KIRCHLICHE NACHRICHTEN (KW 21/2026) 24.05. – 30.05.2026
Evangelisches Pfarramt Wehingen, Finkenweg 12, 78564 Wehingen, Tel. 07426-7186, Fax 07426-3012,
Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer, E-Mail: pfarramt.wehingen@elkw.de
Spendenkonto: IBAN: DE61 6439 0130 0412 3550 00 GENODES1TUT
Homepage: www.wehingen-evangelisch.de
Öffnungszeiten des Pfarrbüros (Frau Ulla Wildmann): Mo. von 09.00 – 12.00 Uhr und Do. von 14 - 16.30 Uhr. E-Mail: ursula.wildmann@elkw.de
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der Herr Zebaoth.
Sacharja 4,6
Bitte wenden Sie sich in dringenden seelsorgerlichen Angelegenheiten oder Beerdigungen vom 26. – 29.05. an Pfrin. A. Künstel, Rottweil, Tel.: 0741-8425
vom 30. – 31.05. an Pfrin. A. Rettenmaier, Rottweil, Tel.: 0741-2412504
Herzliche Einladung zur nächsten Kinderkirche
am 24. Mai 2026
Wir beginnen gemeinsam mit den Erwachsenen um 9:30 Uhr in der Christuskirche, Finkenweg 12.
Wir freuen uns auf euch!
Das Kinderkirch-Team
der Evangelischen Kirchengemeinde Wehingen
Für alle, die gerne zu Fuß zum Bildungszentrum gehen möchten, ist der Treffpunkt um 09.15 Uhr in Wehingen, kath. Kirche und in Gosheim ebenfalls um 09.15 Uhr bei der kath. Kirche
Herzliche Einladung zu „Kirche Kunterbunt“ am 14.06.2026
Anmeldung möglich bis 09.06.2026
Unsere Gottesdienstzeit am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr ist Ihnen zu früh? Dann sind Sie herzlich eingeladen zum Gottesdienst in Wellendingen! Einmal im Monat ist dort evangelischer Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr im Bürgerhaus in der Hauptstr. 22. Der Gottesdienst wird in der Regel von Pfarrerin Kommer gehalten. Der nächste Termin ist am 24. Mai 2026. Wenn Sie mit Pfarrerin Kommer nach Wellendingen fahren wollen, kommen Sie einfach nach dem 9.30 Uhr Gottesdienst in Wehingen zur Christuskirche, oder rufen Sie vorher an. Auch ein Zustieg in Gosheim ist möglich.
Der Trossinger Tafelladen ist auf Spenden angewiesen. Dringend werden Lebensmittel, Hygieneartikel und andere Sachspenden benötigt. Jede Hilfe – ob groß oder klein – trägt dazu bei, Menschen in unserer Region zu unterstützen.
Im Pfarramt in Wehingen können Sie Ihre Spende
während den Bürozeiten abgeben.
montags (09:00-12:00 Uhr) und
am Donnerstagnachmittag (14:00-17:00 Uhr)
Nach den Gottesdiensten können bei der Mesnerin Spenden abgegeben werden
Wir bieten Ihnen wieder feste Taufsonntage an. Wenn Sie Ihr Kind gerne taufen lassen wollen, melden Sie sich auf dem Pfarramt.
Die nächsten Termine sind am 28.06., 12.07., 23.08. und am 30.08. 2026 um 09.30 Uhr in der Christuskirche
Sonntag, 24. Mai (Pfingstsonntag)
09.30 Uhr Gottesdienst mit Taufen in Wehingen (Pfrin. D. Kommer)
09.30 Uhr Kindergottesdienst in Wehingen, Beginn mit den Erwachsenen in der Kirche
11.00 Uhr Gottesdienst in Wellendingen, Bürgerhaus (Pfrin. D. Kommer)
Montag, 25. Mai (Pfingstmontag)
10.00 Uhr ökum. Gottesdienst beim Schulzentrum Gosheim/Wehingen
(Pfrin. D. Kommer, Pfr. E. Ginter)
Sonntag, 31. Mai (Trinitatis)
09.30 Uhr Gottesdienst in Wehingen, Christuskirche (Pfrin. A. Rettenmaier)
Weitere Gruppen und Kreise treffen sich in den Pfingstferien nur nach Absprache
Predigt zu Sonntag Exaudi, 17. Mai 2026
Liebe Mitchristen!
