Die Stadt Kirchheim unter Teck ist Preisträgerin beim landesweiten „Ideenwettbewerbs Einsamkeit“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die eingereichte Projektidee erhält eine Förderung in Höhe von 20.000,00 Euro.
Mit dem Wettbewerb hat das Ministerium innovative und praxisnahe Ideen zur Bekämpfung von Einsamkeit auf lokaler Ebene gefördert. Der Wettbewerb adressierte fünf Zielgruppen: Menschen mit Migrationsgeschichte, junge Menschen, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sowie deren Angehörige, ältere Menschen und Eltern in besonderen Lebenssituationen.
Das Quartiersmanagement der Abteilung Soziales reichte die Projektidee „Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive - Verbindungen schaffen, Netzwerke stärken“ ein, die auf die Zielgruppe der Menschen mit Migrationsgeschichte ausgerichtet ist. Denn trotz vorhandener familiärer Nähe und eigener Netzwerke kann es im Alltag zu sozialer Isolation kommen, etwa wenn lokale Kontakte fehlen, Sprach- und Alltagsbarrieren den Zugang erschweren oder Angebote nicht passgenau auf die jeweiligen Lebenslagen zugeschnitten sind. Das Projekt will daher Zugänge schaffen, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen und Teilhabe erleichtern.
Zentrales Element sind interkulturell geschulten Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive, die in bis zu drei Quartieren an Alltagsorten präsent sind. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie dem Integrationsrat suchen sie vor Ort das Gespräch mit Menschen und Einrichtungen im Quartier, etwa aus dem Einzelhandel oder aus Vereinen, um Bedarfe für die Zielgruppe zu erfassen und gegebenenfalls gezielt mit nachbarschaftlichen Angeboten zu vernetzen. Darüber hinaus sollen Formate entwickelt werden, die Vertrauen schaffen, Hemmschwellen abbauen und eine wachsende Beteiligung ermöglichen. Zudem soll ein neues Nachbarschaftsnetzwerk in einem kulturell-vielfältigen Quartier entstehen.
Das Konzept der Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive wurde erstmals im Rahmen des Projekts „Unser Jesingen“ (2023-2025) erprobt, um Einsamkeit und soziale Isolation frühzeitig zu erkennen. Bürgermeisterin Christine Kullen freut sich über die Auszeichnung: „Es ist großartig, dass wir mit dem Preisgeld das Jesinger Projekt an anderer Stelle und mit neuen Perspektiven weiterentwickeln können. Gleichzeitig wirkt ‚Unser Jesingen‘ dadurch nachhaltig über den ursprünglichen Projektzeitraum hinaus.“
Hintergrund:
Grundlage für den Ideenwettbewerb bildete die Studie „Einsamkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Baden-Württemberg 2025“ der Bertelsmann Stiftung. Diese zeigt, dass knapp 40 Prozent der Menschen im Land von Einsamkeit betroffen sind, davon rund acht Prozent in starkem Ausmaß. Insgesamt wurden mehr als 300 qualifizierte Bewerbungen eingereicht. 35 Projekte konnten mit einem Preisgeld von bis zu 30.000 Euro ausgezeichnet werden und erhalten nun die Möglichkeit, ihre Vorhaben innerhalb von bis zu zwei Jahren umzusetzen.
Weitere Informationen zum Ideenwettbewerb gibt es unter: sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/soziales/buergerengagement/ideenwettbewerb-einsamkeit.

