“ Als alle Fragen beantwortet wurden, ging es weiter rein.
Im weiteren Verlauf durften wir einen Besprechungsraum besuchen, in dem uns eine Polizistin ihre Uniform und wichtige Ausrüstungsgegenstände vorstellte. Die Kinder beschrieben aufmerksam, was sie erkannten, und überlegten gemeinsam, welche Gegenstände Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte für ihren Dienst benötigen. Dabei erklärte sie unter anderem, wie das Funkgerät funktioniert und dass man den Schlagstock ausfahren kann.
Besonders großes Interesse zeigten die Kinder an den Handschellen. Jedes Kind, das wollte, durfte diese ausprobieren und wurde spielerisch „festgenommen“. Die Kinderhände konnten sich jedoch einfach wieder befreien.
Ein weiterer Höhepunkt war der sogenannte Spurenkoffer. Gemeinsam überlegten wir, welche Spuren an einem Tatort gesichert werden können. Lion sagte sofort: „Fingerabdrücke“, Neylah ergänzte: „Fußabdrücke“, Lio nannte „Haare“ und Mila wusste: „Bluttropfen.“ Es war beeindruckend zu sehen, welches Vorwissen bereits vorhanden war und mit welcher Begeisterung sich die Kinder beteiligten. Es wurde z. B. auch erklärt, wie man z. B. bei einem Autounfall handelt, wenn keiner zugibt, es gewesen zu sein. Sie erklärten uns dann, wie man Fingerabdrücke nimmt oder auch, dass es wichtig ist, immer die Haustüre abzuschließen, denn Einbrecher kommen sogar mit einer Trinkflasche in Häuser rein. Eine weitere Frage war auch, wie man denn am besten eine Person beschreibt, die etwas verbrochen hat.
Daraufhin haben wir uns überlegt, dass Leonie die Verbrecherin ist und die Kinder mussten an die Polizei weitergeben, wie Leonie denn aussieht. Es kamen ganz tolle Antworten, und Leonie wurde sogar bis zur Augenfarbe hin bestens beschrieben.
Auch den Raum, in welchem die „Verbrecherfotos“ gemacht werden, durften wir anschauen. Es wurde uns alles genaustens erklärt.
Als wir dann alle Fragen beantwortet hatten, ging es zu den Zellen, welche wir von außen anschauen durften, denn rein soll ja schließlich keiner von uns. Die Kinder fanden es ganz spannend, wieso sich darin keine richtige Toilette befindet. Die Polizistin erklärte dann, dass Menschen, die keine gute Orientierung mehr haben, durch verschiedene Ursachen sich ganz schön wehtun könnten daran. Deshalb müssen sie in ein Loch am Boden pinkeln. Lio hat daraufhin gefragt, wie dick denn die Türen der Zellen sind. Wir schätzten so 8–10 cm bestimmt …
Nach den Zellen mussten alle Kinder schnell eine Toilettenpause machen (wir durften natürlich auf die normalen Toiletten gehen =))
Als alle fertig waren, ging es raus in den Innenhof. Dort standen viele Polizeiautos und alle Kinder durften sich das Auto von innen anschauen und mal reinsitzen.
Dort wurde dann erklärt, für was die Knöpfe sind und wo man draufdrücken muss fürs Blaulicht. Zum Schluss wurde für uns sogar noch das Blaulicht angemacht (natürlich ohne Sirene). Als wir reingingen, haben alle Kinder zum Abschied noch ein kleines Geschenk erhalten und wir sind voller strahlender Gesichter und mit einem großen Dankeschön wieder raus zum Spielplatz gelaufen. Dort wurde getobt, gevespert und vor allem die super schnelle Rutsche gerutscht.
Zum Schluss ging’s mit dem Bus wieder zurück nach Nellmersbach.
Das war wirklich ein lehrreicher, spannender Tag!