„Verträge müssen eingehalten werden.“ Das wusste man schon im alten Rom, woher dieses Sprichwort stammt. Eigentlich ist das ja auch selbstverständlich: Wenn ich einen Vertrag abschließe - einen Mietvertrag zum Beispiel oder einen Arbeitsvertrag - dann erwarte ich, dass sich mein Vertragspartner an die vertraglich festgelegten Vereinbarungen hält. Dasselbe erwartet mein Vertragspartner auch von mir.
Unser Predigttext spricht von einem Vertrag Gottes mit seinem Volk Israel (Jeremia 31, 31-34). Er spricht in eine Zeit, die für das Volk Israel katastrophal war. Die Oberschicht ist verschleppt worden ins ferne Babylon, und die, die zurückgeblieben sind, stehen ganz buchstäblich vor einem Trümmerhaufen. Alles liegt in Schutt und Asche. Nichts ist mehr, wie es war. Viele Menschen fragten sich damals: Hat Gott uns verlassen? Hat er uns denn ganz vergessen? Oder ist es, weil wir Gott vergessen hatten? Weil wir keinen Vertrag mehr mit ihm haben wollten. Weil uns seine Gebote nicht mehr interessiert haben, und jeder nur seinen eigenen Vorteil gesucht hat. Deswegen bestraft Gott uns jetzt. So dachten die Menschen damals, in dieser Zeit der Katastrophe.
Wie sieht es in unserer Zeit mit den Verträgen aus? „Verträge müssen eingehalten werden.“ Wie steht es heute mit dieser alten Regel, die seit der Antike ihre Gültigkeit hat? „Verträge müssen eingehalten werden.“ In unserer Zeit ist das keine Selbstverständlichkeit mehr. Dabei wissen wir genau, dass die Welt nur so funktioniert und ein friedliches Zusammenleben zum Wohle aller nur durch Verträge möglich ist. Sicherlich - wenn ich einen Vertrag abschließe, kann ich nicht alle meine Interessen durchsetzen - ob beim Mietvertrag oder beim Arbeitsvertrag. Da sind unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Aber auch wenn ich manche Kröte schlucken muss und mein Vertragspartner auch: Durch den Vertrag haben wir geregelt, wie es miteinander funktionieren kann. Wir müssen nicht dauerhaft im Clinch miteinander liegen. Daher halten wir uns in der Regel auch an unsere Verträge, die wir abschließen - Mietverträge, Kaufverträge und andere mehr.
Auch in der großen Politik gibt es weiterhin solche Verträge, die eingehalten werden - Gott sei Dank! Und doch ist da vieles unsicherer geworden. Die Großmächte in Ost und West setzen sich über das Völkerrecht hinweg und fangen Kriege an, die kein Ende nehmen wollen. Statt internationaler Abkommen zählt für sie nur das Recht des Stärkeren. „Wer sich vertragen will, der muss Verträge schließen.“ So hat es der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt gesagt, als es um die Ostverträge ging. Heute leben wir in einer anderen Zeit. Statt Abrüstung erleben wir Aufrüstung, und in den Nachrichten hören wir nicht von geplanten Verträgen, sondern von Planungen für den militärischen Bedarf in einem bewaffneten Konflikt. Nichts ist mehr, wie es war. Seit internationale Verträge nicht mehr eingehalten werden, steht die Welt vor einem Trümmerhaufen. Immer mehr Länder liegen in Schutt und Asche, und die Menschen dort müssen um ihr Leben bangen- in der Ukraine, im Iran, im Nahen Osten, im Sudan und vielen weiteren Regionen.
„Du sollst nicht töten.“ So heißt eine wichtige Regel, die Gott uns Menschen in der Bibel in den 10 Geboten gegeben hat. Die 10 Gebote - das ist Gottes Vertrag, Gottes Bund mit uns Menschen. Viele Menschen fragen heute nicht mehr nach Gott, wollen keinen Vertrag mehr mit Gott haben. Wenn uns aber Gottes Gebote nicht mehr interessieren, und jeder nur seinen eigenen Vorteil sucht, dann liegt kein Segen auf unserem Leben. Frieden und Freiheit, Wohlstand und Glück sind dann gefährdet. In solch einer Zeit der Gefährdung leben wir heute. In einer Zeit, in der Verträge gebrochen werden - Verträge zwischen Staaten, und auch der Vertrag zwischen Gott und den Menschen.
