
4. Hugo erscheint dem Johannes Bolay
Am 29. Mai 1836 war der Gemeinderat Johannes Bolay sonntags nach der Kirche unterwegs Richtung Flacht, um zu schauen, wie das Getreide auf seinem Acker wuchs und reifte. Da erschien ihm aus dem Nichts der Kapuziner Franz Xaver Hugo. Im folgenden Jahr und in den Jahren danach bis 1848 erschien ihm Hugo immer wieder in seiner Stube oder unterwegs im Perouser Wald. Hugo bat Johannes Bolay, dass er ihm die Erlösung zuspräche. 1444 hat Hugo als guter Christ im unterirdischen Gang der Kapelle auf dem Burgfeld einen Söldner erschlagen, um die Gold- und Silberschätze der Kirche zu retten. Seitdem fand er keine Seelenruhe. Nach mehrmaligem Erscheinen wurde ein Datum für die Erlösung vereinbart. In der Nähe vom heutigen Dreispitz wurde Johannes Bolay von seinem Onkel Friedrich Wagner und von Georg Eisenhardt begleitet. Johannes Bolay legte Hugo die Hand auf und sprach diesem die Vergebung und damit die Erlösung mit den Liedversen zu „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Vers 4 lautet: Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre!“
Als Dank wurde Johannes Bolay zugesagt, dass ein Nachkomme der „Bolay“, der in ganz großer Not ist, den Schatz auf dem Burgfeld (Burpfld), unter anderem eine goldene Monstranz von unschätzbarem Wert, finden soll.
Deshalb wird die Sage die „Hugo-Sage“ oder auch die „Bolay-Sage“ genannt.
Hugo hatte Johannes Bolay bereits ein halbes Jahr zuvor gewarnt, dass Rutesheim ein großes Unglück treffen würde. Am 30. Juni 1837 brach um die Mittagszeit der „Große Brand“ aus, bei dem halb Rutesheim abgebrannt ist und anschließend große Not herrschte.
Die vollständige Geschichte der Begegnungen zwischen Hugo und Johannes Bolay wurde von Joseph Hahn niedergeschrieben und ist in einem 31-seitigen Heft in Sütterlindruckschrift erhalten. (Die Sütterlinschrift wurde 1941 verboten).
Frieder Bolay