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Kirchheim unter Teck richtet erste Schulzone ein für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Kirchheim unter Teck geht einen wichtigen Schritt in Richtung sichererer Schulwege. Im Bereich der Wollmarkstraße wurde heute die erste Schulzone der...

Kirchheim unter Teck geht einen wichtigen Schritt in Richtung sichererer Schulwege. Im Bereich der Wollmarkstraße wurde heute die erste Schulzone der Stadt offiziell als einjähriger Verkehrsversuch eingerichtet. Mit einem Einfahrverbot für Kraftfahrzeuge soll der Straßenbereich rund um den Freihof-Schulkomplex, in dem drei Schulen ansässig sind, deutlich sicherer und übersichtlicher werden. Ausgenommen vom Einfahrverbot sind Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende, der Lieferverkehr sowie einzelne Anliegerfahrten mit Einfahrausweisen.

Ein zentrales Ziel der Schulzone ist die Reduzierung der sogenannten „Elterntaxis“, also des Hol- und Bringverkehrs durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto unmittelbar bis vor die Schule fahren. Dieses Verhalten führt paradoxerweise zu mehr Gefährdung im direkten Schulumfeld. Die Einschränkung der Einfahrt macht dieses Verhalten künftig unmöglich und fördert gleichzeitig die selbstständige Mobilität der Schülerinnen und Schüler zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Was ändert sich konkret?

Die Einfahrt in die Wollmarkstraße sowie ein kurzes Teilstück der Herdfeldstraße ist künftig nur noch erlaubt für Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende sowie Liefer- und Anliegerverkehre mit Einfahrausweis. In begründeten Ausnahmefällen – etwa für mobilitätseingeschränkte Personen oder bei Anlieferung schweren Gepäcks – können Einfahrausweise beim Sachgebiet Ordnung und Verkehr der Stadt beantragt werden (07021 502-226, ordnung@kirchheim-teck.de).

Gemeinsames Projekt mit starken Partnern

Die Idee, eine Schulstraße oder Schulzone im Bereich des Freihof-Areals einzurichten, wurde während der Teilnahme am Fußverkehrs-Check 2024/2025 entwickelt und im Anschluss gemeinsam mit den Schulen konkretisiert. Unterstützt und begleitet wird das Projekt vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg, dem Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule und der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK). Im letzten Herbst erarbeiteten Vertreterinnen und Vertreter von MOVERS gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Vorschläge und präsentierten diese in einem Vor-Ort-Termin im Rahmen eines Schulzonen-Aktionstags dem Verkehrs-, Innen- und Kultusministerium sowie der Verwaltungsspitze der Stadt Kirchheim unter Teck.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte anlässlich der Eröffnung der neuen Schulzone: Wenn Kinder morgens zur Schule gehen, müssen Eltern ein gutes Gefühl haben können – ohne Angst vor chaotischem Bringverkehr oder unübersichtlichen Situationen. Schulzonen und Schulstraßen geben genau diese Sicherheit: Sie schaffen Raum für selbstständige und gesunde Mobilität. In Baden-Württemberg unterstützen wir Kommunen gezielt mit unserem Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule dabei, Schulstraßen und Schulzonen umzusetzen. Kirchheim unter Teck zeigt eindrucksvoll, wie das gelingen kann: Mit der neuen Schulzone setzt die Stadt ein starkes Signal für sichere Schulwege und wird damit zum Vorbild für viele andere Kommunen im Land.“

Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader betonte bei der Eröffnung: „Die Schulzone ist ein klares Signal, dass uns die Sicherheit unserer Kinder auf dem Weg zur Schule am Herzen liegt.“

Erster Bürgermeister Achim Rapp ergänzte: „„Als Stadt ist es unsere Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Kinder sicher und selbstständig zur Schule kommen. Die Schulzone in der Wollmarktstraße ist ein konkretes Beispiel dafür.“

Erlass erleichtert kommunale Umsetzung

Mit dem am 28. August 2025 veröffentlichten Erlass des Verkehrsministeriums „Hinweise zur straßenverkehrsrechtlichen und straßenrechtlichen Umsetzung von Schulstraßen und Schulzonen“ können Kommunen Schulstraßen und Schulzonen nun rechtssicher und ohne großen bürokratischen Aufwand einführen. Der Erlass schafft klare rechtliche Grundlagen und wird durch einen Leitfaden, Checklisten, Kommunikationsvorlagen sowie das Beratungsangebot von MOVERS ergänzt.

Die Schulleitungen der betroffenen Schulen im Freihof-Schulkomplex begrüßen die Einrichtung der Schulzone ausdrücklich. Die Maßnahme war im Vorfeld eng mit den Schulen abgestimmt worden. „Wir erwarten, dass die Schulzone die gewünschte Entlastung und Sicherheit bringt und wir damit die Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler erhöhen“, so Andrea Bizer, Schulleiterin der Freihof-Grundschule.

Hintergrund: Was ist eine Schulzone?

Eine Schulzone ist ein definierter Bereich rund um eine Schule, in dem der Kraftfahrzeugverkehr dauerhaft eingeschränkt wird. Ziel ist es, den Fuß- und Radverkehr zu stärken, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und ein ruhigeres Schulumfeld zu schaffen. Kirchheim unter Teck gehört zu den ersten Kommunen, die dieses Konzept umsetzen.

Hintergrundinformationen zum Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule

Das Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule stärkt die eigenständige und sichere Mobilität von Kindern und Jugendlichen auf dem Schulweg. Als interministerielles Landesprogramm der Ministerien für Verkehr, Inneres und Kultus in Baden-Württemberg verbindet MOVERS Mobilität und Bildung – für mehr Bewegung, Sicherheit und Selbstständigkeit auf dem Schulweg. Schulen und Kommune erhalten gezielte Unterstützung, beispielsweise bei der Erstellung von Schulwegplänen, der Verbesserung von Schulwegen oder bei der Einrichtung von Schulstraßen.

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