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Kirchengeschichte in Rutesheim

3. 30-jähriger Krieg – die schlimmsten Jahre in Rutesheim 1618 begann der 30-jährige Krieg. Von 1628 bis 1633 waren verschiedene Kompanien...

3. 30-jähriger Krieg – die schlimmsten Jahre in Rutesheim

1618 begann der 30-jährige Krieg. Von 1628 bis 1633 waren verschiedene Kompanien für mehrere Tage, auch mal bis zu 3 Wochen, in Rutesheim einquartiert. Das Dorf musste neben der kostenlosen Unterkunft auch Essen stellen und Abgaben zahlen. In Leonberg waren größere Regimenter einquartiert. Nach der verheerenden Nördlinger Schlacht 1634 übernahmen die katholischen kaiserlichen Truppen das Regiment. 1634 brach die Pest aus. 1635 starben in Rutesheim 175 Personen. 1636 erlitten 40 Menschen den Hungertod. Das Sterben ging 1637 und 1638 weiter. 1639 waren von ehemals 550 Bürgern weniger als 200 übrig. Friedrich Pryser, seit 1625 Pfarrer in Rutesheim, starb 1635. Dann kam Wolfgang Erhardi, dieser ist vermutlich ebenfalls an Pest oder Krankheit verstorben, so dass 1638 bereits mit Michael Hauber der nächste Pfarrer nach Rutesheim kam.

Mein Vorfahre Hans Friedrich Bolay, 1621 geboren, wanderte nach Ludwigsburg-Eglosheim aus, wahrscheinlich weil es in Rutesheim keine Mädchen mehr zum Heiraten gab. Dessen Enkel kehrte nach Rutesheim zurück. Offenbar gab es noch verwandtschaftliche Beziehungen, die auch nach zwei Generationen noch gepflegt wurden.

Von 95 Häusern vorher standen nach dem 30-jährigen Krieg nur noch 53. Felder lagen brach und es dauerte mehrere Generationen, bis die Bevölkerungszahl wieder auf dem alten Stand angelangt war.

Frieder Bolay

Erscheinung
Stadtnachrichten – Amtsblatt der Stadt Rutesheim
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Ausgabe 11/2026
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