Was gibt es für Möglichkeiten, wenn ein Vertrag gebrochen wird? Gibt es da nur die Einbahnstraße der Eskalation? Gibt es da nur die Spirale der Gewalt, die sich mit tödlicher Präzision immer weiter nach oben schraubt? Unser Predigttext zeigt uns hier einen anderen Weg: „Siehe, es kommt die Zeit, da werde ich einen neuen Bund schließen,“ lässt Gott durch den Propheten Jeremia den nach Babylon verschleppten Israeliten ausrichten (Jeremia 31, 31).
Gott geht einen anderen Weg. Gott durchbricht die Spirale der Gewalt. Gott zeigt den Ausweg aus der Einbahnstraße der Eskalation. Die Menschen haben den Vertrag gebrochen. Sie haben sich nicht an den Bund gehalten, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Gottes gute Gebote haben sie missachtet. Wenn ein Vertrag gebrochen wird, dann ist das Vertrauen zerstört zwischen den Vertragspartnern. Enttäuschung, Wut, Resignation sind dann die Gefühle. Gefühle, aus denen selten etwas Gutes kommt. Auch Gott ist enttäuscht von den Menschen, die den Vertrag mit ihm gebrochen haben. Aber Gott resigniert nicht. Nein - Gott macht einen neuen Vertrag mit den Menschen.
Gott lässt seine Menschen nicht allein - nicht die nach Babylon verschleppten Israeliten damals, und auch nicht uns, in unserer heutigen schwierigen Zeit. Gott überlässt uns Menschen nicht einfach unserem Schicksal. Gott wendet sich uns Menschen zu. Gleich viermal heißt es in unserem Predigttext: „Es spricht der HERR.“ Und was Gott da verspricht, das ist etwas Großartiges. Gott verspricht einen Neuanfang. Einen neuen Bund will Gott schließen mit den Menschen. Dieser neue Vertrag, den Gott mit den Menschen schließt, hat eine Besonderheit. Er ist kein Vertrag zwischen gleichen Partnern. Gott allein schließt diesen Bund. Gott verspricht: Er wird treu bleiben, unter allen Umständen. Dazu vergibt er den Menschen alle Schuld und denkt nicht mehr an ihre Sünden. Braucht es dann überhaupt noch Regeln? Ja – Gottes gute Gebote bleiben der Inhalt dieses Bundes. Aber Gott gibt sein Gesetz den Menschen in ihr Herz und schreibt es in ihren Sinn, sagt der Prophet Jeremia. Das heißt: Ein Vertrag, der nicht aus Gehorsam oder gar Angst vor Strafe befolgt wird, sondern der ins Herz geschrieben ist. Wenn Gott diesen Vertrag mit den Menschen ganz umsetzt, dann werden alle Gott kennen, Freund wie Feind. Und keiner wird mehr den anderen über den Willen Gottes belehren. Denn jeder weiß Bescheid.
„Siehe, es kommt die Zeit.“ Diese Ankündigung hat Gott seinem Propheten Jeremia in den Mund gelegt. Es werden Tage kommen, an denen nur Gutes passiert. Wie schön, dass es solche Nachrichten auch gibt. Wir sind gewohnt, von Tagen zu hören, an denen sich vor allem Schlechtes ereignet. Tage, die uns sorgenvoll in die Zukunft blicken lassen: Wie lange werden die Kriege noch andauern, die die Großen dieser Welt vom Zaun gebrochen haben? Wie lange werden wir in unserem Land noch in Frieden leben können in dieser angespannten weltpolitischen Lage? Wann wird es endlich Friedensverträge geben - Verträge, die eingehalten werden? Wann werden wir unser Geld wieder in Wohlstand statt in Waffen investieren?
Ja, gerade in unserer Zeit brauchen wir die Zuversicht, dass Gott uns im Blick hat. Dass er gute Nachrichten für uns hat. Dass wir zuversichtlich leben können. Denn wir leben im Bund mit Gott. Durch Jesus Christus sind wir in Gottes Bund mit hineingenommen. Er ist für uns gekreuzigt und auferstanden. Ja, Gottes Vertrag mit uns steht. Nichts und niemand kann diesen Vertrag aufheben. In all unsere Lebensgeschichten hinein spricht Gott, was er uns von Anfang an in der Taufe versprochen hat: „Ich vergebe dir alle Schuld, und ich will mich neu mit dir verbünden. Ich will dein Gott sein. Ich bin bei dir alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Darauf können wir uns verlassen, egal was kommt.
Ihre Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer